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RE:Flavius 185

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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T. F. Sulpicianus, Konsul zw. 161 und 170 n. Chr.?
Band VI,2 (1909) S. 26172619
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185) T. Flavius Sulpicianus (der Vorname nur in den Arvalakten, das Gentile auch bei Dio ep. [2618] LXXIII 7, 1 und Hist. aug. Pert. 13, 7, sowie CIL XIV 2838 = XV 7889), der Schwiegervater des Kaisers Pertinax (Dio a. a. O. und LXXV 8, 4. Herodian. II 6, 8. Hist. aug. Pert. 13, 7; Iul. 2, 6), indem seine Tochter Flavia Titiana (s. Nr. 248) mit diesem Kaiser vermählt war. Er gehörte dem Senatorenstand an (vielleicht verwandt mit der kretensischen Familie der Flavii Sulpiciani) und war lange Jahre Mitglied der Arvalbruderschaft. Als solches finden wir ihn zuerst schon vor dem J. 177 n. Chr. (CIL VI 32 383 b; das Fragment ist hier unrichtig zwischen 166 und 169 anstatt zwischen Anfang 169 und Ende 176 datiert, vgl. Bd. III S. 1838) in dem Colleg anwesend, dann im J. 183 (CIL VI 2099 p. 560), im J. 186 (vgl. Henzen Acta Arv. p. CXC) ist er promagister des Collegiums (CIL VI 2100 p. 562) und auch im J. 193 wird er in den Protokollen der Arvalbrüder unter den Anwesenden genannt (CIL VI 2102 p. 564). Nach der Thronbesteigung seines Schwiegersohnes (am 1. Januar 198 n. Chr.) legte dieser die Stadtpraefectur, die er bis dahin bekleidet hatte, nieder und ernannte zu seinem Nachfolger F. (Dio [der damals im römischen Senat war] ep. LXXIII 7, 1. 11, 5. Herodian. a. a. O. Hist. aug. a. a. O.). Selbstverständlich muß F. vorher Consul gewesen sein (bei Herodian wird er daher als ἀνὴρ τῶν ὑπατευκότων bezeichnet). Als sich schon nach wenigen Monaten die Praetorianer gegen Pertinax erhoben, schickte dieser den F. ins Praetorianerlager, um den Aufstand beizulegen. Mittlerweile wurde Pertinax ermordet (am 28. März 193. Hist. aug. Pert. 15, 6; vgl. Dio a. a. Ο. 10, 3), aber F. blieb im Lager und forderte die Truppen auf, ihn selbst zum Kaiser auszurufen. Doch kam auch Didius Iulianus zum Lager, und nun spielte sich der bekannte schändliche Vorgang ab, wie der Kaiserthron von Pertinax’ Mördern an die beiden Männer förmlich lizitiert wurde (vgl. Ammian. Marcell. XXVI 6, 14 praetoriani quondam post Pertinacis necem licitantem imperii praemia Iulianum susceperant), die einander in Versprechungen an die Soldaten zu überbieten suchten. Schließlich wurde Iulianus erhoben, weil er ein größeres Angebot machte, den Praetorianern auch versprach, die Begünstigungen, die sie unter Commodus genossen hatten, wiederherzustellen, und bei ihnen das Bedenken zu erregen wußte, Sulpicianus könnte als Kaiser den Tod seines Schwiegersohnes rächen. Doch empfahlen ihm die Soldaten, den F., dem sie wohl damit den Dank für seine Anerbietungen abstatten wollten, zu schonen, Dio LXXIII 11 (= Zonar. XII 7 p. 95 D.). Herodian. II 6, 4–10. Hist. aug. Iul. 2, 4–7. 3, 1. 2; vgl. Vict. Caes. 19, 1. Tatsächlich ließ Iulianus den F. am Leben, enthob ihn aber seines Amtes als Stadtpraefect, indem er ihm seinen Schwiegersohn Cornelius Repentinus als Nachfolger gab, Hist. aug. Did. Iul. 3, 6. Erst Kaiser Septimius Severus ließ nach der Besiegung des Clodius Albinus im J. 197 den F. nebst vielen anderen vornehmen Männern hinrichten; Dio LXXV 8, 4 führt von den 29 Senatoren, die damals der Rache des Kaisers zum Opfer fielen, nur Sulpicianus namentlich an, den er ausdrücklich als den Schwiegervater des Kaisers Pertinax bezeichnet. Der Biograph (Hist. aug. Sever, 13), der die [2619] Namen aller mitteilt (41 im ganzen, weil er wohl auch andere von Severus getötete Senatoren, vermutlich Anhänger des Didius Iulianus und Pescennius Niger, mitrechnet), nennt nur einen Claudius Sulpicianus (13, 4). Nun kennen wir aus dieser Zeit einen Claudius Sulpicianus, der gleichfalls in den Arvalakten des J. 183 (am 17. Mai, CIL VI 2099 ii 18) genannt ist, und zwar als einer von den pueris patrimis et matrimis senatorum filis; es liegt somit beim Biographen entweder eine Verwechslung mit diesem vor, oder sein voller Name war, wie schon Marini Atti Arv. II 391 vermutet hatte, Flavius Claudius Sulpicianus, und dann könnte der hier erwähnte Knabe sein Sohn sein, vgl. Groag o. Bd. III S. 2871 Nr. 359. Ein Zeugnis für seinen Besitz im Gebiete von Praeneste bildet CIL XIV 2838 = XV 7889, wo auf einer Bleiröhre der Name eines Sklaven des Fl. Sulpiciani eingeprägt ist. Über seinen Charakter äußert sich Dio LXXIII 7, 1 kurz, indem er sagt, F. sei würdig gewesen, die Stadtpraefectur zu bekleiden. Vgl. Borghesi Oeuvres IX 327f. Dessau Prosopogr. II 75f. nr. 245.

[Stein. ]

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185) T. F. Sulpicianus, Konsul (zwischen den J. 161 und 170 n. Chr. ?), Schwiegervater des Kaisers Pertinax. S XIV.