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MKL1888:Birken

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Birken“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Birken“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 2 (1885), Seite 965966
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Birken. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 2, Seite 965–966. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Birken (Version vom 21.02.2023)

[965] Birken, Siegmund von, Dichter, geb. 5. Mai 1626 zu Wildenstein bei Eger als der Sohn des evangelischen Geistlichen Betulius, der später ein Predigtamt in Nürnberg erhielt, studierte in Jena seit 1643 zuerst die Rechte, dann Theologie, wurde 1645 in Nürnberg unter dem Namen Floridan Mitglied des Pegnitzschäferordens und übernahm 1646 die Erziehung des Prinzen Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel und seines Bruders. Das Verhältnis löste sich aber schon nach Jahresfrist, und B. kehrte 1648 nach Nürnberg zurück, wo er in höherm Auftrag zur Friedensfeier (1650) das Festschauspiel „Teutscher Kriegs Ab- und Friedens Einzug“ (Nürnb. 1650) verfaßte. Infolgedessen wurde er 1654 in den Adelstand erhoben, worauf er seinen latinisierten Namen ins Deutsche rückübersetzte und sich „v. B.“ nannte. Nachdem er von 1657 bis 1660 in Baireuth gelebt, kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er 12. Juni 1681 starb. B. ist in seinen lyrischen und sonstigen Gedichten noch mehr als die andern Pegnitzschäfer affektiert und geschraubt, ein Versvirtuose [966] der äußerlichsten Art, ohne tiefere Anlage. Seine Dramen, außer dem oben genannten: „Margenis, oder das vergnügte, bekriegte und wieder befreite Deutschland“ (Nürnb. 1679, aufgeführt schon 1651) und die Singspiele „Psyche“ und „Sophia“ (Baireuth 1662), sind unerquickliche Allegorien. Sein „Spiegel der Ehren des Hauses Österreich“ (Nürnb. 1668) ist die Umarbeitung eines ältern Werks von F. J. Fugger, mit Tilgung alles für den Papst, die Geistlichkeit und die fremden Monarchen Unangenehmen; sein „Guelfis, oder Niedersächsischer Lorbeerhain“ (das. 1669) eine ähnliche Verherrlichung des Hauses Braunschweig. Seine theoretischen Ansichten von Poesie und Rhetorik legte er in seiner „Teutschen Redebind- und Dichtkunst“ (Nürnb. 1679) nieder. Eine Auswahl seiner Gedichte findet sich in Müllers „Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrhunderts“, Bd. 9 (Leipz. 1826). Vgl. Tittmann, Die Nürnberger Dichterschule (Götting. 1847).