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Neue Vorlagen zum Porzellanmalen (Die Gartenlaube 1890/10)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Br.
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Titel: Neue Vorlagen zum Porzellanmalen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 10, S. 324
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[324] Neue Vorlagen zum Porzellanmalen. Wer um drei Jahrzehnte zurück sieht in eine Zeit, wo auch die begabtesten Dilettanten sich mit elenden Malvorlagen behelfen mußten, der preist die heutige Jugend um des ungeheueren Fortschritts auf diesem Gebiete willen glücklich. Es giebt bereits eine Fülle künstlerisch werthvoller Farbenlithographien, und alljährlich kommen neue hinzu, jeden Zweig kunstgewerblicher Malerei mit guten Vorbildern zu versehen. Bisher waren diese reichlicher für Aquarell- und Holzmalerei vorhanden, während das Porzellanmalen ziemlich ungenügend bedacht war. Nun erschien aber neuerdings in der Fr. Bassermannschen Verlagshandlung in München ein Vorlagenwerk von Göppinger, eigens nur für Porzellantechnik, welches geradezu mustergültig genannt zu werden verdient und eines großen Erfolges sicher sein kann. In vorzüglicher, vollständig echter Farbennachbildung giebt hier der Künstler die schönsten Rokokoblumen der altsächsischen und französischen Fabriken; wir finden die wohlbekannten Tulpen- und Rosenbouquets für große Service nebst einer Menge der sogenannten „Streublümchen“ für Tassen und kleine Gegenstände. Nebenbei erörtert der Text in klarer und praktischer Weise die Farbenbereitung, die Malweise, die Veränderung der Töne durchs Brennen und schließt mit einer genauen Tabelle der Farbengebung, sodaß mittels dieser Anweisungen auch eine bisher ungeübte Hand bald die Geschicklichkeit erlangen kann, durch welche bei mäßiger Begabung etwas Erfreuliches für den Schmuck des Hauses entsteht. Größer als die Freude an dem prächtigsten gekauften Tafelgeschirr ist die über das selbst nach und nach gemalte, für welches ja heutzutage überall die Schüsseln und Teller in den echten alten Formen zu haben sind. Besonders für diejenigen unserer Leserinnen, die fern von den Mittelpunkten des Kunstgewerbes leben und keine Porzellanmalschule besuchen können, geben wir daher die Empfehlung des ausgezeichneten Werkes, dessen mäßiger Preis zudem jedem Dilettanten die Anschaffung erleichtert. Br.