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RE:Cannenefates

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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German. Volk
Band III,2 (1899) S. 1484
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Cannenefates, germanisches Volk, welches gemeinsam mit den Batavern, denen sie stammverwandt waren, die insula Batavorum (s. Batavi) bewohnte (Plin. n. h. IV 101 nobilissima Batavorum insula et Cannenefatium. Tac. hist. IV 15 ad Caninefates [so die Hs.] . . . ea gens partem insulae colit, origine lingua virtute par Batatis, numero superantur). In welchem Teil der Insel sie wohnten, wird nicht angegeben, vielleicht im Westen (Zeuss Die Deutschen 102). Von Tiberius unterworfen (Vell. II 105 intrata protinus Germania subacti Caninifates Attuari Bructeri) handelten sie später mit den Batavern immer gemeinschaftlich (Tac. hist. IV 16. 19. 32. 56. 79. 85) und leisteten wie diese den Römern Kriegsdienste. Bekannt ist die ala I Cannenefatium civium Romanorum (s. Bd. I S. 1236), die zuerst von Tac. ann. IV 73 (alam Canninefatem, sie gehörte im J. 28 zum Heere von Germania inferior), dann mehrfach auf Militärdiplomen und andern Inschriften erwähnt wird. Als bestbeglaubigte Namensform muss gelten Cannenefates, so bei Plin. a. O. Tac. hist. IV 32. 56. 79. 85 (dagegen Canninefates oder Caninefates ann. IV 73. XI 18; hist. IV 16. 19). Militärdiplome CIL III p. 852. 1960. 1965 = Dessau Inscr. sel. 1992. 1995. 1998 (aus den J. 74. 82. 90). Sonst bieten die Inschriften Cannanefates CIL III p. 881. 1986. XI 2699. Bonn. Jahrb. LXXXII 23 ci(vis) Cannan(efas); Cananef(as) auf dem Mausoleum von Adamklissi, Verhandl. d. 43. Phil. Vers., Köln 1895, 198; Cannenafatium Brambach CIRh. 968 (bei Mainz); Cannef. Rev. arch. 3 s. XVII 216 pl. IV. V = Dessau 2005 = CIL III Suppl. p. 1985 (vom J. 148); Canafatium CIL V 5006, abgekürzt Cann. CIL III Suppl. p. 1978. V 4391. Die Lesart Channinefates ist ohne Gewähr, falls nicht die von Freudenberg Bonn. Jahrb. LIII 173 veröffentlichte Inschrift mit Mercuri Channini auf dieses Volk zu beziehen ist (s. Channinus). Nach R. Much Deutsche Stammsitze 152ff. bedeutet der Name ,die erfahrenen, kühnen‘ oder auch ,die erprobten Reiter‘ (?); vgl. Hirt Beiträge z. Geschichte der deutschen Spr. u. Litt. XVIII 517 und Much ebd. XX 11. Vgl. auch J. Becker Bonn. Jahrb. XV 101ff. J. Grimm Gesch. d. deutschen Sprache II³ 407f. Bergk Zur Gesch. u. Topogr. d. Rheinlande 113.

[Ihm. ]