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Pente Pigadia

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Stefan George
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Titel: Pente Pigadia
Untertitel:
aus: Der siebente Ring, S. 24–25
Herausgeber: {{{HERAUSGEBER}}}
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1907
Verlag: Blätter für die Kunst
Drucker: Otto von Holten
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
fertig
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[24]

PENTE PIGADIA
AN CLEMENS · GEFALLEN 29. APRIL 1897

Als ihn im kampf des Türken kugel warf
Am ölwald von Epirus: blieb der kummer
Nur uns um dieses blumenschweren frühlings
Zu rasche welke ... Ihn den liebling schonten

5
Geschicke mit der ärgsten qual: zu schleudern

An schranken und an öden vor dem end.
Sein abschied spürte ob verschlossner lande ·
Ob noch verhangnen glücks die süsse schwermut.

Er lag gefasst · nicht mehr nach heimkehr sinnend.

10
Ihm gab der rausch so wunderbar gebirge

Von Attika und pracht des Inselmeeres
Wie er sie nie gesehen hätte – brausend
Ward ihm das lob der helden offenbart
Von Pindars Hohem Lied und schwoll vereint

15
Mit eignem sange .. dann trifft den verlezten

Der sich nicht tragen kann ins herz ein schuss.

[25]

Um seine wiege war sorgloser glanz ·
Ihm reiften ruhm und huldigung · doch eitel
War ihm ein trachten ohne frommes tun ·

20
Er half zum dank für nie erschöpfte wonnen

Die Hellas schenkte – deren matten erben
Im kriege ... Jezt beschämt noch unsre söhne
Die sich in schaler lust für künftige ämter
Verstumpfen – seine wunde wie sein lorbeer.

25
Wir preisen ihn · froh dass des gottes volle

Die für das wort und die gestalt verscheiden
Die kalte erde immer noch gebiert
Und dass es rollt bei ihrer namen tone
In unsren adern wie ein edler wein

30
Und tage noch verheisst wo wir erwachen

Wie neu: wo uns gelöst von jedem band
Fern-dunkel locken und fahr-freude winkt.