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RE:Epigonoi 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Epigonoi, im Ptolemäerreich die Söhne der Söldner fremder Nationalität
Band VI,1 (1907) S. 68
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2) Ἐπίγονοι heißen im Ptolemaeerreiche die Söhne der über das ganze Land hin angesiedelten Söldner fremder Nationalität, der sog. κάτοικοι Diese sowie die ἐ. bildeten innerhalb eines jeden Nomos eine oder mehrere σημαῖαι, in deren Stammrollen sie geführt wurden, und hatten als militärischen Vorgesetzten einen Hegemon oder Hipparchen, für die Verwaltung einen Hypereten. Im Frieden konnten sie irgend ein bürgerliches Gewerbe treiben auch ausserhalb ihres Nomos, weshalb sie sich in die Stammrolle einer andern σημαία umschreiben lassen konnten; sie wurden von Staatswegen gelöhnt und verpflegt; in einem speciellen Falle wird Sold und Verpflegung eines ἐ. aus Memphis auf monatlich 150 Kupferdrachmen und 3 Artaben Getreide bestimmt, von letzteren eine in natura, die andern beiden zu je 100 Kupferdrachmen angerechnet. Nur für den Kriegsfall werden sie aufgeboten. Lumbroso Econ. polit. de l’Egypte sous les Lagides 225ff. Ob diese Einrichtung der ἐ. auch in den anderen Diadochenreichen bestanden hat, wissen wir nicht; im syrischen Reiche kennen wir für Kleinasien nur die κάτοικοι. (vgl. Herm. XXXII 522ff.). Im Heere Alexanders d. Gr. werden von Arrian.) VII 6, 1) als ἐ. die 30 000 παῖδες ἡβάσκοντες barbarischer Herkunft bezeichnet, die auf makedonische Art bewaffnet und ausgebildet waren und 324 zum Könige nach Susa kamen; aber hier wird eine irrtümliche Verwendung des Namens ἐ. durch Arrian angenommen (vgl. J. G. Droysen Alexander d. Gr. II² 252).