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MKL1888:Meyer

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Meyer“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 11 (1888), Seite 569573
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Meyer. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 11, Seite 569–573. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Meyer (Version vom 11.04.2021)

[569] Meyer, bei naturwissenschaftl. Namen für E. H. F. Meyer, geb. 1. Jan. 1791 zu Hannover, starb 7. Aug. 1858 als Professor der Botanik in Königsberg. „Geschichte der Botanik“ (Königsb. 1854–57, 4 Bde.).

Meyer, Gelehrte: 1) Heinrich, Kunst- und Altertumsforscher, vertrauter Freund Goethes, geb. 16. März 1759 zu Stäfa am Züricher See, widmete sich der Malerei erst unter Füßli in Zürich, seit 1784 in Rom, Neapel und Venedig, hielt sich 1788 in Rom auf, wo Goethe ihn kennen lernte, ging 1789 nach der Schweiz und erhielt durch die Vermittelung Goethes 1792 eine Professur an der neuerrichteten Zeichenakademie in Weimar. 1795 ging er abermals nach Italien, bis ihn 1797 der Einmarsch der Franzosen zur Rückkehr zwang. Er begab sich zunächst nach der Schweiz, wo er mit Goethe zusammenkam und den Plan zu den „Propyläen“ entwarf, sodann wieder nach Weimar. Der Umstand, daß ihm 1806 in den Kriegsunruhen eine Mappe mit seinen wertvollsten Skizzen entwendet wurde, veranlaßte ihn, sich fortan vorwiegend mit der Geschichte der alten Kunst zu beschäftigen. Er wurde 1807 Direktor der Zeichenakademie in Weimar, welche Stelle er bis an seinen Tod, 14. Okt. 1832, bekleidete. In seinem Testament vermachte er der Stadt Weimar 33,000 Thlr. zur Gründung einer Armenstiftung, die den Namen Meyer-Amalien-Stiftung erhielt. M. schrieb: „Über die Altargemälde von Lukas Cranach in der Stadtkirche zu Weimar“ (Weim. 1813) und „Geschichte der bildenden Künste bei den Griechen“ (fortgesetzt von Riemer, Dresd. 1824–36, 3 Bde.), gab mit Fernow, dann mit Johann Schulze Winckelmanns Werke (das. 1808–20, 8 Bde.) heraus und nahm großen Anteil an den „Horen“, den „Propyläen“ und an Goethes „Kunst und Altertum“. Eine Auswahl aus seinen „Kleinen Schriften zur Kunst“ hat P. Weizsäcker (Heilbr. 1886) herausgegeben. Vgl. auch A. Dürr in der „Zeitschrift für bildende Kunst“ 1885.

2) Heinrich August Wilhelm, namhafter Theolog, Bruder von M. 16), geb. 10. Jan. 1800 zu Gotha, widmete sich in Jena dem Studium der Theologie und ward 1823 Pfarrer zu Osthausen, von wo er 1830 nach Harste bei Göttingen, 1837 als Superintendent nach Hoya und 1841 als Konsistorialrat und Superintendent nach Hannover berufen wurde. Seit 1861 Oberkonsistorialrat, trat er 1865 in den Ruhestand und starb 21. Juni 1873. Von seinen Werken sind hervorzuheben eine lateinische Ausgabe der „Symbolischen Bücher“ (Götting. 1830), vornehmlich aber sein seit 1832 erscheinender, in seinen einzelnen (16) Bänden fortwährend neu aufgelegter „Kritisch-exegetischer Kommentar zum Neuen Testament“, von Lünemann, Huther und Düsterdieck vervollständigt. Seiner Richtung nach supernaturalistisch, hat er doch einer philologischen Auslegung nach Kräften Vorschub geleistet.

3) Christian Erich Hermann von, Naturforscher, geb. 3. Sept. 1801 zu Frankfurt a. M., erlernte die Handlung, studierte aber seit 1822 in Heidelberg Kameralwissenschaften und Chemie, ward 1834 zum Mitglied der ständigen Bürgerrepräsentation seiner Vaterstadt gewählt und 1837, zum Schaden für seine wissenschaftlichen Studien, zum Kontrolleur bei der deutschen Bundeskassenverwaltung ernannt. Trotzdem entfaltete er die regste Thätigkeit als Paläontolog und schrieb: „Palaeologica zur Geschichte der Erde und ihrer Geschöpfe“ (Frankf. 1832); „Die fossilen Knochen von Georgensgmünd“ (das. 1834); „Neue Gattungen fossiler Krebse“ (Stuttg. 1840); „Beiträge zur Paläontologie Württembergs“ (mit Plieninger, das. 1844); „Zur Fauna der Vorwelt“ (Frankf. 1845–60, 4 Abtlgn.); „Homoeosaurus und Rhamphorhynchus“ (das. 1847); „Die Reptilien und Säugetiere der verschiedenen Zeiten der Erde“ (das. [570] 1852). Auch gründete er in Gemeinschaft mit Dunker die seit 1846 ununterbrochen erschienenen, oft durch Beiträge Meyers bereicherten „Palaeontographica“ (Kass., seit Meyers Tod redigiert von Dunker und Zittel). 1863 ward M. Bundestagskassierer, trat aber 1866 in den Ruhestand. Er starb 2. April 1869. Vgl. Zittel, Denkschrift auf M. (Münch. 1870).

4) Jürgen Bona, philosoph. Schriftsteller, geb. 25. Okt. 1829 zu Hamburg, studierte in Bonn und Berlin Naturwissenschaften und Philosophie, ward 1862 Privatdozent der Philosophie und Lehrer derselben an der Kriegsakademie zu Berlin, 1868 ordentlicher Professor der Philosophie zu Bonn, wo er noch wirkt. Von seinen zahlreichen Schriften sind hervorzuheben: „De principiis Aristotelis in distributione animalium adhibendis“ (Berl. 1854); „Aristoteles’ Tierkunde“ (das. 1855); „Die Idee der Seelenwanderung“ (Hamb. 1861); „Über Fichtes Reden an die deutsche Nation“ (das. 1862); „Kants Psychologie, dargestellt und erörtert“ (Berl. 1869); „Philosophische Zeitfragen. Populäre Aufsätze“ (Bonn 1870, 2. Aufl. 1874); „Schopenhauer als Mensch und Denker“ (Berl. 1872); „Weltelend und Weltschmerz“ (Bonn 1872); „Zum Bildungskampf unsrer Zeit“ (das. 1875); „Leitfaden zur Geschichte der Philosophie“ (das. 1882); „Probleme der Lebensweisheit“ (Berl. 1887). M. hat sich vornehmlich um die Würdigung des Aristoteles als Naturforscher, um die Kenntnis der französischen Philosophie in Deutschland sowie um pädagogische, Schul- und Universitätsreformen Verdienste erworben.

5) Julius, Kunstschriftsteller, geb. 26. Mai 1830 zu Aachen, ward in Mannheim gebildet, bezog 1848 die Universität Göttingen, lebte dann einige Zeit in Paris und trieb in Heidelberg von 1852 an vornehmlich philosophische und litterarische Studien. 1859 siedelte er nach München über, widmete sich hier immer mehr dem Kunststudium und trat 1861 in den „Grenzboten“ mit den ersten Artikeln über moderne Kunst auf. Im Herbst 1872 ward er als Direktor der königlichen Gemäldegalerie nach Berlin berufen und später daselbst zum Geheimen Regierungsrat und Professor ernannt. M. hat verschiedene Reisen durch Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich gemacht. Er schrieb: „Geschichte der modernen französischen Malerei“ (Leipz. 1866–67); „Correggio“ (das. 1871). Auch leitete er eine Zeitlang die Redaktion der neuen Ausgabe des Naglerschen „Künstlerlexikons“ und gab den Katalog der Gemäldegalerie des Berliner Museums (2. Aufl., Berl. 1883) heraus.

6) Lothar, Chemiker, geb. 19. Aug. 1830 zu Varel a. d. Jade, studierte Medizin in Zürich, Würzburg und Heidelberg und zeigte hier 1857, daß die Aufnahme des Sauerstoffs ins Blut durch chemische Affinität des Blutfarbstoffs bedingt sei. 1856 ging er nach Königsberg, wo er eine Untersuchung über die Wirkung des Kohlenoxyds auf Blut ausführte. 1858 erwarb er zu Breslau den philosophischen Doktorgrad, habilitierte sich dort als Dozent für Chemie und Physik und übernahm 1859 die Leitung des chemischen Laboratoriums im physiologischen Institut. 1866 ging er als Professor für verschiedene Naturwissenschaften an die Forstakademie nach Eberswalde, 1868 als Professor der Chemie am Polytechnikum nach Karlsruhe, 1876 in gleicher Eigenschaft an die Universität Tübingen und 1885 nach Göttingen. M. hat besonders die allgemeinen Gesetze zu erforschen gesucht, welche den Chemismus des Stoffes regieren. Er lieferte Untersuchungen über die Beziehungen der spezifischen Wärme zum Atom- und Molekulargewicht, über das Avogadrosche Gesetz, über Isomorphismus zwischen salpetersaurem Natron und kohlensaurem Kalk, über unvollständige Verbrennung und besonders über die Natur der chemischen Elemente, wobei er die Eigenschaften der Elemente als periodische Funktionen der Atomgewichte darzustellen suchte. „Die modernen Theorien der Chemie“ (5. Aufl., Bresl. 1884) sind als ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Auffassung der Chemie als der Wissenschaft einer besondern Bewegungsart des Stoffes zu betrachten. Mit Seubert gab er heraus: „Die Atomgewichte der Elemente, aus den Originalzahlen neu berechnet“ (Leipz. 1883).

7) Leo, Sprachforscher, geb. 3. Juli 1830 zu Bledeln bei Hannover, studierte 1849–53 in Göttingen, darauf in Berlin, habilitierte sich 1856 in Göttingen, wurde 1862 außerordentlicher Professor daselbst, 1865 ordentlicher Professor der deutschen und vergleichenden Sprachkunde in Dorpat und 1877 zum Wirklichen Staatsrat ernannt. M. hat sich besonders auf dem Gebiet der vergleichenden Sprachwissenschaft Verdienste erworben. Er veröffentlichte: „Der Infinitiv der Homerischen Sprache“ (Götting. 1856); „Bemerkungen zur ältesten Geschichte der griechischen Mythologie“ (das. 1857); „Gedrängte Vergleichung der griechischen und lateinischen Deklination“ (Berl. 1862); „Vergleichende Grammatik der griechischen und lateinischen Sprache“ (das. 1861–1865, 2 Bde.; 2. Aufl., Bd. 1, 1882–84); „Griechische Aoriste“ (das. 1879); „An im Griechischen, Lateinischen und Gotischen“ (das. 1880); „Über die Flexion der Adjektiva im Deutschen“ (das. 1863); „Die gotische Sprache, ihre Lautgestaltung insbesondere im Verhältnis zum Altindischen, Griechischen und Lateinischen“ (das. 1869); „Livländische Reimchronik“ (Paderb. 1876) und zahlreiche Beiträge zu Zeitschriften etc., besonders über Etymologien.

8) Paul, franz. Litterarhistoriker, geb. 17. Jan. 1840 zu Paris, besuchte die École des chartes, wurde 1863 Kustos der Manuskripte der großen Bibliothek in Paris, 1865 Archivar am Reichsarchiv, 1872 Sekretär an der École des chartes und 1876 Professor am Collège de France. Seine Studien richteten sich besonders auf die Erforschung der südfranzösischen Sprache und Poesie. Er schrieb: „Recherches sur les auteurs de la Chanson de la croisade albigeoise“ (1866); „Recherches sur l’épopée française“ (1867); „Le salut d’amour dans les littératures provençale et française“ (1867) und die preisgekrönte Schrift „Mémoire sur l’étude des dialectes de la langue d’oc au moyen-âge“ (1874). Auch gab er eine Anzahl altfranzösischer Werke mit Erläuterungen heraus, z. B.: „Guillaume de la Barre, roman d’aventures d’Arnaud Vidal de Castelnaudary“ (1868); „La Chanson de la croisade contre les Albigeois“ (1875–79, 2 Bde.); „Brun de la Montagne“ (1877); „Daurel et Beton“ (1881); „Raoul de Cambrai“ (1884); „Girart de Roussillon“ (1884); ferner die „Bibliothèque française du moyen-âge“ (1882–85, 3 Bde.) sowie den „Recueil d’anciens textes bas-latins, provençaux et français“ (1874–77, 2 Tle.) u. a.

Dichter, Schriftsteller.

9) Friedrich Ludwig Wilhelm, Schriftsteller, geb. 28. Jan. 1759 zu Harburg, erhielt 1785 eine Stelle an der Bibliothek zu Göttingen, lebte seit 1789 mehrere Jahre auf Reisen in England, Frankreich und Italien und starb 1. Sept. 1840 auf seinem Gut Großbramstedt in Holstein. Außer vergessenen Schau- und Lustspielen schrieb er die vortreffliche Biographie des Schauspieldirektors F. L. Schröder (Hamb. 1819, [571] 2 Bde.; 2. Aufl. 1823). Vgl. „Zur Erinnerung an M.“, Lebensskizze nebst Briefen (Braunschw. 1847).

10) Friedrich Johann Lorenz, Schriftsteller, geb. 22. Jan. 1760 zu Hamburg, studierte in Göttingen, war Mitglied der Deputation von Lübeck und Hamburg, welche 1796 an das französische Direktorium, sowie derjenigen, welche 1801 an den Ersten Konsul gesandt wurde, machte außerdem viele Reisen und starb 21. Okt. 1844. Von seinen Schriften machten besonders die „Darstellungen aus Italien“ (Berl. 1792) und „Fragmente aus Paris“ (Hamb. 1798, 2 Bde.) von sich reden. Ihnen folgten: „Briefe aus der Hauptstadt u. dem Innern Frankreichs“ (Tübing. 1803, 2 Bde.); „Darstellungen aus Norddeutschland“ (Hamb. 1816); „Darstellungen aus Rußlands Kaiserstadt und ihrer Umgegend“ (das. 1826) u. a.

11) Friedrich, genannt M. von Waldeck, Schriftsteller, geb. 15. Mai 1824 zu Arolsen, studierte zuerst Bergwissenschaft in Klausthal, dann Philologie in Berlin, ging als Hauslehrer nach Kurland und 1852 nach Petersburg, wo ihm von der Akademie der Wissenschaften die Redaktion der „Deutschen St. Petersburger Zeitung“ anvertraut wurde, die er 22 Jahre lang führte. Seit 1853 auch Professor der deutschen Sprache und Litteratur an der Universität, nahm er 1874 seine Entlassung und siedelte nach Heidelberg über, wo er sich 1880 als Dozent für germanistische Wissenschaft habilitierte. Seinen poetischen Jugendarbeiten: „Die Paria“ (Berl. 1843), „Bilder aus dem Bergmannsleben“ (das. 1844), „Blätter aus dem Gedenkbuch eines Bergmanns“ (Mitau 1854) folgten die mehrfach aufgeführten Dramen: „Der Feind vor Odessa“ (1854), „Der Pate des Kardinals“ (1855), „Ganz was Aparts“ (1869), „Die Erbin von Glengerry“ (Leipz. 1866), „Childerich“ (das. 1872) und zwei Jahrgänge eines poetischen Jahrbuchs: „Schneeflocken aus Rußland“ (das. 1857–1858). Außerdem gab er aus dem Feuilleton der „Petersburger deutschen Zeitung“ die Sammelwerke: „Magazin für die Kunde des geistigen und sittlichen Lebens in Rußland“ (Petersb. 1853–55, 3 Bde.) und „Belletristische Blätter aus Rußland“ (das. 1853 bis 1855, 3 Bde.) heraus und schrieb neuerdings: „Goethes Märchendichtungen“ (Heidelb. 1879) und „Rußland. Einrichtungen, Sitten und Gebräuche“ (Leipz. 1886).

12) (M.-Ziegler) Konrad Ferdinand, schweiz. Dichter und Erzähler, geb. 12. Okt. 1825 zu Zürich, studierte daselbst Philologie und Geschichte, hielt sich längere Zeit in Lausanne und Paris auf, bereiste wiederholt Italien, ließ sich dann zu Seehof-Meilen bei Zürich nieder und erwarb 1877 eine Besitzung zu Kilchberg bei Zürich, die er noch jetzt bewohnt. Er veröffentlichte: „Balladen“ (Leipz. 1867); „Romanzen und Bilder“ (das. 1871); die idyllisch-epischen Dichtungen: „Huttens letzte Tage“ (das. 1872, 6. Aufl. 1887, sein poetisches Hauptwerk) und „Engelberg“ (das. 1872, 2. Aufl. 1886); die Novelle „Das Amulett“ (das. 1873, 3. Aufl. 1882); den Roman „Jürg Jenatsch“ (das. 1876, 10. Aufl. 1887), eine Geschichte aus dem sturmbewegten Leben der Republik Bünden im 17. Jahrh., durch farbenvolle und lebendige Episoden ausgezeichnet; „Der Heilige“, Novelle (das. 1880, 7. Aufl. 1887), eine der vollendetsten und stimmungsvollsten historischen Erzählungen der neuern deutschen Litteratur; ferner: „Gedichte“ (das. 1882, 3. Aufl. 1887); die Erzählungen: „Der Schuß von der Kanzel“ (3. Aufl., das. 1882), „Plautus im Nonnenkloster“ (das. 1882), „Gustav Adolfs Page“ (das. 1883), „Die Leiden eines Knaben“ (2. Aufl., das. 1884), „Die Hochzeit des Mönchs“ (3. Aufl., das. 1886), „Die Richterin“ (das. 1885), „Novellen“ (das. 1885, 2 Bde.), „Die Versuchung des Pescara“ (das. 1887). Vgl. Reitler, Konrad Ferdinand M. (Leipz. 1885). – Ein andrer Konrad M., geb. 3. Sept. 1824 zu Winkel im Kanton Zürich, jetzt in Zürich wohnhaft, veröffentlichte: „Gedichte in schweizerischer Mundart“ (Zür. 1844; 2. Ausg., Basel 1860); „Die Jungfrau von Orléans“, Heldengedicht (Zür. 1854); „Lieder der Armut“ (das. 1856); „Die Schulreise“, Preisschrift (das. 1857, 3. Aufl. 1880), u. a.

Maler, Musiker.

13) Johann Georg, Maler, geb. 28. Okt. 1813 zu Bremen, daher M. von Bremen genannt, bildete sich seit 1834 zu Düsseldorf bei Sohn und Schadow, malte seit 1841 daselbst im eignen Atelier und siedelte 1853 nach Berlin über. Er behandelte anfangs biblische Stoffe, wie Elias in der Wüste, den Weheruf Christi über Jerusalem, Abraham mit Sara, den Tod Mosis, seit 1842 aber Szenen aus dem Volksleben, besonders dem hessischen, später vorwiegend Szenen aus dem Familienleben, die er bald heiter, bald elegisch auffaßte: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, das Blindekuhspiel, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die reuige Tochter (1852, Kunsthalle zu Bremen). Seit seiner Übersiedelung nach Berlin malte er mit Vorliebe und zuletzt fast ausschließlich Szenen aus dem Kinderleben, welches er mit gemütvollem Humor auffaßte. Seine bedeutendsten Bilder dieser Gattung sind: ein Märchen erzählendes Mädchen, die Blindekuh spielenden Kinder, das bescherende Christkindlein unter Kindern, an einem Bach ausruhende Kinder, Großvater und Enkelin, das jüngste Brüderchen, die dem Begräbnis ihres Mannes aus der Ferne zusehende Witwe, die Waise, betendes Kind, Naschkätzchen, Willkommen, die feindlichen Nachbarskinder, Hausmütterchen (Berliner Nationalgalerie), die junge Mutter, Vorbereitung zum Feste, die Modellpause. Eine dritte Gruppe seiner Gemälde besteht aus Einzelfiguren junger Mädchen oder aus Gruppen von Figuren (die Erwartung, die Liebeserklärung, die heimliche Korrespondenz, die Liebesbriefleserin). Meyers Bilder zeichnen sich durch Anmut, Lieblichkeit und sorgfältige Durchführung aus und erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch als Aquarellmaler ist er zu rühmen. Er starb 4. Dez. 1886 in Berlin.

14) Leopold von, Klavierspieler, geb. 20. Dez. 1816 zu Baden bei Wien, machte, für den Staatsdienst bestimmt, die üblichen Studien, wendete sich dann aber unter Czerny und Fischhof dem Klavierstudium zu. Seine Konzertreisen (seit 1835) führten ihn zunächst nach Rumänien und Rußland, wo er bis 1843 blieb; dann ließ er sich zeitweilig in Konstantinopel nieder. Spätere Reisen führten ihn durch ganz Europa und 1845 nach Amerika, von wo er 1847 nach Europa zurückkehrte. Er lebte seitdem in Wien und zuletzt in Dresden, wo er 6. März 1883 starb. M. spielte in seinen Konzerten in der Regel eigne Kompositionen, die modern-brillant gehalten und hauptsächlich auf seine Technik berechnet sind.

15) Klaus, Maler, geb. 20. Nov. 1856 zu Linden bei Hannover, besuchte 1875–76 die Kunstschule in Nürnberg, dann die Kunstakademie zu München, wo er Wagner und Löfftz zu Lehrern hatte. Durch das Beispiel und die Unterweisung des letztern auf das Studium der alten, insbesondere der niederländischen, Meister des 17. Jahrh. gelenkt, eignete er sich schnell eine solche Feinheit des Kolorits und Schärfe der [572] Charakteristik an, daß er in der Darstellung einer holländischen Wohnstube mit zwei Figuren in der Tracht des 17. Jahrh. (holländisches Genre, 1882) den besten niederländischen Genremalern gleichkam. Am meisten erinnert dieses Bild an Pieter de Hoogh und van der Meer von Delft, nur daß M. statt des goldigen, warmen Tons des erstern mehr einen kühlen, dämmerigen Silberton bevorzugt. Ein zweiter Schritt auf dem Gebiet der Interieurmalerei: aus dem Beghinenkloster (1883), brachte ihm auf der Münchener internationalen Kunstausstellung die große goldene Medaille ein. Auch auf diesem Bild fesseln besonders die außerordentliche Wahrheit der Charakteristik und die überaus subtile malerische Wiedergabe des kühlen Lichts. Er malte ferner: im Quartier, die Klosterschüler, die Kannegießer und seit 1883: musizierende Klosterfrauen, Rauchkollegium, die Würfler (1886, Berliner Nationalgalerie), der Raucher. Er besitzt auch die große goldene Medaille der Berliner Ausstellung.

Politiker, Volkswirte, Reisende.

16) Joseph, Industrieller, Publizist und Verlagsbuchhändler, Gründer des „Bibliographischen Instituts“, geb. 9. Mai 1796 zu Gotha, wo sein Vater das Schuhmachergeschäft betrieb, trat 1809 in einem Kolonialwarengeschäft zu Frankfurt a. M. in die Lehre, nach deren Beendigung er 1813 ins Vaterhaus zurückkehrte, um die merkantile Leitung des inzwischen zu einer fabrikmäßigen Ausdehnung gediehenen väterlichen Geschäfts zu übernehmen. Da ihm jedoch dieser Wirkungskreis zu eng ward, wanderte er 1816 nach London, wo er anfänglich in einem Handelshaus eine Stellung einnahm, bald aber dem Spekulationsgeschäft für eigne Rechnung oblag. Nach drei Jahren einer bewegten kaufmännischen Karriere brachten ihn widrige Konjunkturen in Schulden, aus welchen ihn der Vater mit Aufopferung seines Vermögens befreite. Eine auf den Gütern der Herren v. Boyneburg von M. gegründete „Gewerbs- und Hilfsanstalt“, welche der dort ansässigen verarmten Weberbevölkerung neue Erwerbsquellen öffnen sollte, ging schon nach drei Jahren durch die Ungunst äußerer Umstände zu Grunde. M. kehrte daher nach dem Tod seines Vaters nach Gotha zurück und gab hier ein „Korrespondenzblatt für Kaufleute“ heraus, das rasch Verbreitung fand und ihn auf die Bahn litterarischer Unternehmungen führte. Es folgte nun im Henningsschen Verlag zu Gotha seine Bearbeitung von Shakespeare (doch nur „Macbeth“, „Othello“ und „Der Sturm“ sind aus seiner Feder), und zugleich begann er eine Übersetzung Scottscher Romane („Waverley“ und „Ivanhoe“) in einer bis dahin ungewohnt billigen Ausgabe. In eignem Verlag erschienen 1825 die englische belletristische Zeitschrift „Meyer’s British Chronicle“ und ein „Handbuch für Kaufleute“. Mit diesen Unternehmungen hatte M. dem lieferungsweisen Erscheinen größerer Werke und somit dem Subskriptionswesen, einer in Deutschland noch unbekannten buchhändlerischen Vertriebsmethode, so erfolgreich Bahn gebrochen, daß er die Idee faßte, ein großes Verlagsgeschäft auf diesen Prinzipien zu begründen. So entstand das Bibliographische Institut, aus dessen Pressen zunächst vier verschiedene Ausgaben der ältern deutschen Klassiker in geschickter Auswahl hervorgingen und in Hunderttausenden von Exemplaren abgesetzt wurden. Im Herbst 1828 siedelte M. mit seinem Geschäft nach Hildburghausen über, das fortan sein Wohnsitz blieb. Das bewegungsvolle Jahr 1830 rief ihn, der an den öffentlichen Angelegenheiten den regsten Anteil nahm, auf das politische Gebiet. Zwar wurde das von ihm gegründete politische Blatt „Der Volksfreund“ wegen seiner freisinnigen Ansichten bald unterdrückt; aber er schuf sich sogleich ein andres Organ, welches durch die Kühnheit, Kraft und Originalität seiner Darstellung weltbekannt geworden ist, das Bilderwerk „Universum“. Das Werk zählte in den 30er Jahren über 80,000 Abonnenten und erschien zeitweilig in zwölf Sprachen. Zensur und Verbote schmälerten wohl den Absatz, vermochten aber nicht den Geist des Werkes mit den herrschenden Staatsmaximen in Einklang zu bringen. Von den zahlreichen Unternehmungen des Bibliographischen Instituts, die alle Meyers Wahlspruch: „Bildung macht frei!“ folgten, sind zu nennen: Ausgaben der griechischen und römischen Autoren (unvollendet), die verschiedensten Ausgaben der Bibel, die M. in Millionen von Exemplaren verbreitete, der „Familientempel“, ein Andachtsbuch, die „Bibliothek der Kanzelberedsamkeit“, die neuen und erweiterten Ausgaben der deutschen Klassiker („Familienbibliothek“, „Groschenbibliothek“, „Nationalbibliothek“), die „Volksbibliothek für Naturkunde“, die „Geschichtsbibliothek“ und das „Große Konversations-Lexikon“ in 52 starken Oktavbänden mit Tausenden von Bildern und Karten. Daran schlossen sich mehrere geographische Werke, größere und kleinere Kartensammlungen und ein reichhaltiger Kunstverlag, welcher klassische Kunstwerke, durch namhafte Stecher, wie Amsler, Barth, Fr. Müller, Felsing, Lorrichon, Krüger, Neureuther, Rahl, Schuler, Wagner u. a., vervielfältigt, ebenso zum Gemeingut machen sollte, wie es M. mit den klassischen Schriftwerken gelungen war. Ende der 30er Jahre, mit dem ersten Erwachen des Interesses am Eisenbahnbau in Deutschland, erfaßte er die Idee eines „zentraldeutschen Eisenbahnnetzes“, welche auch 1837 durch Aktienzeichnung realisiert wurde, aber an der Konzessionsverweigerung einer der beteiligten Regierungen (Hannover) scheiterte. Einmal der industriellen Thätigkeit zugewandt, strebte M. durch Aufdecken von Mineralschätzen im Bereich seines Heimatslandes dessen gesunkene Industrie neu zu beleben, und es gelang seiner Energie und Ausdauer, durch langwierige und kostspielige Versuche reichhaltige Steinkohlen- und Braunkohlenwerke, Eisen-, Kupfer- und Silberminen, Kobalt- und Nickelgruben etc. nachzuweisen und zu erwerben. Übergroße Anstrengungen warfen ihn 1842 auf ein langwährendes schweres Krankenlager, von dem er nur erstand, um ein neues großartiges Unternehmen ins Leben zu rufen, das ihm von dem patriotischen Gedanken eingegeben ward, die deutsche Eisenindustrie von der damals allein mächtigen Fremdherrschaft zu emanzipieren und sein engeres Vaterland, Thüringen, zum Sitz und Ausgangspunkt dieser Industrieblüte zu machen. Reichlich vorbereitet und mit allen Faktoren zur Ausführung dieser Absicht in der Hand, trat er 1845 mit seinem Plan der Neuhäuser Deutschen Eisenbahnschienenkompanie an die Öffentlichkeit und begann, auf patriotische Unterstützung und seinen Genius vertrauend, den Bau der Neuhäuser Eisen- und Kohlenwerke. Die Revolution von 1848 aber brachte das halbfertige Unternehmen ins Stocken. Trotz der materiellen Nachteile, die sie ihm zufügte, fand die deutsche Erhebung M. als einen ihrer begeistertsten Anhänger, wie er es denn war, der zuerst die Wünsche des Volkes in einer „Reformadresse“ an den Landesfürsten formulierte. Die darauf folgenden Jahre der Reaktion fanden auch ihn unter den Verfolgten, und ein Preßvergehen hatte er im Gefängnis zu büßen. [573] Damals griff er den Plan der Werraeisenbahn auf, dessen Ausführung zu dem Gedeihen oben erwähnter Pläne in engster Beziehung stand. Es gelang ihm auch, die Mittel zu seiner Ausführung zu finden, als im entscheidenden Moment der Plan selbst seinen Händen entwunden ward, um von andern ausgeführt zu werden. Schon längere Zeit schlagflußähnlichen Anfällen ausgesetzt, erlag er einem solchen 27. Juni 1856. Es lag in der Natur dieses weitblickenden Geistes, im Erkennen wirtschaftlicher Keime seiner Zeit um ein Menschenalter voraus zu sein; daher das augenblickliche Mißlingen der Mehrzahl seiner industriellen Unternehmungen, während im großen und ganzen seine grundlegenden Ideen von einer spätern Zeit thatsächlich zur Ausführung gebracht worden sind. Parteihaß, Mißgunst und Unverstand haben selbst den Toten mit Verunglimpfungen nicht verschont; aber seine geniale Begabung, seine unerschöpfliche Thatkraft hat niemand zu leugnen vermocht. Sein Charakter als Mensch war ohne Makel. Das umfangreiche Verlagsgeschäft wurde mit allen Geschäftszweigen von Meyers einzigem Sohn, Hermann Julius, dem Herausgeber des vorliegenden Werkes, 1874 nach Leipzig verlegt.

17) Bernhard, Ritter von, ultramontaner Politiker, geb. 13. Dez. 1810 zu Sursee im Kanton Luzern, studierte erst in seiner Heimat, dann 1832–1835 in Deutschland und Frankreich Philosophie und die Rechte, wurde 1836 zweiter Staatsschreiber in Luzern und trat in der politischen Bewegung erst als Liberaler auf, ging aber allmählich ins Jesuitenlager über. Die ultramontane Partei wählte ihn 1841 zum ersten Staatsschreiber des Kantons, den er fortan auch auf der Tagsatzung vertrat. Mit Siegwart Müller an der Spitze der „Religionsfreunde“ stehend, sprach er zwar gegen die Berufung der Jesuiten nach Luzern, war aber einer der Gründer des Sonderbundes und wurde 1847 nach Wien gesandt, um Waffen und Geld für denselben zu erlangen und bei Metternich die Intervention der Mächte zu betreiben. Nach Niederwerfung des Bundes 1847 flüchtete er nach Wien, 1848 nach München, von wo er 1851 nach Österreich berufen und Sektionsrat im Ministerium des Innern unter Bach wurde. An den Verfassungsarbeiten des letztern und dem Konkordat hatte er einen bedeutenden Anteil und war Preßleiter. Unter Schmerling ward er in die innere Verwaltung versetzt, von Belcredi aber zum Vorstand des Präsidialbüreaus und Protokollführer der Ministerkonferenz ernannt. Er verfaßte die meisten Thronreden und Manifeste. Unter Beust ließ er sich pensionieren. Er starb 29. Aug. 1874. Sein Sohn gab nach seinem Tod seine „Erlebnisse“ (Wien 1875, 2 Bde.) heraus, deren erster Band über den Sonderbundskrieg interessantes Material enthält.

18) Wilhelm Leutold von, preuß. Abgeordneter, gewöhnlich M.-Arnswalde genannt, geb. 11. Dez. 1816 zu Berlin, studierte in Halle, Bonn und Berlin Jura und Cameralia, trat dann in den Staatsdienst und wurde 1846 Landrat des Kreises Arnswalde, in dem sein Rittergut Helpe liegt. 1865 wurde er geadelt. Schon 1849 war er Mitglied der Zweiten Kammer, 1849–53 des Abgeordnetenhauses, dem er 1870–73 und dann wieder seit 1876 angehörte. Er schloß sich der konservativen Partei an, deren Grundsätze er mit Mut und Gewandtheit gerade in den Zeiten, wo die liberale Partei die Mehrheit hatte, vertrat, während er sich auch der Regierung gegenüber die Unabhängigkeit seines Urteils entschieden wahrte.

19) Alexander, Nationalökonom und Publizist, geb. 22. Febr. 1832 zu Berlin, studierte daselbst die Rechte und widmete sich der journalistischen Laufbahn. Er war 1866–71 Sekretär der Handelskammer in Breslau, hierauf bis 1876 Generalsekretär des deutschen Handelstags in Berlin und dann bis 1879 Chefredakteur der „Schlesischen Presse“ in Breslau. Er lebt wieder in Berlin. Seit 1876 ist er Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, seit 1881 des Reichstags, wo er anfänglich der nationalliberalen Partei, nach der Sezession der deutschen freisinnigen Partei angehörte.

20) Rudolf Hermann, volkswirtschaftl. Schriftsteller, geb. 10. Dez. 1839 in der Provinz Brandenburg, studierte seit 1858 in Berlin Geschichte, Nationalökonomie und Technologie, arbeitete unter H. Wageners Leitung in der konservativen Presse seit 1867 auf dem Gebiet der Sozialpolitik und trat mit Rodbertus in intime Beziehungen, dessen Briefe an ihn er herausgab (Berl. 1880–81, 2 Bde.). Seit 1870 journalistisch, zuletzt als Redakteur der „Berliner Revue“, thätig, schloß er sich später der konservativen Opposition gegen den Fürsten Bismarck an und ging, wegen Beleidigung des letztern und der Minister Camphausen und Falk in seiner Schrift „Politische Gründer und die Korruption in Deutschland“ (Leipz. 1877) zu Gefängnisstrafe verurteilt, ins Ausland. Er schrieb noch: „Der Emanzipationskampf des vierten Standes“ (Berl. 1872–74, 2 Bde. Bd. 1, 2. Aufl. 1882), eine Geschichte des Sozialismus und Kommunismus in Europa; „Die deutschen Banken“ (das. 1872–75); „Ursachen der amerikanischen Konkurrenz“ (das. 1883); „Heimstätten- und andre Wirtschaftsgesetze der Vereinigten Staaten von Amerika etc.“ (das. 1883); „La crise internationale de l’industrie et de l’agriculture“ (das. 1885) u. a.

21) Hans, Reisender, Enkel von M. 16), geb. 22. März 1858 zu Hildburghausen, studierte Staatswissenschaften in Leipzig, Berlin und Straßburg, wo er mit einer größern Arbeit: „Die Straßburger Goldschmiedezunft von ihrem Entstehen bis 1681“ (in Schmollers „Staats- und sozialwissenschaftlichen Forschungen“, Leipz. 1881), promovierte, und trat 1884 als Teilhaber in das väterliche Verlagsgeschäft, das Bibliographische Institut in Leipzig, ein. Er hatte zuvor eine zweijährige Reise nach Indien, dem Sunda-Archipel, Ostasien, Amerika zurückgelegt und insbesondere längere Zeit zu ethnologischen Forschungen über die Igorroten auf den Philippinen verweilt, deren Ergebnisse er in dem illustrierten Buch „Eine Weltreise“ (Leipz. 1884) mitteilte. Im Dezember 1886 begab er sich nach Südafrika, bereiste das Kapland, Transvaal, Natal und im Sommer 1887 das Gebiet der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Von Mombassa zog M. über die Landschaft Teita zum Kilima Ndscharo, den er als erster bis nahe zum Gipfel des eisbedeckten Kibo (5700 m) erstieg, dann reiste er durch die Savannen südlich vom Kilima Ndscharo zum Panganistrom und an diesem entlang bis zur Küste. Später bereiste er das Stromthal des Kingani und die Landschaft Usaramo.


Ergänzungen und Nachträge
Band 17 (1890), Seite 568569
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[568] Meyer, 19) Alexander, Nationalökonom und Publizist, ward sowohl bei den Landtagswahlen 1888 als auch bei den Reichstagswahlen im Februar 1890 nicht wieder gewählt.

21) Hans, Afrikareisender, unternahm 1888 in Begleitung des Afrikareisenden O. Baumann eine neue, großartig angelegte Expedition nach dem Kilima Ndscharo, welche indes, durch den inzwischen ausgebrochenen Aufstand im Gebiet der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft vereitelt, nur eine kurze Strecke ins Land eindringen konnte. M. selbst wurde nebst Baumann vom Araberführer Buschiri gefangen genommen, aller seiner Habe beraubt und nur gegen ein hohes Lösegeld freigegeben, worauf er nach Europa zurückkehrte und das Prachtwerk „Zum Schneedom des Kilima Ndscharo“ (Berl. 1888, 40 Photographien) veröffentlichte. (Über diese Unternehmung vgl. Baumann, In Deutsch-Ostafrika während des Aufstandes, Wien 1889.) Dieser Mißerfolg schreckte M. indes nicht ab; eine neue Expedition wurde ausgerüstet, der österreichische Alpinist Purtscheller als Begleiter gewonnen und im September 1889 von Mombas aus durch englisch-ostafrikanisches Gebiet der Marsch begonnen. Diesmal wurde das gesteckte Ziel wirklich erreicht, der Kibo erstiegen, dessen höchste Spitze Kaiser Wilhelmspitze getauft und zu rund 6000 m bestimmt wurde, dabei zugleich im Kibo ein großer Krater und an seinen Flanken der erste Gletscher in Afrika entdeckt; die Besteigung der kleinern Mawensi-Spitze erwies sich indessen als unausführbar. Vgl. Meyers Bericht in „Petermanns Mitteilungen“ 1890, Heft 1.

 22) August Friedrich, unter dem Namen Friedrich Brunold bekannter Schriftsteller und Dichter, geb. 19. Nov. 1811 zu Pyritz in Pommern, war nacheinander Lehrer in Berlin, Stettin und Joachimsthal, wo er noch heute seinen litterarischen Arbeiten lebt. B. besitzt ein ausgesprochenes Talent für das sangbare Lied. Er veröffentlichte unter anderm: „Gedichte“ (Berl. 1846; 3. Aufl., Stuttg. 1887) und novellistische Arbeiten, z. B. „See- und Waldmärchen“ (Berl. 1845); „Welt und Gemüt“ (Malchin 1867, 3 Bde.) u. a., eine Reihe von Romanen: „Erstes und Zweites, aus der brandenburgischen Geschichte“ (das. 1847), „Michael Bellmann“ (Stett. 1862); „Die Königin im Traum“ (Berl. 1871, 2 Bde.), „Ein sinkender Stern“ (das. 1875), „Verwaist“, Erzählung (das. 1881), und andre Erzählungen für die Jugend; ferner die historische Schrift: „Die Askanier-Burg Werbellin“ (Leipz. 1880), „Litterarische Erinnerungen“ (2. Aufl., Zür. 1881, 2 Bde.) und mit Hedw. Dohm die Anthologie „Lust und Leid im Liede“ (7. Aufl., Berl. 1887).

 23) Georg Hermann von, Anatom, geb. 16. Aug. 1815 in Frankfurt a. M., studierte seit 1833 in Heidelberg und Berlin, ließ sich 1837 in Frankfurt als Arzt nieder, habilitierte sich aber 1840 als Privatdozent in Tübingen, ging 1844 als Prosektor nach Zürich und erhielt dort später die Professur für Anatomie und die Direktion des anatomischen Instituts. M. wurde durch seine Arbeiten über die Statik und Mechanik des menschlichen Knochengerüstes und seine Entdeckung der innern Architektur der Knochen der Begründer der physiologischen Richtung der Anatomie. Er schrieb: „Lehrbuch der Anatomie“ (3. Aufl., Leipz. 1873); „Anleitung zu den Präparierübungen“ (3. Aufl., das. 1873); „Statik und Mechanik des menschlichen Knochengerüstes“ (das. 1873); „Unsre Sprachwerkzeuge u. ihre Verwertung zur Bildung der Sprachlaute“ (das. 1880); „Studien über den Mechanismus des Fußes“ (Jena 1883–86, 2 Hefte); ferner: „Über Sinnestäuschungen“ (2. Aufl., Berl. 1872); „Die Entstehung unsrer Bewegungen“ (das. 1868); „Stimm- und Sprachbildung“ (2. Aufl., das. 1881); „Der Mensch als lebender Organismus“ (Stuttg. 1877); „Die richtige Gestalt des menschlichen Körpers“ (das. 1874). Seine Schrift über „Die richtige Gestalt der Schuhe“ (Zürich 1858) wurde der Ausgangspunkt einer allgemeinen Reform der Fußbekleidung.

 24) Heinrich Adolf, Zoolog, geb. 10. Sept. 1822 zu Hamburg, trat in das große Stockgeschäft seines Vaters, gründete in Amerika eine Filiale desselben, übernahm nach dem Tode des Vaters 1848 das weitverzweigte Geschäft, zog sich aber Ende der 50er Jahre von der Leitung desselben zurück, zweigte von demselben das Elfenbeingeschäft ab und erbaute für letzteres 1864 in Barmbeck eine Fabrik, welche Weltruf erlangt hat. Seit Ende der 50er Jahre studierte M. in Kiel und Berlin Naturwissenschaft und wandte sich dann der Erforschung des Meeres und seiner Bewohner zu. Mit Möbius schrieb er: „Die Fauna der Kieler Bucht“ (Leipz. 1865–72, 2 Bde.), welches Werk ihm die Würde eines Ehrendoktors der Kieler Hochschule einbrachte. Auch sein „Beitrag über die Physik des Meeres“ fand große Anerkennung. 1870 wurde M. Mitglied der Ministerialkommission zur Erforschung der deutschen Meere, welcher er lange Jahre präsidierte. Seine Apparate und Untersuchungsmethoden sind von fast allen Kulturvölkern angenommen worden, welche sich mit Meeresuntersuchungen beschäftigen. Im J. 1818 gehörte M. der verfassunggebenden Versammlung Hamburgs und seit 1877 dem Reichstag an, wo er als Freihändler bei der Fortschrittspartei hospitierte. Er starb auf seinem Landsitz Forstek bei Hamburg 1. Mai 1889.

 25) Georg, Staatsrechtslehrer, geb. 21. Febr. 1841 zu Detmold, besuchte die Universitäten Jena, Heidelberg, Göttingen und Berlin sowie an letzterm Orte das mit dem königl. Statistischen Büreau verbundene statistische Seminar, habilitierte sich 1868, nachdem er eine Zeitlang im juristischen Vorbereitungsdienst sowie beim Statistischen Büreau in Jena beschäftigt gewesen, an der Universität Marburg, ward 1872 hier zum außerordentlichen Professor ernannt, 1875 als Ordinarius nach Jena und 1889 nach Heidelberg berufen. Seit 1881 ist er Mitglied des deutschen Reichstags und hat sich der nationalliberalen Partei angeschlossen. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: „Das Recht der Expropriation“ (Leipz. 1868); „Grundzüge des norddeutschen Bundesrechts“ (das. 1868); „Staatsrechtliche Erörterungen über die deutsche Reichsverfassung“ (das. 1872); „Das Studium des öffentlichen Rechts und der Staatswissenschaften in Deutschland“ (Jena 1875); „Lehrbuch des deutschen Staatsrechts“ (Leipz. 1878, 2. Aufl. 1885); „Lehrbuch des deutschen Verwaltungsrechts“ (das. 1883–85, 2 Bde.); „Die staatsrechtliche Stellung der deutschen Schutzgebiete“ (das. 1888); „Der Anteil der Reichsorgane an der Reichsgesetzgebung“ (Jena 1889).

 26) Klara, Schauspielerin, geb. 1848 zu Leipzig, trat, nachdem sie schon früh in Statistenrollen [569] am Theater ihrer Vaterstadt mitgewirkt, zuerst im Düsseldorfer Stadttheater auf, wo sie mit der Preziosa ihre schauspielerische Laufbahn eröffnete, ging dann als erste tragische und sentimentale Liebhaberin an das deutsche Theater in Amsterdam, wirkte von 1866 bis 1871 am Dessauer Hoftheater und gastierte im Mai des letztern Jahrs als Julia, Emilia Galotti und Vicomte von Létorières im königlichen Schauspielhaus zu Berlin, an dem sie nach Lösung ihres Kontrakts mit Dessau sogleich engagiert wurde. Die sentimentalen und elegisch gefärbten Rollen, welche bisher Frau Ehrhart gegeben hatte, fanden in ihr eine vortreffliche Vertreterin. Doch hat sie sich auch später in leidenschaftlichen Frauenrollen des modernen Schauspiels und im Fach der Salondamen bewährt.

 27) Gustav, Sprachforscher, geb. 25. Nov. 1850 zu Großstrelitz in Oberschlesien, studierte in Breslau Philologie und Sprachwissenschaft, promovierte daselbst 1871 mit der Dissertation „De nominibus graecis compositis“, war 1871–74 Lehrer am Gymnasium in Gotha, habilitierte sich 1876 an der Universität Prag, wurde 1877 zum außerordentlichen, 1881 zum ordentlichen Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft in Graz ernannt. Seit 1875 unternahm er wiederholte Studienreisen nach Italien, Griechenland und dem Orient. Seine Hauptwerke sind: „Die mit Nasalen gebildeten Präsensstämme“ (Jena 1873); „Zur Geschichte der indogermanischen Stammbildung u. Deklination“ (Leipz. 1875); „Griechische Grammatik“ (das. 1880; 2. Aufl., das. 1886); „Albanesische Studien“ (Wien 1883–84, 2 Tle.); „Essays und Studien zur Sprachgeschichte und Volkskunde“ (Berl. 1885); „Reiseskizzen aus Griechenland und Italien“ (Graz 1886); Albanesische Grammatik“ (Leipz. 1888).

 28) Eduard, deutscher Geschichtsforscher, geb. 25. Jan. 1855 zu Hamburg, studierte in Bonn und Leipzig Philologie und Altertumswissenschaft, erwarb in Leipzig 1875 die philosophische Doktorwürde, verlebte die nächsten Jahre in Konstantinopel, habilitierte sich 1879 als Privatdozent der alten Geschichte an der Universität Leipzig, ward 1885 als ordentlicher Professor nach Breslau und 1889 nach Halle berufen. Er schrieb: „Geschichte des Altertums“ (Bd. 1, Stuttg 1884); „Geschichte des alten Ägypten“ (in der „Allgemeinen Geschichte in Einzeldarstellungen“, hrsg. von Oncken, Berl. 1888) und zahlreiche kleinere Schriften.


Jahres-Supplement 1890–1891
Band 18 (1891), Seite 616617
korrigiert
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[616] Meyer, 1) Adolf Bernhard, Zoolog und Anthropolog, geb. 11. Okt. 1840 zu Hamburg, studierte seit 1862 in Göttingen, Wien, Berlin, Zürich Naturwissenschaft und Medizin, bereitete sich seit 1867 in Berlin für Reisen vor und ging 1870 nach Celebes, den Philippinen und Neuguinea, von wo er 1873 zurückkehrte. 1874 folgte er einem Ruf an das königliche naturhistorische Museum in Dresden, welches er neu organisierte und zu einem der bestgeleiteten Deutschlands gestaltete. Er veröffentlichte: „Das Hemmungsnervensystem des Herzens“ (Berl. 1869); Auszüge aus seinen Neuguinea-Tagebüchern (Dresd. 1875); „Mitteilungen aus dem königlichen zoologischen Museum zu Dresden“ (das. 1875–78, 3 Bde.); „Abbildungen von Vogelskeletten“ (das. 1879–90, 2 Bde. mit 150 Tafeln); „Publikationen des königlichen ethnographischen Museums zu Dresden“ (das. 1881–91, 9 Bde.); „Die Hirschgeweihsammlung zu Moritzburg“ (das. 1883–87, 2 Bde.); „Album von Philippinentypen“ (das. 1884–90, 2 Bde.); „Gurina im Obergailthal, Kärnten“ (das. 1885, Nachtrag 1886); „Das Gräberfeld von Hallstatt“ (das. 1885); „Unser Auer-, Rackel- und Birkwild und seine Abarten“ (Wien 1887); „Album von Celebestypen“ (Dresd. 1889). Auch übersetzte er Werke von Darwin, Wallace, Sclater und gibt die „Abhandlungen und Berichte des königlich zoologischen und anthropologisch-ethnologischen Museums in Dresden“ (Berl., seit 1886) heraus.

2) Franz Sales, kunstgewerblicher Schriftsteller, geb. 9. Dez. 1849 zu Kenzingen in Baden, bildete sich nach dem Besuch des Lehrerseminars in Meersburg seit 1867 an der polytechnischen Hochschule zu Karlsruhe, wurde 1871 daselbst als Lehrer an der Kunstgewerbeschule angestellt und 1879 zum Professor ernannt. Er veröffentlichte: „Ornamentale Formenlehre“ (Leipz. 1886, mit 300 Taf.); „Handbuch der Ornamentik“ (das. 1888–90); „Handbuch der Schmiedekunst“ (das. 1888); „Handbuch der Liebhaberkünste“ (das. 1889); „Musterbuch moderner Schmiedeeisenarbeiten“ (Karlsr. 1888–90, 3 Tle.) und mit Theod. Krauth das „Schreinerbuch“ (Leipz. 1890, 2 Bde.).

3) M. Wilhelm, Astronom, geb. 15. Febr. 1853 zu Braunschweig, widmete sich anfangs dem Buchhandel, dann aber auf den Universitäten, resp. Sternwarten von Göttingen, Leipzig, Zürich der Astronomie, promovierte 1875 in Zürich, habilitierte sich daselbst 1876 als Privatdozent, wurde 1877 Observator an der Sternwarte in Genf, habilitierte sich 1882 daselbst, siedelte aber schon 1883 nach Wien und später nach Berlin über und wurde 1888 Direktor der Gesellschaft Urania für populäre Naturwissenschaft. Er schrieb: „Die Königin des Tages und ihre Familie“ [617] (Wien 1885); „Die Entstehung der Erde und des Irdischen“ (Berl. 1888) und mehrere andre ähnliche Schriften. Mit Schwalbe gab er die 11. Auflage von Diesterwegs „Populärer Himmelskunde“ (Berl. 1889) heraus, auch redigiert er die Zeitschrift „Himmel und Erde“, Organ der Gesellschaft Urania (Berl., seit 1889).


Jahres-Supplement 1891–1892
Band 19 (1892), Seite 613
korrigiert
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[613] Meyer, 1) Hans, Kupferstecher, geb. 26. Sept. 1846 zu Berlin, trat nach beendigtem Gymnasialkursus in das Atelier von E. Mandel, bei dem er sieben Jahre arbeitete, und besuchte gleichzeitig die Kunstakademie. Seine ersten selbständigen Arbeiten waren einige gestochene Porträte nach Photographien und ein Stich des Bildnisses der Infantin Maria Margarete, von Velazquez, im Louvre, der ihm den Michael Beerschen Preis eintrug. 1871 und 1872 hielt er sich in Italien auf, wo unter anderm die Stiche von zwei Studienköpfen (jungen Neapolitanerinnen) entstanden. Nach seiner Rückkehr in die Heimat führte er einen Stich nach Julius Schraders Bildnis des Grafen Moltke aus, der ihm die Mittel zu einer zweiten Reise nach Italien (1874–1875) gab, wo er unter anderm eine Zeichnung von Raffaels Poesie in den Stanzen des Vatikans anfertigte. Der Stich danach, der die Figur zum erstenmal inmitten ihrer dekorativen Umrahmung wiedergibt, beschäftigte ihn bis 1884. Diesem seinem ersten Hauptwerk folgten zunächst der Stich Maria und Elisabeth mit dem Christuskind und dem kleinen Johannes nach dem Gemälde Morettos im Berliner Museum und die Radierungen nach den Angelischen Bildnissen des deutschen Kronprinzenpaares (1883). Im J. 1884 wurde ihm der Unterricht im Kupferstechen und Radieren an der Hochschule für die bildenden Künste übertragen, den er noch gegenwärtig leitet. Von seinen übrigen Werken sind der Stich nach van Dycks Dame mit dem Handschuh im Louvre und eine Radierung nach Rubens’ Perseus und Andromeda im Berliner Museum hervorzuheben. 1886 erhielt er die kleine goldene Medaille der Berliner Ausstellung und 1888 den Professortitel. Zugleich wurde er vom Staate beauftragt, die von E. Geselschap im Kuppelraum des Berliner Zeughauses ausgeführten Wandgemälde in Kupfer zu stechen. Als selbständig schaffender Künstler hat er in einem 19 Bleistiftzeichnungen umfassenden Cyklus: ein Totentanz, eine reiche Erfindungsgabe gezeigt.

2) Viktor, Chemiker, geb. 8. Sept. 1848 zu Berlin, studierte seit 1865 Chemie in Berlin und Heidelberg, wurde 1871 Professor am Polytechnikum in Stuttgart, 1872 am Polytechnikum in Zürich, 1885 an der Universität in Göttingen und 1869 in Heidelberg. M. zählt zu den bedeutendsten Chemikern der Gegenwart und hat mehrere Kapitel seiner Disziplin wesentlich gefördert. Seine wichtigsten Arbeiten betreffen die aromatischen Verbindungen, die Nitroverbindungen der Fettreihe, die gemischten Azoverbindungen, Oxime, die Thiophengruppe, ferner Gas- und Dampfdichtebestimmungen, das Verhalten von Elementen und Verbindungen bei sehr hohen Temperaturen, die langsame Verbrennung von Gasgemischen und stereochemische Theorien. Er schrieb: „Pyrochemische Untersuchungen“ (mit Langer, Braunschw. 1885); „Lehrbuch der organischen Chemie“ (mit Jacobson, Leipz. 1891 ff.); „Tabellen zur qualitativen Analyse“ (mit Treadwell, 3. Aufl., Berl. 1891); „Die Thiophengruppe“ (Braunschw. 1888); „Ergebnisse und Ziele der stereochemischen Forschung“ (Heidelb. 1890); „Aus Natur und Wissenschaft. Wanderblätter und Skizzen“ (das. 1892).