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Lackschuh sprach zum Wasserstiebel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Hans Bötticher
(Joachim Ringelnatz)
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Titel: Lackschuh sprach zum Wasserstiebel
Untertitel:
aus: Die Schnupftabaksdose. Stumpfsinn in Versen und Bildern von Hans Bötticher und Richard Seewald (1889-1976). S. 19-20
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1912
Verlag: R. Piper & Co.
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Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Bild
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Bearbeitungsstand
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[19]
Lackschuh sprach zum Wasserstiebel:

„Lieber Freund, du riechst so übel.
Und du bist nach meiner Meinung
Eine störende Erscheinung.

5
Darum muss wohl von uns beiden

Einer dieses Schuhhaus meiden.“
Stiefel lächelte dazu
Und begann: „Verehrter Schuh,
Wenn du jenes Sprichwort kennst:

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Alles ist nicht Gold, was glänzt,

Nimm es besser dir zu Herzen,
Denn die Welt, sie liebt zu schwärzen,
Was da glänzt, auch zieht sie keck
Das Erhab’ne in den Dreck.

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[20]
Will dein Lack mir auch gefallen,

Teurer Schuh, bedenke doch,
Wenn der Lack in Staub zerfallen,
Lebt das fette Leder noch.
Niemals hieltest du den nassen

20
Kalten Wasserfluten Stand,

Denn die Elemente hassen
Das Gebild von Menschenhand.“
Und der Schuh verbeugte sich.
Darauf sprach er ernst und würdig:

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„Freund, ich überzeugte mich,

Dass du mir ganz ebenbürtig.
Leider war mir anfangs duster,
Was mir jetzt Gewissheit ist,
Dass du Meisterwerk vom Schuster

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Wasser-Dichter Stiefel bist.“