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Nach frowē ſchoͤne niemā ſol

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Reinmar der Alte
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Titel: Nach frowē ſchoͤne niemā ſol
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aus: UB Heidelberg 106r
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Entstehungsdatum: 12. Jahrhundert
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Heidelberg
Kurzbeschreibung:
In Originallettern. Vergleiche auch Nach frowen schoͤne nieman sol mit aufgelösten Lettern.
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[106r]

Nach frowē ſchoͤne niemā ſol·
ze vil gefragen ſint ſie gv̊t·
er lâſſe ſi im gevallē wol·
vn̄ wiſſe dc er rehte tůt·
wc ob ein varwe wandel hat·
der doch d̾ mv̊t vil hohe ſtat·
er iſt ein vngefuͤge man·
d̾ des an wibē niht erkennē kan·

Ich tůn ein ſcheidē dc mir nie·
vō deheinē dinge wart ſo we·
vil gv̊te frúnde laſſe ich hie·
nv wil ich trurē iemerme·
die wile vn̄ ich ſi froͤmdē mv̊ſ·
vō d̾ mir tête ein grůs·
noch ſanfter an dē h̾zen min·
danne ob ich ze rome keiſer ſolte ſin·

Ich gerte ie wūneklicher tage·
vnſ wil ein ſchoͤner ſvmer komē·
al deſte ſenfter iſt min klage·
der vogele han ich vil v̾nomē·
der gruͤne walt mit lǒbe ſtat·
ein wib mich des getroͤſtet hat·
dc ich der zit genieſſen ſol·
nv bin ich hohes mv̊tes dc iſt wol·

Ich hoꝛte g̾ne ein vogellin·
dc húbe wūneklichē ſāk·
d̾ wint̾ kan niht anderſ ſin·
wan ſwere vn̄ ane mâſſe lanc·
mir w̾e lib wolt er zergan·
was gůter froͤide ich vf den ſvmer han·
dar geſtůnt nie hoher mir der mv̊t·
dc iſt ein zit dú minē ǒgen ſanfte tůt·