Zum Inhalt springen

RE:Erucius 6

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Sex. E. Clarus, cos. I suff. im J. 117, cos. II ord. und praef. urbi im J. 146
Band VI,1 (1907) S. 553555
Sextus Erucius Clarus in der Wikipedia
Sextus Erucius Clarus in Wikidata
Bildergalerie im Original
Register VI,1 Alle Register
Linkvorlage für WP   
* {{RE|VI,1|553|555|Erucius 6|[[REAutor]]|RE:Erucius 6}}        

6) Sex. Erucius Clarus (das Praenomen Plin. ep II 9, 1. CIL VI 678 [Sex. Eruccio Claro]. 1008. XV 7445. IG XIV 1084; der vollständige Name wäre [Sex. Eru]ciu[s] M. f. Quir(ina) Clarus, wenn Wilmanns Ergänzung desselben in der Inschrift CIL VIII 11451 [s. u.] richtig ist), Sohn des Erucius Clarus (Nr. 5) und der Septicia (Plin. ep. II 9, 4). Plinius erwirkte ihm von Traian (98–117) den latus clavus und später die Quaestur (Plin. ebd. 2), die er demnach als candidatus Augusti bekleidete (der Caesar noster des Plinius ist wohl Traian, da die Regierungszeit Nervas für den zwischen Erteilung des latus clavus und Quaestur vorauszusetzenden Intervall kaum ausreicht). Vielleicht noch vor dem J. 101 (vgl. Mommsen Herm. III 38ff.) gab sich Plinius viel Mühe, die Wahl seines Schützlings zum Volkstribunen durchzusetzen, und erbat hiezu die Fürsprache des Domitius Apollinaris (ebd., vgl. o. Bd. V S. 1347). Clarus hat ohne Zweifel den Tribunat und nachher die Praetur erlangt. Wir begegnen ihm wieder als Truppenkommandanten, anscheinend praetorischen Ranges, im Partherkriege Traians. Ende 116 oder zu Beginn des J. 117 eroberte er im Verein mit (Ti.) Iulius Alexander (Tulianus) die von den Römern abgefallene Stadt Seleucia und steckte sie in Brand (Dio LXVIII 30, 2; es ist wohl das große Seleucia am Tigris, nicht die unbedeutende Festung dieses Namens am Euphrat gemeint, wie Dierauer in Büdingers Unters, z. röm. Kaisergesch. I 175 annimmt). Dio bezeichnet beide als ὑποστράτηγοι, was man gewöhnlich mit ,Legionslegaten’ übersetzt; doch wendet er denselben Ausdruck auch für Befehlshaber höheren Ranges an (z. B. für Asellius Aemilianus, der als Proconsul von Asia das Heer des Niger befehligte, LXXIV 6, 2). Es wäre auffällig, wenn Clarus es damals noch nicht weiter als zum Legionslegaten gebracht hätte; er und Alexander könnten etwa auch Legaten der neu eroberten Provinzen (Mesopotamien, Assyrien oder Armenien) gewesen sein. Da in dem Consulnverzeichnis des Prosper (vgl. Mommsen Chron. min. I 255) nach den Consules ordinarii des J. 117 ein Consulnpaar Clarus et Alexander eingeschoben ist, nimmt man seit Norisius (Epist. consularis 2, 120) meist und vielleicht mit Recht – an, daß beide zur Belohnung ihrer Kriegstaten den Suffectconsulat für 117 erhielten, den sie wohl abwesend bekleideten (Alexander ist im J. 118 wieder in Rom, s. CIL VI 2078 = 32374). Aus der Regierungszeit Hadrians (117–138) hören wir von Clarus nichts. Es mag sein, daß das Schicksal seines Oheims [554] C. Septicius Clarus, der als Praefectus praetorio in Ungnade entlassen wurde (Hist. Aug. Hadr. 11, 3. 15, 2) auch seine Laufbahn ungünstig beeinflußt hat. Am 15. Oktober 138 – damals regierte bereits (seit 10. Juli) Antoninus Pius – war Clarus vielleicht im Senate zugegen (seinen Namen ergänzt Wilmanns unter den Zeugen des Senatusconsultum de nundinis saltus Beguensis, CIL VIII 270 = 11 451, s. o.; doch wären diese dann nicht ihrem Range nach verzeichnet, da Clarus, obwohl längst Consular, unter sieben Senatoren erst an fünfter Stelle, vor den Quaestoren, genannt wird, vgl. Dessau Prosopogr. II 39 nr. 69). Pius verlieh ihm die angesehenste senatorische Stellung des Praefectus urbi (Gell. noct. Att. VII 6, 12. XIII 18, 2; ein Reskript des Kaisers an Clarus, das von den Einbruchsdiebstählen handelt, wird von Paulus Dig. I 15, 3, 2 zitiert; vgl. Borghesi Oeuvr. IX 293f.). Vermutlich folgte er dem Ser. Cornelius Scipio Salvidienus Orfitus (s. o. Bd. IV S. 1507 Nr. 361) in der Praefectur, die er sicher noch verwaltete, als er im J. 146 zum zweitenmale die Fasces führte, als Jahresconsul zugleich mit Cn. Claudius Severus Arabianus (Hist. Aug. Sev. 1, 3. Gell. XIII 18, 2. CIL VI 678. 1008. IX 1617. IG XIV 1084 und die Fasten). Er starb noch unter Pius (vgl. Fronto ad Ant. Pium 3 p. 165 Naber), jedenfalls in hohem Alter, aber noch im Amte (vgl. Hist. Aug. Pius 8, 6) und zwar vor dem J. 158 (vgl. Borghesi 295). Sein Nachfolger in der Stadtpraefectur wird Q. Lollius Urbicus gewesen sein (Borghesi a. a. O.). Clarus war wohl der Vater des C. Erucius Clarus, Consuls im J. 170 (Nr. 4; die Zeitdifferenz scheint groß, aber auch der Sohn des Q. Pompeius Falco, eines Altersgenossen des Clarus, war erst im J. 169 Consul). Zu seinen Freunden gehörte Censorius Niger (Fronto a. a. O.; s. o. Bd. III S. 1910). Sein Wohnhaus in Rom wird an der Stelle des heutigen Arsenals gelegen haben, wo sich eine Wasserleitungsröhre mit seinem Namen fand (CIL XV 7445). Grabschrift eines Sklavenkindes de domu Eruci Clari: CIL VI 22471. Freigelassene aus seinem Hause dürften CIL II 4360 (Tarraco). V 8380 (Aquileia). VI 17284 (Rom), vielleicht auch X 2390 (Puteoli) und XII 1298 (Vasio) genannt sein.

Clarus war, wie es scheint, friedlichen wie kriegerischen Aufgaben in gleicher Weise gewachsen. Schon Plinius rühmt ihn als iuvenem probissimum, gravissimum, cruditissimum, omni denique laude dignissimum (ep. II 9, 3); Fronto bezeichnet ihn und Marcius Turbo als egregii viri, alter equestris alter Senatorii ordinis primarii (ad Ant. Pium 3 p. 165 N.). Einer Familie angehörig, die literarische Neigungen hatte – über seinen Vater vgl. Nr. 5; sein Oheim C. Septicius Clarus gab Plinius die Initiative zur Herausgabe seiner Briefe (Plin. ep. II) und empfing von Sueton die Widmung seiner Kaiserbiographien (Lydus de mag. II 6) – war auch Clarus ein gebildeter Mann (Plin. II 9, 3. Gell. XIII 18, 3), von lebhaftem Interesse für Literatur und Wissenschaft erfüllt. In jungen Jahren teilte er offenbar die Geschmacksrichtung seines Gönners Plinius; man erkennt dies schon aus der Art, wie Plinius ihm die Schriften des Pompeius Saturninus (vgl. Schanz Röm. Lit. II 2² 282) zur Lektüre empfiehlt [555] (ep. I 16 ; der Brief könnte allenfalls an Clarus Vater gerichtet sein). Später hat er jedoch die Wendung zum Archaismus mitgemacht, die der Zeit des Hadrian und Pius ihr literarisches Gepräge gibt. Ein vir morum et litterarum veterum studiosissimus (Gell. XIII 18, 2) gab er sich als Stadtpraefect, von dem Grammatiker Sulpicius Apollinaris beraten, mit Wortforschung ab (Gell. VII 6, 12) und vertiefte sich in die Reden des Censors Cato, zu denen er sich von Apollinaris Erläuterungen erbat (Gell. XIII 18).

[Groag. ]

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Band S VII (1940) S. 199
Sextus Erucius Clarus in der Wikipedia
Sextus Erucius Clarus in Wikidata
Bildergalerie im Original
Register S VII Alle Register
Linkvorlage für WP   
* {{RE|S VII|199||Erucius 6|[[REAutor]]|RE:Erucius 6}}        
[Abschnitt korrekturlesen]
S. 553 zum Art. Erucius:

6) Sex. Erucius Clarus starb im März 146 im Amte (fasti Ostienses Not. d. scav. 1934, 256f. = Ann. épigr. 1936, 98).

[Groag. ]
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band R (1980) S. 106
Sextus Erucius Clarus in der Wikipedia
Sextus Erucius Clarus in Wikidata
Bildergalerie im Original
Register R Alle Register
Linkvorlage für WP   
* {{RE|R|106||Erucius 6|[[REAutor]]|RE:Erucius 6}}        
[Abschnitt korrekturlesen]

6) Sex. E. Clarus, cos. I suff. im J. 117, cos. II. ord. und praef. urbi im J. 146 n. Chr. S VII.