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Instinct oder Ueberlegung? (Die Gartenlaube 1878/7)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Wdlg.
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Titel: Instinct oder Ueberlegung?
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 126
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[126] Instinct oder Ueberlegung? Vor einiger Zeit besuchte ich einen mir befreundeten Geistlichen. Als wir uns zu einer Tasse Kaffee niedersetzten, wurde der Kanarienvogel, dessen Käfig ganz in der Nähe des Kaffeetisches stand, unruhig. „Aha,“ sagte mein Freund, „Mätzchen will ein Stückchen Zucker haben. Nun geben Sie einmal Acht!“ Er suchte ein recht hartes Stück aus und reichte es in den Käfig. Der Vogel bearbeitete es eine Zeit lang mit Klauen und Schnabel, aber, wie es schien, ohne Erfolg. Plötzlich nimmt er seinen Zucker in den Schnabel; hopp! hopp! sitzt er vor dem Wassernäpfchen und taucht den Zucker hinein. Nun flog er auf den Boden des Käfigs und verzehrte seinen Leckerbissen in aller Ruhe. „Wenn der Zucker nicht sehr hart ist, sodaß er ihn zerbeißen kann, fällt es ihm nicht ein, ihn erst anzufeuchten. Zuweilen,“ erzählte mein Freund weiter, „kommt es vor, daß beim Eintauchen das Stück seinem Schnabel entfällt; dann macht er mannigfache Versuche, es wiederzuerlangen, und noch lange nachher denkt er an den ihm entgangenen Leckerbissen und sieht aufmerksam in das Wasser hinein.“ Von Dressur kann hierbei nicht die Rede sein, denn der Vogel ist von jung auf im Besitze des Geistlichen gewesen und ohne alle Abrichtung geblieben.

Wdlg.