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Morgenlied im Blindenhause

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: A. B.
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Titel: Morgenlied im Blindenhause
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 6, S. 88
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[88]

Morgenlied im Blindenhause.

(Zu dem Bilde S. 89.)

Ein neuer Tag beginnt den Lauf.
Den Menschen ging die Sonne auf,
Nur uns hat sie kein Licht gebracht,
Wir leben hin in ew’ger Nacht.

Nie sollen unsere Augen schau’n
Des Himmels Blau, die Blütenau’n,
Selbst uns’re Lieben seh’n wir nicht,
Uns lacht kein teures Angesicht.

Doch fühlen wir, wie weich und warm
Uns Liebe hält in ihrem Arm,
Wir hören ihrer Stimme Klang:
Dir, armes Häuflein, sei nicht bang!

Und horch, schon ruft uns in den Saal
Mit ernsten Tönen der Choral,
Wir tasten uns in Reih’ und Glied
Und singen unser Morgenlied.

„Preis dir, allgüt’ger Herre Gott,
Du läßt uns werden nicht zum Spott,
Ist unser Weg auch dunkel hier,
Er führt uns endlich doch zu dir –

Ein Morgen kommt, an dem dein Licht
Durch alle Schatten siegreich bricht,
Ein wundersel’ges Aufersteh’n,
Da wir zum erstenmale seh’n!“

A. B.
[89]

Morgenlied im Blindenhause.
Nach einem Gemälde von Laura A. Muntz.