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Joachim von Schapelow

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Joachim von Schapelow
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aus: Die Volkssagen der Altmark
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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8. Joachim von Schapelow.

Zu den Zeiten des Churfürsten Johann Georg lebte zu Berlin ein Edelmann, Namens Joachim von Schapelow, dessen Grabschrift noch in der Kirche zu Quilitz vorhanden, und der wegen seiner verwunderlichen Stärke beim Volke noch in gutem Andenken ist. Es gab zu seiner Zeit keinen stärkeren Mann als er. Einstmals war ein fremder Fürst nach Berlin zum Besuche des Churfürsten gekommen; der hatte einen ungeheuer großen und starken Mann mitgebracht, von dem er rühmte, daß kein lebender Mensch ihm an Stärke gleich komme. Das wollte der Churfürst nicht glauben, indem er vermeinte, sein Schapelow sei stärker. Er befahl diesem dahero, sich mit dem Riesen des fremden Fürsten einzulassen. Das waren alle Theile zufrieden, indem der Riese und sein Herr nicht anders vermeinten, als jener werde über den kleinen Märker einen leichten Sieg davon tragen. Aber Joachim von Schapelow warf bald den fremden Riesen zu Boden, ergriff ihn dann, als derselbe aufstand, von Neuem, hielt ihm beide Hände fest, daß er sich nicht rühren konnte, trug ihn zum Fenster hin, und wollte ihn aus demselben hinauswerfen, zum öffentlichen [97] Wahrzeichen seines Sieges. Der Churfürst aber gestattete ihm das nicht.

Dieser hohe Herr war indeß über den Sieg seines Edelmanns so erfreut geworden, daß er ihm erlaubte, aus seinem Weinkeller so viel Wein herauszuholen, als er mit Einem Male heraustragen könne. Da sah man erst die erstaunliche Kraft des Schapelow. Er nahm nämlich ein Faß Wein unter den rechten Arm, ein Faß unter den linken, ferner ergriff er ein Faß am Spundloch mit den vier Fingern der rechten, und eins mit den vier Fingern der linken Hand; also daß er insgesammt vier Fässer Wein aus dem Keller getragen. Als das der Churfürst gesehen, hat er gesagt: Schaplo! Schaplo! dießmal mag’s geschehen; wir werden dich aber wohl nicht wieder in unseren Weinkeller schicken!

Dieser Schapelow starb im Jahre 1574.

Beckmann histor. Beschr. v. Brandenburg. Th. 1. S. 278.