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Jean Paul (Geisheim)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Jean Paul
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 98–100
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Quelle: Commons, Google
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[98]
Jean Paul.


Jean Paul Friedrich Richter, der Wunsiedler,
Sollte heißen Wundersiedler,
Nach des Geistes Wunderland;
Der uns Himmels-Siedlerhütten

5
In das Leben so recht mitten

Siedelt in den Quark und Sand.

Sonn-, Mondschein- und Kreuzer-Irrlichts-Flammen
Wundersiedert er zusammen,
Und steckt uns Laternen an,

10
Daß wir auf der Jakobsleiter

Aus dem Land’ der Bärenhäuter
Ducken, gucken himmelan.

Liebesbriefe zwischen Mensch’ und Göttern,
Zwischen Erd’ und Himmels-Vettern

15
Schickt er mit der Hundespost,

Und nimmt, wie die Sternengucker,
So jedweden armen Schlucker,
Alle Narr’n in Himmelskost.

[99]
Stolz macht er uns auf der Menschheit Ahnen,
20
Auf die göttlichen Titanen,

Und belaubt das Menschenhaupt;
Aber zeigt uns auch den Flegel
Und den kleinen Erdenkegel,
Den der Kugel Bahn umstaubt.

25
Er bewirthet freundlich seine Gäste

In dem armen Lerchenneste,
Setzet ihnen Nektar vor.
Aber auch als Katzenberger,
Ganz gelassen, sonder Ärger,

30
Schlägt er derb dich hinter’s Ohr.


Blumen-, Frucht- und Dornenstücke wechselnd,
Seine Dornen also drechselnd,
Daß man sie für Blumen hält,
Schneidet friedreich Friedrich Richter

35
Richterliche Bocksgesichter,

Liebend strafend Zeit und Welt.

Jean Paul Friedrich Richter, aus Wunsiedel
Spielt die Lyra wie die Fiedel,
Flöte wie den Dudelsack.

40
Ist Gelehrter und Verkehrter,

Jean und Paulus, Götz und Werther,
Oriflamme, Schnick und Schnack.

[100]
Horcht, ihr Leute, horchet auf den Richter,

Auf den verselosen Dichter,

45
Der euch auf die Versen tritt.

Zieht levanisch wohlgezogen
Vorwärts zu dem Sternenbogen,
Denn Jean Paul nimmt gern euch mit.

Richtet euern Blick zu unsichtbaren,

50
Ew’gen Loge, wo die Scharen

Seiner Blumen sternhell blühn;
Wo sich seines Geistes Geister
Leuchtend sammeln um den Meister,
Und mit ihm am Himmel ziehn.