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RE:Cannae

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Ort i. Apulien
Band III,2 (1899) S. 14831484
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GND: 4085135-7
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Cannae (Κάνναι), Ort in Apulien nahe am Flusse Ofanto, bekannt durch die furchtbare Niederlage, welche die Römer am 2. August 216 v. Chr. von Hannibal erlitten. Polyb. III 107. 113. IV 1. Liv. XXII 43. 46. 49. Appian. Hannib. 17. 20f. Flor. II 6. Strab. VI 285. Cic. Tusc. I 37; de offic. III 11. Silius Ital. VIII 624. Während es bei Beschreibung der Schlacht von Livius und Florus als Vicus bezeichnet wird (Mommsen vermutet, es sei das von Strabon genannte ἐμπόριον τῶν Κανυσιτῶν, s. u. S. 1502), scheint es später Stadtrecht besessen zu haben (Appian. b. c. I 52. Plin. III 105). Erwähnt noch von Prokop. bell. Goth. III 18. Unbedeutende Ruinen auf einem noch jetzt Monte di Canne genannten Hügel, halbwegs zwischen Canosa und Barletta. Im Mittelalter war C. Bischofssitz (Ughelli Ital. Sacra VII 788f.), wurde aber 1276 zerstört (auf einen blutigen Kampf aus der Normannenzeit bezieht sich der Name eines Feldstücks Pezza di sangue, den man verkehrterweise mit dem römischen Schlachtfelde hat in Verbindung bringen wollen). Die Frage nach der Lage des Schlachtfeldes ist in neuerer Zeit viel behandelt: auf das linke Ufer des Aufidus verlegen sie u. a. Schillbach (De Cannis et pugna Cannensi, Progr. Neuruppin 1860) und Stürenburg (De Romanorum cladibus Trasumenna et Cannensi, Progr. Leipzig 1883), auf das rechte (sehr viel wahrscheinlicher) Hesselbarth (De pugna Cannensi, Diss. Göttingen 1874), J. L. Strachau-Davidsohn (Selections from Polybius, Oxford 1888), A. Wilms (Die Schlacht bei Cannae, Progr. Hamburg 1895). Lateinische [1484] Inschriften aus C. CIL IX 317–323. Vgl. Romanelli Topografia istorica del regno di Napoli II (1818) 271ff.