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RE:Denicales feriae

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Reinigung der Familie nach dem Begräbnis
Band V,1 (1903) S. 219220
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Denicales feriae (Fest. p. 242 b, 29 denecales; nach Cic. de leg. II 55 a nece) heisst die Ceremonie, durch welche die nach dem Begräbnis noch als funesta geltende Familie gereinigt wird. Fest. ep. p. 70. 9 denicales feriae colebantur, cum hominis mortui causa familia purgabatur. Nach Cic. de leg. a. a. O. wird dabei den Laren ein Hammel geopfert, nach Varro de l. l. V 23 (vgl. Cic. a. a. O.) das os resectum, das der zu verbrennenden Leiche abgeschnittene Glied, begraben [220] (s. weiter unten). Irrtümlich werden die, f. d. von Preller (Römische Myth. II 97) mit dem novemdial (s. d.) von Lübbert (Comment. pontif. p. 76) mit dem – unmittelbar nach der Bestattung am Grabe stattfindenden – silicernium (s. d.) identificiert; irrig ist es auch, wenn du Mesnil (zu Cic. de leg. a. a. O.) die d. f. für ein jährliches Erinnerungsfest hält, und wenn Marquardt (Privatleben 378) annimmt, sie seien auf den Begräbnistag gefallen. Letztere Annahme wird widerlegt durch Gell. XVI 4, 3f. militibus autem scriptis dies praefinibatur, quo die adessent et citanti consuli responderent; deinde concipiebatur iusiurandum, ut adessent, his additis exceptionibus: nisi harunce quae causa erit: funus familiare feriaeve denicales, quae non eius rei causa in eum diem conlatae sint, quo is eo die minus ibi esset morbus sonticus auspiciumve, quod sine piaculo praeterire non liceat, sacrificiumve anniversarium, quod recte fieri non possit, nisi ipsus eo die ibi sit, vis hostesve, status condictusve dies cum hoste. Da hier sonst durch ve immer etwas Neues, nicht blos dem Namen nach Verschiedenes eingeführt wird, so sind jedenfalls auch die beiden durch ve verbundenen Tage des funus und der f. d. nicht identisch. Auch in der Lex Ursonensis (CIL II 5439 Tb. III 2, 33, vgl. 23) werden offenbar funus und f. d. geschieden. Aus Cic. de leg. II 55 (eas in eos dies conferre ius, ut nec ipsius neque publicae feriae sint) ergiebt sich, dass die Wahl des Tages freistand und nur das Zusammenfallen mit den feriae publicae und privatae zu vermeiden war. Es liegt indes in der Natur der Sache, dass man die f. d., d. h. die Reinigung der Familie, bald nach dem funus angesetzt haben wird. De Marchi (Il culto privato di Roma antica I 195) hat zwar richtig gesehen, dass die Gelliusstelle es verbietet, die f. d. auf den Tag des funus zu verlegen, meint aber irrig, sie seien auch nicht mit der Beerdigung des os resectum zusammengefallen. Dass letzteres doch der Fall war, zeigt, wie Lübbert a. a. O. erkannt hat, Varro. a. a. O.; nach dieser Stelle bleibt die Familie funesta bis zur Bestattung des os resectum, während nach Fest. a. a. O. eben die f. d. die Unreinheit der Familie beenden. Nach Interpol. Serv. Georg. I 270 (vgl. Corp. gloss. ed. Goetz V 189, 5 = VI 1, 322) war die Bewässerung einer Wiese oder eines Ackers an den f. d. verboten, überhaupt war der Tag ein Ruhetag, auch für die Haustiere (Colum. II 22, 5); für die Soldaten galt er, ebenso wie das funus selbst, als stichhaltige Entschuldigung für eine Nichtbefolgung der Stellungsordre (Gell. a. a. O. Lex Urs.). De Marchi a. a. O. bezeichnet als f. d. auch die dreitägigen feriae, die für einen auf einem Schiffe Gestorbenen und ins Meer Geworfenen geboten waren, doch ist es sehr zweifelhaft, ob darauf der Name übertragen werden darf, da nach Cic. de leg. II 57 die Familie in diesem Falle als pura galt (quod os supra terram non extaret).

[Samter. ]