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MKL1888:Fraktūr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Fraktūr“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Fraktūr“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 6 (1887), Seite 480
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Fraktūr. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 6, Seite 480. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Frakt%C5%ABr (Version vom 07.03.2021)

[480] Fraktūr (lat.), Bruch, besonders in der Chirurgie jeder Knochen- oder Beinbruch; in der Buchdruckerei Name der sogen. deutschen Lettern wegen ihrer scharf gebrochenen Ecken, zum Unterschied von der abgerundeten römischen oder Antiquaschrift. Albrecht Dürer, Vinzenz Rockner, Hofsekretär des Kaisers Maximilian I., und Johann Neudörfer, ein Schönschreiber in Nürnberg und Zeitgenosse der Vorgenannten, sind ihre Urheber (s. Schriftarten). Die F. findet sich außer zum Druck von deutschen Werken auch angewandt für die dänische, norwegische, finnische, lettische, litauische, esthnische, föhrische, isländische und zum Teil auch für die schwedische Sprache; doch weicht sie in der Neuzeit hier mehr und mehr der römischen Schrift. In Deutschland selbst, wo sie an den Brüdern Grimm und deren Anhängern entschiedene Gegner fand, ist sie beim Druck von wissenschaftlichen, nur auf Gelehrtenkreise berechneten Werken ziemlich außer Gebrauch gekommen (etwa 60 Proz. werden jetzt mit Antiqua gedruckt); in Zeitungen und in der schulwissenschaftlichen und Volkslitteratur behauptet sie dagegen noch unbestritten das Feld. In der Schönschreibekunst heißt auch die sogen. Kanzleischrift F.