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MKL1888:Bodōni

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Bodōni“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Bodōni“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 3 (1886), Seite 121
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Bodōni. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 3, Seite 121. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Bod%C5%8Dni (Version vom 20.08.2021)

[121] Bodōni, Giambattista, der vorzüglichste ital. Buchdrucker des 18. Jahrh., geb. 16. Febr. 1740 zu Saluzzo in Piemont, wo sein Vater eine kleine Buchdruckerei besaß, ging 1758 nach Rom und trat als Setzer in die Druckerei der Propaganda. Hier machte er sich mit den orientalischen Sprachen bekannt und wurde schließlich mit der Ordnung der Stempelsammlung der Propaganda betraut. Der Herzog Ferdinand von Parma gewann ihn 1768 für seine nach den besten Mustern neuerrichtete Druckerei, welche er in kurzer Zeit auf eine bis dahin unbekannte Stufe von Vollendung hob. Als Schriftschneider lieferte B. allein 143 Alphabete Antiqua mit Kursiv und Kapitälchen und außerdem noch viele Alphabete in fremden Sprachen. Leider hält der innere Wert seiner Ausgaben nicht mit der äußern prächtigen Ausstattung gleichen Schritt; sie sind meist inkorrekt, und die Wahl der zu Grunde gelegten Ausgaben ist schlecht. B. starb zu Padua 20. (29.) Nov. 1813. Die elegantesten seiner Drucke sind: die „Iliade“ (1808, 3 Bde.); „Vergil“ (1793, 2 Bde.); die „Oratio dominica in CLV linguas versa et exoticis characteribus plerumque expressa“ (1806). Ein „Manuale tipografico di Giamb. B.“ mit Proben seiner verschiedenen Typen erschien 1818 in 2 Bänden. Seine Biographie und ein Verzeichnis seiner Drucke gaben J. de Lama (Parma 1816, 2 Bde.) und neuerdings Bernardi (Saluzzo 1873) heraus.