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RE:Dux

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Amtstitel
Band V,2 (1905) S. 18691875
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Dux, griechisch nur von Puristen στρατηγός (Iulian epist. 10 p. 379 A. Liban. epist. 511. Synes. epist. 78. 94. 130), gewöhnlich einfach δούξ genannt (Athan. vit. S. Anton. 85 = Migne G. 26, 961. Zosim. II 33, 3. BGU I 323. Nov. Iust. 25, 1. 102, 1. 103, 2. CIG 4789 a und sonst), ist erst durch Diocletian zum Titel eines dauernden Amtes geworden. In dieser Bedeutung scheint das Wort zuerst 289 vorzukommen (Eumen. paneg. II 3; vgl. Seeck Rh. Mus. XLIX 210); sicher nachweisbar ist es im J. 303 (Ephem. epigr. II 884; vom J. 310 Dessau 664; vielleicht noch früher CIL III 764). Vorher ist es nicht technisch, sondern bezeichnet in ganz allgemeinem Sinne den Feldherrn. So nennt die Hauptstadt von Dacien den Statthalter der Provinz M. Claudius Fronto, dem sie unter Marcus ein Denkmal setzt, auf dessen Inschrift fortissimus dux, amplissimus praeses (Dessau 1097), und CIL II 2634 steht dux legionis VII geminae piae fidelis neben legatus Augusti per Asturiam et Gallaeciam, obgleich jener Zusatz dem Amte des Legaten keinerlei neue Bestimmung hinzufügt; denn bei ihm verstand es sich von selbst, dass er die Legion, die regelmässig in seiner Provinz stand, befehligte. Nur dürfte, wo in dieser Art die Eigenschaft des D. ausdrücklich hervorgehoben wird (z. B. consulari et duci trium Daciarum CIL VIII 9365), damit wohl immer gemeint sein, dass die betr. Persönlichkeit sich kriegerische Lorbeeren erworben hatte (Dessau 1354. 1140. 2770. 2771. 2935). Eigentümlich ist die Titelreihe bei Dessau 2772: primipilo legionis II Italicae, duci legionis III Italicae, duci et praeposito legionis III Augustae. Wahrscheinlich bedeutet dies, dass der Primipilar eine Legion in einer Schlacht oder auch während eines ganzen Feldzuges kraft besonderen Auftrags anführte, ohne doch ihr ständiger Befehlshaber zu sein; dass er dann das ordentliche Commando einer anderen Legion erhielt und auch mit dieser sich an einem Kriege beteiligte. Auch sonst werden im 3. Jhdt. solche, die nicht kraft ihres Amtes, sondern auf ausserordentlichen Befehl die Führung von Truppen übernehmen, D. genannt, weil eine feste titulare Bezeichnung für sie fehlte (Dessau 2773: primipilo, duci legionum Daciae. 2935: duci exerciti Mysiaci aput Byzantium et aput Lugudunum, legato legionis I Italicae. 1142: duci vexillationum. 544: ein dux ducenarius leitet unter Gallienus die Befestigung von Verona). Ti. Claudius Candidus ist unter Marcus, nachdem er eben erst den Legionstribunat bekleidet hat, praepositus copiarum expeditionis Germanicae secundae, unter Severus als Praetorius dux exercitus Illyrici expeditione Asiana, item Parthica, item Gallica (Dessau 1140; ähnlich 1141). Hier erscheinen also die Worte praepositus und dux beide im Sinne des [1870] ausserordentlichen Befehlshabers, aber jenes für den minder bedeutenden. Doch wurde dieser Unterschied nicht regelmässig beobachtet, wie überhaupt für den officiellen Gebrauch von D. sich bis auf Diocletian keine ganz feste Regel ausgebildet hatte (B. Borghesi Oeuvres V 462).

Dieser hielt es für seine wichtigste Aufgabe, die Usurpationen, die in dem vorhergehenden Jahrhundert immer wieder das Reich in Bürgerkriege gestürzt hatten, für die Folgezeit unmöglich zu machen. Hierzu fand er darin das geeignetste Mittel, dass er die Macht der Statthalter schwächte, weil sie als Führer der Truppen ihrer Provinz dem Kaiser am gefährlichsten werden konnten. Diesem Zwecke diente neben der systematischen Verkleinerung fast aller Provinzen (Lact. de mort. pers. 7, 4. Mommsen Abh. d. sächs. Ges. d. Wiss. III 233; Abh. Akad. Berlin 1862, 489) auch die Abtrennung des militärischen Commandos von der civilen Verwaltung und Rechtsprechung. Vereinigt blieben sie nur in solchen Provinzen, die, von wilden Räuberstämmen umgeben oder durchsetzt, eines steten Belagerungszustandes bedurften und zugleich so unbedeutend waren, dass ihre Statthalter nie daran denken konnten, nach der Krone zu greifen, namentlich in Isaurien und Mauretanien. In dem letzteren finden wir noch unter Diocletian einen Praeses mit der Kriegführung beschäftigt Dessau 627. 628), und in beiden hat jene Vereinigung dauernd fortbestanden (Not. dign. or. XXIX 6. Nov. Iust. 27. Not. dign. occ. XXX 1. 11. 20). In Arabien dagegen scheint sie erst später nach diesen Vorbildern wiederhergestellt zu sein; denn der dux et praeses Arabiae besitzt ein gesondertes Officium als D. und ein zweites als Praeses (Not. dign. or. XXXVII 36. 43), was darauf hinweist, dass zwei geteilte Ämter, von denen jedes natürlich sein Officium besessen hatte, hier nachträglich in einer Hand vereinigt wurden; doch sind sie später wieder getrennt worden (Nov. Iust. 102). Auch in Sardinien findet sich 382 ein dux et praeses (Cod. Theod. IX 27, 3), in Tripolis 393 und 406 ein dux et corrector (Cod. Theod. XII 1, 133. XI 36, 33), womit zu vergleichen ist, dass bei Ammian. XXVIII 6, 11 eines Falles erwähnt wird, bei dem das militärische Commando dieser Provinz vorübergehend ihrem Praeses übertragen wurde. Weil die civilen und die militärischen Oberhäupter der Provinzen meist in wildem Hader lagen und dadurch die Verwaltung arg schädigten (Nov. Iust. 24, 1. Cod. Theod. I 7, 2), hat Iustinian noch eine lange Reihe solcher Vereinigungen durchgeführt, so dass von der diocletianischen Massregel seitdem wenig mehr übrig blieb (Nov. Iust. 24–31. 102. 103. Edict. Iust. 4. 8. 13).

Der D. ist anfangs ritterlichen Standes und führt den Titel vir perfectissimus (Ammian. XXI 16, 2. Dessau 701. 762. Ephem. epigr. II 884. V 301. CIL III 704. 3761-3764. 4039. p. 1059). Erst unter Valentinian I. erhält er Anspruch auf einen Sitz im Senat (Cod. Theod. VI 23, l. 24, 11) und wird damit vir clarissimus Dessau 770. Cod. Theod. I 7, 3. XII 1, 113. Cod. Iust. I 27, 2 § 20. 23. 26. 29. 32). Daneben steht ihm aber auch der Titel vir spectabilis zu (Cod. Theod. VII 4. 30. VIII 4, 27. Nov. Iust. 102, 1. 103, 2. Not. dign. or. XXXI–XLII; occ. XXX–XLI), weil er dem [1871] Vicar an Rang gleichsteht (Cod. Theod. VI 16, 1). Wie dessen Amt im civilen Dienste, so bezeichnet der Ducat im militärischen nach der Rangordnung Valentinians die Stufe, welche zwischen Consularitas und Proconsulat liegt (Cod. Theod. VI 13, 1. 14, 3. 16, 1. 23, 1. 24, 11). Doch hinderte dies nicht, dass diejenigen, welche D. gewesen waren, zeitweilig den Leistungen der Praetur unterworfen wurden (Cod. Theod. VI 4, 28. 26, 13). Wenn der D. den Comestitel erhält, was nicht selten vorkommt, so gilt dies zwar als Ehre, verändert aber weder seinen Rang, noch seine Obliegenheiten, weshalb auch duces et comites als im wesentlichen gleichbedeutend oft zusammen genannt werden (Cod. Theod. I 7, 3. VI 14, 3. VII 1, 9. 18. VIII 7, 11. XII 1, 128). Nur vorübergehend hatten die Comites von Ägypten und von Pontus, aber nicht die der andern Militärprovinzen, einen etwas höheren Rang (Cod. Theod. VI 13, 1. 14, 3), d. h. sie wurden unter den Civilbeamten dem Comes Orientis gleichgestellt (Cod. Theod. VI 10, 3). Die D. bestimmter Provinzen führen jenen Titel regelmässig, anderen wird er als persönliche Gunst verliehen (Bd. IV S. 663). In der Regel wird man vom Tribunat, d. h. vom Commando eines einzelnen Truppenkörpers, sogleich zum Ducat befördert (Ammian. XXIV 1, 9. XXX 7, 3. Hist. Aug. Claud. 14, 15), weshalb auch Tribunen, wenn sie als solche aus dem Dienste ausscheiden, oft mit der Würde des D. entlassen werden (Cod. Theod. VI 13, 1 24, 11). Da sehr häufig bei ihnen barbarische Namen vorkommen Dessau 701. CIL III 3761. Cod. Theod. VII 1, 15. VIII 5, 57. IX 42, 18. XI 30, 43. XV 1, 13 und sonst), wird ein grosser Teil der D. aus niederem Stande durch Tapferkeit emporgekommen sein (Ammian. XXV 1, 2. XXX 7, 3); doch gab es auch solche, die ohne vorhergehenden Militärdienst zu dieser Stellung erhoben wurden (Cod. Theod. VI 4, 28. 26, 13). Aus den D. gingen die Magistri militum hervor (Ursicinus Cod. Iust. IV 42, 1. CIL III p. 1059. Ammian. XIV 9,1. 3), doch pflegte ihnen vorher wohl meist ein Commando übertragen zu werden, das mit dem Comestitel verbunden war (Ammian. XXIII 3, 5; Nannienus comes Ammian. XXVIII 5, 1; magister militum Greg. Tur. II 9).

Der D. hat mit der Verwaltung der Provinz nichts zu thun, sondern nur für ihren militärischen Schutz zu sorgen (Cod. Theod. VII 1, 9). Wenn sie an der Grenze liegt, heisst er daher mit seinem vollen Titel nicht d. procinciae illius, sondern d. limitis provinciae illius (CIL III 764. Dessau 762. Not. dign. occ. I 38. 39. Hist. Aug. XXX tyr. 3, 9. 29, 1; Aurel. 13, 1; Firm. 3, 1. 7, 2. Nov. Theod. 24. 1. Cod. Theod. VII 11, 2. 22, 5. VIII 5, 52. XII 1, 133. XV 1, 13 11, 2). Weil es aber auch im Innern des Reiches Provinzen giebt, die einer ständigen Besatzung und daher auch eines D. bedürfen, unterscheidet man comites et duces diversarum provinciarum et limitum (Cod. Theod. I 7, 3. Dessau 701). Übrigens wird es mit dieser Terminologie nicht gar zu genau genommen. Dem Befehl des D. unterstehen ausschliesslich diejenigen Truppen, welche in dauernde Standquartiere gelegt sind (riparienses, limitanei, duciani Nov. Theod. 4. 24). Die Palatini und Comitatenses sind alle unter das unmittelbare Commando [1872] der Magistri militum gestellt (Not. dign. passim), und wenn sie vorübergehend einem anderen Feldherrn anvertraut wurden, scheint man diesen, falls er D. war, regelmässig durch den Comestitel ausgezeichnet zu haben (Not. dign. occ. VII 40. 118. 135. 140. 153. 179. 199. 206). Da dies aber nur durch die Notitia dignitatum beglaubigt wird, so ist es fraglich, ob es auch schon für das 4. Jhdt. gilt. Jedenfalls findet sich noch aus dem J. 400 ein Gesetz, das den D. verbietet, Soldaten aus den Comitatenses oder Palatini in einen höher berechtigten Truppenteil zu versetzen (Cod. Theod. VII 1, 18), wonach es scheint, dass jene ihnen, wenn auch vielleicht nur zeitweilig, untergeben waren. Im J. 492 verfügt dann Kaiser Anastasius, dass die Marschtruppen in jeder Beziehung dem D. unterstehen sollen, in dessen Provinz sie sich befinden (Cod. Iust. XII 35, 18).

Die Gesetze über die Aushebung sind niemals an Duces, sondern meist an Civilbeamte, namentlich die Praefecti praetorio gerichtet (Cod. Theod. VII 13). Die Stellung von Recruten galt eben als Vermögenslast der Grundbesitzer und wurde daher von denjenigen veranlasst und geleitet, die auch für das Einlaufen der sonstigen Steuern zu sorgen hatten (Seeck Geschichte des Untergangs der antiken Welt II 45). Dagegen haben die D. die Neuausgehobenen entgegenzunehmen und in die einzelnen Truppen einzustellen (Nov. Theod. 24, 1. Cod. Theod. VII 13, 1. 22, 5. VIII 4, 4; vgl. VII 1, 18). Auch für die Verpflegung ihres Heeres sind sie auf die Mitwirkung des Vicars angewiesen, ja ohne dessen Erlaubnis dürfen sie nicht einmal über die Vorräte der Magazine verfügen (Cod. Theod. VII 4, 3). Doch beaufsichtigen sie die Verteilung des Gelieferten (Cod. Theod. VII 4, 30. XI 25, 1) und empfangen für diesen Zweck die Naturalien von den Primipilares, die aus den civilen Officia hervorgehen (s. Primipilus). Den Erpressungen, zu denen dies Anlass gab, suchte schon Constantin d. Gr. dadurch vorzubeugen, dass er die Primipilares anwies, sie durch eine feste Sportel an die D. abzukaufen (Cod. Theod. VIII 4, 6), die durch Iulian auf 50 Pfund Silber oder 200 Solidi (= 2538 Mark) fixiert wurde (Cod. Theod. VIII 4, 9. 27). Später wird ihnen auch gestattet, den neunten Teil von der Annona der Soldaten als Sportel zurückzubehalten (Nov. Theod. 24. 2). Über ihren Verbrauch an Geld und Naturalien hat ihr Officium alle vier Monate Rechnung abzulegen, und zwar dem Praefectus praetorio (Cod. Theod. XI 25), obgleich die D. in jeder anderen Beziehung den Magistri militum untergeben sind (Nov. Theod. 24, 1. 2. Cod. Iust, XII 59, 8. Dessau 762. Cod. Theod. I 7, 2. VII 1. 9. 18. 17, 1. 20, 13. XII 1, 113. XV 11, 1). Doch entsprach es der Politik Diocletians, in allem, was den Unterhalt der Soldaten betrifft, die D. von den Civilbeamten abhängig zu machen, damit dieser Mangel an Selbständigkeit ihre Macht schwäche. Die Gerichtsbarkeit in der Provinz war zwischen dem D. und dem Vicar oder dem Statthalter geteilt, je nachdem es sich um civile oder militärische Angelegenheiten handelte (Cod. Theod. I 15, 7. II 1, 2. 9. Mommsen Herm. XXIV 259. 267). Dass dies Verhältnis zu steten Conflicten Anlass [1873] gab, versteht sich von selbst (Cod. Theod. I 7, 2. VIII 4, 4. Nov. Iust. 24, 1).

Der D. hat in erster Linie für die Wehrfähigkeit seiner Provinz zu sorgen. Er leitete daher den Bau von Castellen (Cod. Theod. XV 1, 13. Nov. Theod. 24, 1. Dessau 762. 770) und, wenn sein Gebiet an einem der grossen Grenzströme liegt, auch von Kriegsschiffen (Cod. Theod. VII 17, 1. Nov. Theod. 24, 1). Wie sie gegen die Barbaren zu kämpfen haben, so empfangen sie auch zunächst deren Gesandtschaften und dirigieren sie an den Kaiserhof (Cod. Theod. VII 1, 9. VIII 5, 57. XII 12, 5). Für diesen Zweck dürfen sie auch den Cursus publicus in Anspruch nehmen, dessen Benützung ihnen sonst untersagt ist (Cod. Theod. VIII 5, 52. 57. 66). Doch werden im orientalischen Reichsteil jedem eine bestimmte Anzahl von Benützungsscheinen (evectiones) jährlich zugeteilt, mit denen er sich einzurichten hat (Not. dign. or. XXVIII 54. XXIX 18. XXX 6. XXXI 75. XXXII 52. XXXIII 43. XXXIV 56. XXXV 42. XXXVI 44. XXXVII 52. XXXVIII 46. XXXIX 43. XL 50. XLI 47. XLII 51). Nicht nur gegen den äusseren Feind, sondern auch gegen inneren Aufruhr müssen sie das Reich schützen und werden daher oft benutzt, um mit Soldatengewalt gegen die Opfer der Heiden oder die Gottesdienste der Haeretiker einzuschreiten (Cod. Theod. XVI 2, 31. 5, 51. 56. 10, 8. 11 und sonst). Aber auch die Jagd der wilden Tiere, deren der Kaiser für die Spiele der Hauptstadt bedarf, lassen sie durch ihre Soldaten besorgen (Cod. Theod. XV 11).

Ihr Officium, das, wie bei allen anderen Beamten jener Zeit, für die Handlungen des D. mitverantwortlich war (Cod. Theod. VII 4, 30. VIII 1, 16. 5, 57. 66. XI 25, 1. XV 11, 1. 2), empfing seinen Princeps zeitweilig aus den Agentes in rebus (Cod. Theod. VI 28, 8. Not. dign. or. XXVIII 48. XXXI 69. XXXII 46. XXXIV 50. XXXV 36. XXXVI 38. XXXVII 37. XXXVIII 40), zeitweilig aus den Officia der Magistri militum (Cod. Theod. I 7, 3. Not. dign. occ. XXV 38. XXVI 22. XXVIII 23. XXIX 7. XXX 21. XXXI 33. XXXV 36. XXXVI 7. XXXVII 31. XL 58. XLI 27), zeitweilig ging er aus der Mitte des Officiums selbst hervor (Not. dign. or. XXIX 10. XXXIX 37. XL 38. XLI 41. XLII 45; occ. XXXII 61. XXXIII 67. XXXIV 48. XXXVIII 11). Den Bestand der Officia bieten die angeführten Stellen der Notitia dignitatum und die Verfügungen Iustinians über die Organisation des neueroberten Africa, wo auch das Gehalt der D. und ihrer Officialen verzeichnet ist (Cod. Iust. I 27, 2).

Die Grenzen der Ducate fallen meist mit denen der Provinzen zusammen, oft aber umfassen sie auch mehrere derselben; z. B. hat die Teilung von Palaestina in eine prima, secunda und tertia das Gebiet des D. unberührt gelassen (Cod. Theod. VII 4, 30). Übrigens scheint in der Umgrenzung der Militärprovinzen ein sehr häufiger Wechsel eingetreten zu sein. So begegnet uns unter Constantin d. Gr. ein dux Aegypti et Thebaidos utrarumque Libyarum Dessau 701). dessen Wirkungskreis später unter drei Duces verteilt ist. Zeitweilig waren die beiden Germanien unter einem Comes vereinigt (Bd. IV S. 654), Africa und Mauretania Caesariensis unter einem D. (Ephem. [1874] epigr. V 301), und ebenso scheinen Skythien und Moesien im J. 412 unter demselben D. gestanden zu haben (Cod. Theod. VII 17). Wir gehen diesen Veränderungen nicht im einzelnen nach, sondern begnügen uns damit, die uns bekannten D. in alphabetischer Reihenfolge zusammenzustellen, wobei wir in Bezug auf diejenigen, welche dauernd oder zeitweilig den Comestitel führten, auf Bd. IV S. 663 verweisen können:

Aegypti, Cod. Theod. I 7, 2. XI 24, 1. 30, 43. XII 12, 5. Iulian. epist. 10 p. 379 A. Ammian. XXII 11, 2. XXIII 3, 5. XXIV 1, 9. Dessau 701; vgl. Bd. IV S. 636;
Africae s. Bd. IV S. 637, 51;
Arabiae, Not. dign. or. I 48. XXXVII. Nov. Iust. 102;
Armeniae, Not. dign. or. I 50. XXXVIII. Cod. Theod. VII 1, 15. VIII 5, 57; vgl. Bd. IV S. 639;
Armoricani et Nervicani tractus, Not. dign. occ. I 45. XXXVII;
Belgicae secundae, Not. dign. occ. 146. XXXVIII;
Brittanniarum, Not. dign. occ. I 48. XL. Ammian. XXVII 8, 1; vgl. Bd. IV S. 640;
Byzacenae, Cod. Iust. I 27, 2 § 23;
Daciae ripensis, Not. dign. or. I 55. XLII. Cod. Theod. XV 1, 13;
Euphratensis et Syriae, Not. dign. or. I 44. XXXIII. Cod. Theod. VII 11, 2. XV 11, 2;
Germaniae primae, Not. dign. occ. I 47. XXXIX; vgl. Mogontiacensis und Bd. IV S. 654;
Isauriae s. Bd. IV S. 656;
Libyarum, Not. dign. I 40. XXX. Cod. Theod. VIII 1, 16. Vgl. Dessau 701 und Bd. II S. 1151, 30;
Mauretaniae Caesariensis, Not. dign. occ. I 38. XXX. Cod. Iust. I 27, 2 §29; vgl. Bd. IV S. 637, 51;
Mesopotamiae, Not. dign. or. I 47. XXXVI. Cod. Theod. VII 22, 6. VIII 4, 4. Cod. Iust IV 42, 1;
Moesiae primae, Not. dign. or. I 56. XLI; vgl. Cod. Theod. VII 17, 1;
Moesiae secundae, Not. dign. or. I 52. XL; vgl. Cod. Theod. a. O.;
Mogontiacensis, Not. dign. occ. I 49. XLI;
Nervicani tractus s. Armoricani;
Norici s. Pannoniae primae;
Numidiae, Cod. Iust. I 27, 2 § 26; vgl. Bd. IV S. 637, 51;
Osrhoenae. Not. dign. or. I 46. XXXV. Cod. Theod. XVI 10, 8;
Palaestinae, Not. dign. or. I 45. XXXIV. Cod. Theod. VII 4, 30;
Pannoniae primae et Norici ripensis. Not. dign. occ. I 40. XXXIV;
Pannoniae secundae, Saviae, Not. dign. occ. I 41. XXXII. Ephem. epigr. II 884;
Phoenices. Not. dign. or. I 43. XXXII;
Raetiae primae et secundae, Not. dign. occ. I 43. XXXV;
Sardiniae, Cod. Theod. IX 27, 3. Cod. Iust. I 27, 2 § 32;
Saviae s. Pannoniae secundae;
Scythiae, Not. dign. or. I 53. XXXIX. Cod. Theod. VII 17, 1. CIL III 764;
Sequanicae, Not. dign. occ. I 44. XXXVI; [1875]
Syriae s. Euphratensis;
Thebaidos, Not. dign. or. I 41. XXXI; vgl. Dessau 701;
Tripolitanae, Not. dign. occ. I 39. XXXI. Cod. Theod. XI 36, 33. XII 1, 133;
Valeriae ripensis, Not. dign. occ. I 42. XXXIII. Dessau 762.

Mommsen Herm. XXIV 266. Seeck Geschichte des Untergangs der antiken Welt II 82.

[Seeck. ]