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Prinz Karneval (Die Gartenlaube 1892/4)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Rudolf Gottschall
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Titel: Prinz Karneval
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 101, 131
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[101]

Prinz Karneval.
Nach einer Zeichnung von Franz Stuck.

[131]

 Prinz Karneval.
 (Zu dem Bilde S. 101.)

Die Fahne hoch in freiem Flug,
Und hinterdrein ein langer Zug
Von lustigen Gesellen!
Prinz Karneval ist eingekehrt,
Die Pritsche ist sein Heldenschwert,
Es klingeln seine Schellen.

Fort alles, was das Herz bedrängt,
Was uns in enge Fesseln zwängt,
Die Heuchelei und Lüge!
Das kühne Wort schlägt zündend ein
Und fegt die dumpfen Lüfte rein
Für freie Athemzüge.

Und des Champagners Gluth erhellt
Mit rosigem Schimmer Herz und Welt,
Und Gram und Sorge schwinden,
Und schöne Tage, längst verträumt,
Erstehn zum Leben lichtumsäumt,
Uns neuen Kranz zu winden.

Die Maske vor in Spiel und Scherz,
Die Maske fort von Geist und Herz,
Die wir im Leben tragen!
Heut hat die Narrheit Feiertag
Und ohne jeden Schleier mag
Sie selig sich behagen.

Du Prinz und Herr im Narrenreich,
Du bist beschwingten Faltern gleich,
Die farbenprächtig funkeln –
Doch naht mit seinem Mottenflug
Der Aschermittwoch früh genug,
Dein Leuchten zu verdunkeln.

Bald löscht er aus der Lichter Glanz,
Hat wie gespenstigen Totentanz
Den Maskenscherz vertrieben;
Doch blieb ein Leuchten noch zurück,
Und Funken sind’s von Lust und Glück,
Die aus der Asche stieben.
 Rudolf von Gottschall.