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RE:Amasis 5

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Töpfer in Athen 550-530 v. Chr., bemalte Amphoren und Krüge
Band I,2 (1894) S. 1748 (IA)–1749 (IA)
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5) Griechischer Töpfer, der in Athen zwischen 550 und 530 v. Chr. arbeitete und aus dessen Werkstatt sich mit schwarzen Figuren bemalte Amphoren und Krüge auf der Burg von Athen und in Etrurien gefunden haben. Die mit Ἄμασις μεποίεσεν signierten Gefässe sind aufgezählt bei Klein Vasen m. Meistersignaturen² 43, abgebildet Wiener Vorlegebl. 1889 Taf. III u. IV 1–4; doch kann die Amphora Klein nr. 2 = Brit. Mus. B 209 (Memnon zwischen Aithiopen) nicht für ein Werk des A. gelten. Unsignierte Vasen haben nachgewiesen Studniczka Ἐφημ. ἀρχ. 1886, 123, vgl. Taf. VIII 3 und Furtwängler Arch. Anz. 1893, 83, 13.

A. ist ein Hauptvertreter des strengen Archaismus. Gegenüber der rotfigurigen Technik, die noch bei seinen Lebzeiten in Athen Einfluss gewinnt, hält er grundsätzlich an der schwarzfigurigen ‚Manier‘ fest; sein einziges Zugeständnis an die moderne Richtung ist, dass er gelegentlich die Fleischteile der Frauen thongrundig lässt und nur mit Pinselcontur umzieht. Im Übrigen verzichtet er auf jeden Versuch mit der grossen Malerei zu wetteifern, betont vielmehr durch die ornamentale Strenge seiner wenig inhaltreichen Compositionen und durch die peinlichste Sorgfalt der Ausführung den dekorativen Charakter der Topfmalerei. Die Muster, an denen er seinen Stil bildete, scheinen Metallgravierungen gewesen zu sein.

A. gehört, wie sein Name lehrt, zu den zahlreichen unter Pisistratus nach Athen eingewanderten Handwerkern, seine Heimat lag östlicher. Als erster unter den signierenden attischen Töpfern verwendet er die im Bereich der ionischen Kunstübung ausgebildete Form und Dekoration der Amphora (Bauch ungefirnisst, Palmetten-, Lotos- und Volutenornament unter den Henkeln, Knospenfries über den Strahlen, gesonderte Dekoration der gegen den Hals scharf abgesetzten Schulter, vgl. z. B. die chalkidische Amphora München 698). Ebenso entsprechen die geschlossenen Gruppen, der unbärtige Perseus, der Gorgonentypus, das Pantherfell der Maenade, die Panzer mit Schulterklappen, der Helm mit φάλος (Loeschcke Festschrift d. Vereins d. Altertumsfreunde i. Rheinland 1891, 10) und andere Eigentümlichkeiten seiner Darstellungen ionischem Gebrauch und sind für Athen meist Neuerungen.

Studniczka hat a. a. O. vermutet, A. stamme aus Naukratis. Der Name und die ägyptischen Franzenkleider, die er malt (die aber als Modetracht weiteste Verbreitung gefunden haben können), waren dieser Annahme günstig. Die Ausgrabungen von Flinders-Petrie haben aber gelehrt, dass zur Zeit der schwarzfigurigen Vasenmalerei Naukratis gegenüber Athen durchaus der empfangende Teil war und dass die dort heimischen Töpfer in anderem Stil arbeiteten. Die Vaterstadt des A. ist zur Zeit nicht sicher zu bestimmen, doch scheint es mir naheliegend, an Samos zu denken.

Einen zweiten Vasenmaler des Namens A. hat man mit Unrecht auf Grund einer Inschrift angenommen, die auf den Fuss einer rotfigurigen Schale des Cab. des médailles aufgemalt und bei Luynes Vases pl. 44 abgebildet ist. Sie lautet: ⁝Κλεοφράδες⁝ἐποίεσεν⁝Ἀμασ… Nach einer Lücke [1749] von etwa sieben Buchstaben folgt der Rest eines Σ, der unmittelbar vor den ersten Punkten steht. Dieser Thatbestand verhindert die Ergänzung Ἄ. ἔγραφΣεν. Auch der Vorschlag von Klein Lieblingsinschriften 50, Ἄ. καλός zu lesen, hat wenig Wahrscheinlichkeit, da der Fuss der Vase für die Meistersignatur reserviert worden zu sein scheint. Am besten verträgt sich mit den angeführten Thatsachen die Ergänzung von Six Röm. Mitt. 1888, 233 ΑΜΑΣ[ΙΟΣ⁝ΗVV]Σ. Darnach würde Kleophrades, der mit dem jungen, vermutlich gleichfalls aus Samos stammenden Duris, dem Maler der Perserkriege, in Geschäftsverbindung stand, ein Sohn des ‚Manieristen‘ A. gewesen sein, eine Annahme, der von Seiten der Vasenchronologie nichts im Wege steht. Über unsignierte Vasen des Kleophrades (er nennt ihn Amasis II.) vgl. Hartwig Meisterschalen 400. Hartwig glaubt einen semitischen Zug in den Gesichtern dieses Malers erkennen zu können.

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Band S I (1903) S. 66 (EL)
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5) Vgl. Adamek Unsignierte Vasen des A. (Prag. Stud. aus d. Geb. d. class. Altertumsw. V 1895). Karo Journ. Hell. Stud. XIX 1899, 135ff.

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Band R (1980) S. 23
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5) Töpfer in Athen in den J. 550–530 v. Chr. (L) S I.