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Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)

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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)
Untertitel:
aus: 103 Gedichte, S. 73–74
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag: Ernst Rowohlt
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
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Bearbeitungsstand
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[73]
Kassel (Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)


Man hat sie in den Laden
In ein intimes Bassin gesetzt.
Dort dürfen sie baden.
Äußerlich etwas ausgefranst, abgewetzt –

5
Scheinen sie inwendig

Doch recht lebendig.
Sie murmeln Formeln wie die Zauberer,
Als würde dadurch ihr Wasser sauberer.

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Sie kauen Mayonnaise stumm im Rüssel
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Und träumen sich gegen den Strich rasiert,

Sodann geläutert, getötet, erwärmt und garniert
Auf eine silberne Schüssel.
Sie enden in Kommerzienräten,
Senden die witzigste von ihren Gräten

15
In eine falsche Kehle.

Und ich denke mir ihre Seele
Wie eine Kellerassel,
Die Kniebeuge übt. – – –
Ja und sonst hat mich in Kassel

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Nichts weiter erregt oder betrübt.