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RE:Aetios 8

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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A. von Amida, Christ, medizinischer Schriftsteller 6. Jh. n. Chr.
Band I,1 (1893) S. 703 (IA)–704 (IA)
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8) Medicinischer Schriftsteller aus dem Anfang des 6. christlichen Jhdts. Geboren zu Amida in Mesopotamien, hatte er zu Alexandreia studiert, war Christ und wurde Leibarzt am byzantinischen Hofe mit dem Charakter eines Comes obsequii. Er hat nach dem Vorbilde des Oribasius ein grosses medicinisches Sammelwerk verfasst in 16 Büchern, βιβλία ἰατρικὰ ἑκκαίδεκα, in manchen Handschriften in 4 τετράβιβλοι von je 4 λόγοι abgeteilt, das er aus den Werken des Galen, Archigenes, Rufus, Dioskorides, Herodot, Soran, Philagrios, Philumenos, Poseidonios καὶ ἑτέρων τινῶν τῶν ἐπὶ τῇ τέχνῃ τῆς ἰατρικῆς ὄνομα λιπόντων zusammenstellte. A. schloss sich darin vorzugsweise an Galen an, doch nicht ohne eigenes Urteil, beachtete aber daneben nicht minder Methodiker und Empiriker. Dieser Synkretismus lag im Geiste seiner Zeit, wie auch das grosse Gewicht, das er auf die Arzneimittellehre legte, in der christliche Mystik und heidnischer Aberglaube eine grosse Rolle spielten. Über seine medicinischen Grundsätze s. K. Sprengel Gesch. der Arzneikunde II 201f. Neben Galen hat er den Archigenes am häufigsten benützt; er ist Quelle der Zusätze, die sich in B. I und II, welche nach dem Titel die σύνοψις τῶν ἁπλῶν Γαληνοῦ enthalten, zu Galen finden (V. Rose [704] Herm. IX 474f.), er ist ferner der Autor, den A. seiner Lehre von den giftigen Tieren (B. XIII) zu Grunde legte (E. Rohde Rh. Mus. XXVIII 268f.), er ist endlich von ihm in der Lehre von den δηλητήρια neben dem Pseudo-Dioskorides und einem dritten unbekannten Autor benützt worden (O. Schneider Nicandrea 177f.). Ein ausführlicher Auszug seines Werkes ist uns von Photios (cod. 221 p. 177a 7) erhalten. Der Name des Aetius Sicamius, der als Verfasser des unter den Schriften des Galen erhaltenen Tractats περὶ μελαγχολίας (XIX 699f. = Aet. VI 9–11) figuriert, beruht auf einer Textverderbnis; zu lesen ist περὶ μεγαγχολίας ἐκ τῶν Γαληνοῦ καὶ Ῥουφου καὶ Ποσιδωνίου καὶ Μαρκέλλου Σι(δήτου) κα(ὶ Ἀ)μι(δην)οῦ τοῦ Ἀετίου. Nur die erste Hälfte des Werks ist bis jetzt im griechischen Original gedruckt Ven. 1534 fol.; in lateinischer Übersetzung B. 1–7. 14–16 Basil. 1533–1535 fol.; vollständig (übers. von J. Cornarius) Basil. 1542 fol. Venet. 1543f. 8. Lugd. 1549 fol. und in der Sammlung des Stephanus (1567). Ein Teil herausgeg. von J. C. Horn Lips. 1564. 4, ein anderer (περὶ κοιλίας) von A. Mustoxydes und D. Schinas in ihrer Συλλογὴ ἑλληνικῶν ἀνεκδότων, Venet. 1816. Der von Fehlern gereinigte Text von VII c. 1–29 herausgegeben von D. L. Danelius Beitrag zur Augenheilkunde des Aetius, Diss. Berlin 1889; vgl. C. Weigel Aetianorum exercit. specimen, Lips. 1791.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903) S. 19 (EL)
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S. 703, 42 zum Art. Aetios Nr. 8:

Von den 16 Büchern der medicinischen Compilation des A. sind in neuerer Zeit griechisch gedruckt B. VII unter dem Titel: Die Augenheilkunde des Aetius aus Amida, griech. und deutsch herausgeg. von J. Hirschberg, Leipzig 1899. B. IX von Mustachides und Schinas, Venedig 1816. B. XII von A. G. Kastomiris, Paris 1892 (kritische Ausgabe). B. XVI (unvollständig) deutsch unter dem Titel: Geburtshülfe und Gynäkologie bei A. von Amida von Dr. med. Max Wegscheider, Berlin 1901; griechisch herausgegeben von Skevos-Zervos, Leipzig 1901.

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Band R (1980) S. 11
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Aëtios

8) A. von Amida, medizin. Schriftsteller zu Anfang des 6. Jh. n. Chr. (L) S I.