Zum Inhalt springen

Leo XIII

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Stefan George
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Leo XIII
Untertitel: {{{SUBTITEL}}}
aus: Der siebente Ring
S. 20–21
Herausgeber: {{{HERAUSGEBER}}}
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1907
Verlag: Blätter für die Kunst
Drucker: Otto von Holten
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
Kurzbeschreibung: Gedicht auf Papst Leo XIII.
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[20]

LEO XIII

Heut da sich schranzen auf den thronen brüsten
Mit wechslermienen und unedlem klirren:
Dreht unser geist begierig nach verehrung
Und schauernd vor der wahren majestät

5
Zum ernsten väterlichen angesicht

Des Dreigekrönten wirklichen Gesalbten
Der hundertjährig von der ewigen burg
Hinabsieht: schatten schön erfüllten daseins.

Nach seinem sorgenwerk für alle welten

10
Freut ihn sein rebengarten · freundlich greifen

In volle trauben seine weissen hände ·
Sein mahl ist brot und wein und leichte malve
Und seine schlummerlosen nächte füllt
Kein wahn der ehrsucht · denn er sinnt auf hymnen

15
An die holdselige Frau · der schöpfung wonne ·

Und an ihr strahlendes allmächtiges kind.

[21]

›Komm heiliger knabe! hilf der welt die birst
Dass sie nicht elend falle! einziger retter!
In deinem schutze blühe mildre zeit

20
Die rein aus diesen freveln sich erhebe ..

Es kehre lang erwünschter friede heim
Und brüderliche bande schlinge liebe!‹
So singt der dichter und der seher weiss:
Das neue heil kommt nur aus neuer liebe.

25
Wenn angetan mit allen würdezeichen

Getragen mit dem baldachin – ein vorbild
Erhabnen prunks und göttlicher verwaltung –
Er eingehüllt von weihrauch und von lichtern
Dem ganzen erdball seinen segen spendet:

30
So sinken wir als gläubige zu boden

Verschmolzen mit der tausendköpfigen menge
Die schön wird wenn das wunder sie ergreift.