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Nikodemus Frischlin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Ernst Meier
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Titel: Nikodemus Frischlin
Untertitel:
aus: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben. Theil 1, S. 354–355
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Metzler
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Erscheinungsort: Stuttgart
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google = Commons
Kurzbeschreibung: Sage über eine Blume, die an der Stelle des Todessturzes von Nikodemus Frischlin 1590 wachsen soll
Siehe auch Hohenurach
Eintrag in der GND: [1]
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[354]
392) Nikodemus Frischlin.
(† 1590.)

Als der gekrönte Dichter Nikodemus Frischlin aus Balingen wegen seiner freimüthigen Reden schon längere Zeit gefangen auf Hohenurach geseßen und der Kerker ihm zuletzt unerträglich wurde, suchte er durch die Flucht zu entkommen. In der Nacht vom 29. auf den 30. November 1590 kroch er durch das Ofenloch zum Gefängnis hinaus, zerschnitt all sein Leinenzeug und drehte ein Seil daraus, an dem er sich bis auf die Schloßmauer herabließ. Dann schlug er ein Stück Holz in die Mauer und band das Seil daran. Allein der Mondschein hatte ihn getäuscht; er hatte die steilste Stelle gewählt und als er halb hinabgelaßen war, brach das Seil, worauf er an den gezackten Felsenwänden hinunterstürzte und am andern Morgen zerschmettert und entseelt gefunden wurde.

[355] Kein Denkmal bezeichnet Frischlins Grab auf dem Kirchhof zu Urach. – Zwischen den Felsen aber, wo das Blut des armen Dichters verspritzt worden, wuchs seitdem ein seltenes, schönes Blümlein hervor, das sich der Sage nach nur auf Hohenurach findet und „Todtenkopf“ oder „Uracher Todtenköpfchen“ (Ophrys arachnites) genannt wird.

(Der Anfang ist geschichtlich und nur zum Verständnis des Schlußes hier erwähnt. Mündlich. G. Schwab, die Alb, S. 278. Dessen Schwaben, S. 75.)