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RE:Antoninus 17

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Liberalis, Verf. d. Schrift metamorphoseon synagoge, nicht vor dem 2. Jh. n. Chr.
Band I,2 (1894) S. 2572 (IA)–2573 (IA)
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17) Antoninus Liberalis, Verfasser einer Schrift μεταμορφώσεων συναγωγή, die, wie der Titel besagt, Verwandlungsgeschichten in Prosa enthält. Sie umfasst 41 Kapitel. Erhalten ist dies Buch einzig in einer Heidelberger Miscellanhandschrift, dem Palat. 398, der aus drei Sammlungen kleinerer geographischer, paradoxographischer und epistolographischer Werke besteht. Xylander Ausgabe p. 4. Bast Lettre critique 2. 4. Keller Rer. nat. script. graec. p. VIIIff. C. Müller Geogr. Gr. min. I p. XVI. Eben diese Hs. giebt brauchbare Handhaben zur Ermittelung der Quellen des A. Die Mehrzahl der Geschichten ist am oberen und am unteren Rande der Blätter mit [2573] Quellenangaben versehen. Diese Scholien, die, meist mit genauer Anführung des Titels, bald einen bald mehrere Autoren als Quellen des A. notieren, bisweilen auch feststellen, dass die Vorlage des A. nicht mehr aufzutreiben war, rühren nicht, wie man ehedem annahm, von A. selbst her, sondern von einem Scholiasten, der noch in vorbyzantinischer Zeit gelebt haben muss (kaum nach dem 3. Jhdt.). Derselbe Mann hat in gleicher Weise den in derselben Hs. überlieferten Parthenios mit Quellenangaben versehen: also ist schon in früher Zeit A. mit Parthenios zusammen überliefert worden. Das Buch, dem der unbekannte Scholiast Autorennamen und Titel entnahm, ist der Λειμών des Pamphilos gewesen. Besonders häufig werden als Quellen die Ἑτεροιούμενα des Nikander (O. Schneider Nicandrea 43ff.) und die Ὀρνιδογονία der Boio namhaft gemacht. Indessen die neuerdings laut gewordene Ansicht, dass A. im wesentlichen Nikander und Boio zu Grunde gelegt habe, ist nicht zu erweisen. Vielmehr sind viele Erzählungen aus mehreren Quellen contaminiert.

Die Zeit des A. ist aus seiner Sprache zu erschliessen. Sie ist reich an poetischen Worten, die in der späteren griechischen Prosa häufig sind, desgleichen an Ionismen, sie kennt viele Wörter, die vor den jüdischen Schriftstellern und vor Plutarch überhaupt nicht vorkommen, so dass A. schwerlich vor dem 2. Jhdt. n. Chr. geschrieben haben wird. Ausgaben: von Xylander (Bas. 1568), A. Berkel (Lugd. Bat. 1674. 1699), Th. Gale (Hist. poet. script., Par. 1675), Th. Muncker (Amst. 1676), G. Walch (Lips. 1768), H. Verheyk (Lugd. Bat. 1774), L. H. Teucher (Lips. 1791), G. G. Koch (Lips. 1832), A. Westermann (Myth. graec., Braunschw. 1843). Hauptschriften: F. J. Bast Lettre critique sur Antoninus Liberalis (Paris 1805; lat. Übersetzung: Epist. crit. super Antonino Liberali, Lips. 1809). Hercher Herm. XII 306ff. E. Oder De Antonino Liberali, Diss. Bonn 1886. Eine neue Ausgabe ist Bedürfnis.