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Prolog zur Siegesfeier des zweiten September

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Textdaten
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Autor: Friedrich Hofmann
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Titel: Prolog zur Siegesfeier des zweiten September
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 37, S. 608
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[608]
Prolog zur Siegesfeier des zweiten September.
Am Abend des 3. September im Neuen Theater zu Leipzig gesprochen
von Fräulein Rosa Link.

Gott hat gerichtet! Unser ist der Sieg!
Voll Lorbeern blühn die Gräber unsrer Todten.
Der uns gehetzt in diesen heil’gen Krieg,
Er liegt geächtet heut’ vor uns am Boden. –
Vier Wochen sind’s – nicht Deutschlands blos, es sind
Der ganzen Weltgeschichte größte Wochen!
Der Anfang: Siegesspiel für Frankreichs Kind,
Das Ende: Frankreichs Kron’ und Thron zerbrochen!
Europas Mächtigster – er ist vernichtet –
Und unser ist der Sieg! Gott hat gerichtet!

O glaubt’s, daß an dem deutschen Himmel Gott.
Es also schrieb mit seinen Sternenlettern:
Er ließ die Ausgeburt von Sünd’ und Spott
Durch seiner Deutschen Rächerarm zerschmettern.
Daß nicht die Lüge herrsche in der Welt,
In edlem Pfuhl hinsterbe jede Tugend,
Hat er das deutsche Volk so hoch gestellt
An Manneskraft und Heldenmuth der Jugend.
Ein neues Glück zog in die Welt herein,
Das Glück: der deutschen Erde Kind zu sein!

Wohl pocht voll Stolzes heut das deutsche Herz,
Doch tausend thränenvolle Wimpern beben
Und auf den Lorbeer senkt den Flor der Schmerz
Um tausend hingemähte Blüthenleben!
Den stummen Opfern und dem Gram erschalle
Kein Laut, – o ehrt der Sitte still Gebot:
Erhebt Euch von den Sitzen Alle, Alle!
So ehren wir der Unsern Heldentod.
Das Vaterland soll nimmer ihrer Namen
Und nimmer seines Danks vergessen!0 Amen.

Euch aber, die Ihr hoch das Schwert noch schwingt,
Zu Roß und Fuß zerstampft die Feindeserde,
Weit hinter’m Rhein „die Wacht am Rhein“ noch singt
Und sehnend denkt der Lieben heim am Heerde –
Euch Allen, den in Gottes Hut Gesunden,
Euch Allen in Gefahren Tag und Nacht,
Und Allen Euch, Ihr Kranken und Ihr Wunden,
Euch sei ein dreifach donnernd Hoch gebracht:
Ein dreifach Hoch für Deutschlands Heldenehre
Den deutschen Führern und dem deutschen Heere!
 Friedrich Hofmann.