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Meine alte Schiffsuhr

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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Meine alte Schiffsuhr
Untertitel:
aus: 103 Gedichte, S. 83–84
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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Meine alte Schiffsuhr


In meinem Zimmer hängt eine runde,
Alte, achteckige Segelschiffsuhr.
Sie schlägt weder Glasen noch Stunde,
Sie schlägt, wie sie will, und auch nur,

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Wann sie will. Die Uhrmacher gaben

Sie alle ratlos mir zurück;
Sie wollten mit solchem Teufelsstück
Gar nichts zu tun zu haben.

Und gehe sie, wie sie wolle,

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Ich freue mich, weil sie noch lebt.

Nur schade, daß nie eine tolle
Dünung sie senkt oder hebt

Oder schüttert. Nein, sie hängt sicher
Geborgen. Doch in ihr kreist

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Ein ruhelos wunderlicher

Freibeuter-Klabautergeist.

Nachts, wenn ich still vor ihr hocke,
Dann höre ich mehr als Ticktack,

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Dann klingt was wie Nebelglocke
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Und ferner Hundswachenschnack.


Und manche Zeit versäume
Ich vor der spukenden, unkenden Uhr,
Indem ich davon träume,
Wie ich mit ihr nach Westindien fuhr.