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Mohammedanische Legende

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Walther Kabel
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Titel: Mohammedanische Legende
Untertitel:
aus: Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Jahrgang 1912, Bd. 11, S. 237
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1912
Verlag: Union Deutsche Verlagsgesellschaft
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Erscheinungsort: Stuttgart, Berlin, Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[237] Mohammedanische Legende. – Ein frommer Muselmann starb. Als er in den Himmel gekommen war, wurde er von einem Engel in seiner neuen Heimat umhergeführt. Alles, was er sah, übertraf noch seine Erwartungen. Zuletzt gelangte er in einen Raum, in dem auf langen, breiten Tischen eine Unzahl von menschlichen Ohren und Zungen lag.

„Was soll das bedeuten?“ fragte der Muselmann erstaunt.

„Dies sind,“ erklärte ihm sein Führer, „die Ohren jener Leute, die auf Erden stets eifrig die Moscheen besuchten, um dort Allahs Wort zu hören, trotzdem aber nie danach handelten. Darum sind ihre Ohren zwar in den Himmel gekommen, sie selbst aber in die Hölle hinabgesunken. Und daneben siehst du die Zungen derer, die fromm und gläubig redeten, aber niemals Allahs Gebote wirklich befolgten. So sind auch nur ihre Zungen in den Himmel hineingelangt.“

W. K.