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MKL1888:Adlerberg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Adlerberg“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Adlerberg“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 1 (1885), Seite 124
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Adlerberg. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 124. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Adlerberg (Version vom 11.09.2022)

[124] Adlerberg, Wladimir Feodorowitsch, Graf, russ. General und Minister, geb. 29. Nov. 1791 zu Wiborg als Sohn eines Obersten aus einer schwedischen Familie Svebelius, die 1684 unter dem Namen A. in den Adelstand erhoben wurde, trat 1811 als Offizier in die Armee, machte die Feldzüge von 1812 bis 1814 mit und ward 1817 Adjutant und Vertrauter des Großfürsten Nikolaus, welchem er während des Aufstands 14. Dez. 1825 zur Seite stand, und in dessen Gefolge er 1828 als Generalmajor dem türkischen Feldzug beiwohnte. Im J. 1833 ward er Generalleutnant, 1842 Generaldirektor des Postwesens, 1843 General der Infanterie, 1847 in den Grafenstand erhoben und 1852 Minister des kaiserlichen Hauses und Ordenskanzler. Mit den autokratischen Grundsätzen seines Herrn hatte er sich völlig identifiziert. Weniger ein Werkzeug seiner politischen Pläne, war A. vielmehr ein persönlicher Diener des Kaisers und wurde vorzugsweise in wichtigen Privatangelegenheiten verwendet. In solcher Stellung behielt er auch unter Alexander II. nicht unbedeutenden persönlichen Einfluß, wenngleich er die liberalen Reformen des Kaisers keineswegs förderte. Im J. 1870 nahm er wegen seines hohen Alters seinen Abschied, nachdem er schon 1857 die Leitung des Postwesens niedergelegt hatte, und starb 10. März 1884. Das Ministerium des kaiserlichen Hauses ward seinem ältesten Sohn, Alexander, Graf A. II. (geb. 1819), General der Infanterie und Generaladjutant, übertragen, welcher während des letzten türkisch-russischen Kriegs zum Generalkommandanten des kaiserlichen Hauptquartiers ernannt, von Alexander III. aber gleich nach seiner Thronbesteigung seines Postens als Minister des kaiserlichen Hauses enthoben wurde. Sein zweiter Sohn, Nikolaus, Graf A. III., gleichfalls General der Infanterie und Generaladjutant, war Generalgouverneur von Finnland und ist Verfasser eines Buches: Von Rom nach Jerusalem (Petersb. 1853).


Ergänzungen und Nachträge
Band 17 (1890), Seite 7
korrigiert
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[7] Adlerberg, Graf Alexander Wladimirowitsch, bis 1887 russischer Hausminister, starb 4. Okt. 1888 in München.