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Im Lande der Pharaonen

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Textdaten
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Autor: Arthur Stahl
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Titel: Im Lande der Pharaonen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 331–332, 334
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1868
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[331]

Im Lande der Pharaonen.

Von Arthur Stahl.
Das arabische Haus und der türkische Harem.

„Es gehet eine kleine Wolke auf, wie eines Mannes Hand,“ singt der Bote des Elias und ebenso erwartungsvoll betrachteten wir, auf der Terrasse des Hotels in Kairo, das aufsteigende Gewölk, welches den ersehnten Regen bringen sollte. Denn nichts ist so rar und nichts ist so kostbar in Aegypten. Ewig blau spannt sich der Himmel über das schmachtende Land, die Luft ist glühend, trocken, wirkt wie eine elektrische Spannung, die ohne Lösung bleibt, die Bäume und Pflanzen haben keine Farbe mehr, so sind sie von Staub bedeckt, der feste Boden scheint sich auslösen zu wollen in wirbelnde Wolken. Es regnet – und Alles athmet erquickt auf! Die Palmen breiten ihre Fächer aus, um das köstliche Naß bis in’s Herz zu empfangen, das Zuckerrohr richtet sich frisch gebadet auf, die Akazien duften voller, die Lerchen zwitschern lustig, sie nehmen hier ihren Winteraufenthalt, es ist ein großer Feiertag in der Natur.

Aber auch für die Wagen und Eselführer. Denn wenn es in Kairo geregnet hat, so verwandelt sich der Staub in so undurchdringlichen Schmutz, daß auch der an nordische Straßen gewöhnteste Fuß hier nicht ausgehen könnte. Das ist dann nur möglich für die arabischen und nubischen Füße, die sich nicht mit den Ueberflüssigkeiten der Schuhe und der Pantalons befassen und bei jeder Moschee ein geweihtes Wasserbassin finden, um sich zu baden, wie der Koran es gebietet.

Ein solcher Regentag, der es uns unmöglich macht, die Straßen und Spaziergänge aufzusuchen, ist sehr geeignet, sich das Innere der Häuser und des orientalischen Familienlebens zu betrachten, und ich machte zwei Besuche, zu welchen man mich aufgefordert hatte: im Harem eines Pascha und im Hause eines Arabers, der an die Fremden geschnittene Steine verkauft.

Wenn es nun sehr interessant war, nacheinander das Innerste zweier Häuser zu sehen, welche den verschiedensten Rangstufen angehörten, so muß ich zugleich gestehen, daß der Eindruck des letzteren der bei weitem angenehmere war.

Der türkische Harem ist weit öfter als das erstere beschrieben worden. Ich kann nur sagen, daß der tiefste Widerwille mich keinen Augenblick verlassen hat. Da nur der Hausherr selbst Fremden den Besuch in seinem Harem gestatten kann, so pflegt man sich gewöhnlich zuerst mit ihm zu unterhalten. Er erweist sich als ein Mann von europäischer Bildung, ist mit den Culturzuständen, den politischen Ereignissen, den Verhältnissen anderer Länder bekannt; man fühlt sich also geistig mit ihm auf dem Fuße der Gleichheit. Unwillkürlich legt man diesen Maßstab, der bei uns davon unzertrennlich ist, auch an den Zuschnitt seines Hausstandes. Eine Weile wird diese Täuschung noch aufrecht erhalten durch die halb französische Einrichtung der Prachtgemächer, durch welche man geführt wird, doch beginnt sie schon zu schwanken. Denn welch ein mißverstandenes Durcheinander selbst in den Palästen, welch ein stilloses Aufputzen der Gemächer! Wo ist die altorientalische vornehme Pracht? Im Salon ein Büffet und ein Eßtisch, im Speisesaal Nippesschränke und weichliche Polstermeubel! Ueberall erblickt man an sich schöne Gegenstände, von deren richtiger Anwendung man keine Ahnung gehabt hat. Anstatt der kostbaren Seidentapeten von Damaskus hängen jammervolle Oelgemälde an den Wänden, anstatt der prächtigen gewirkten Stoffe vor den Fenstern französische Gewebe oder Papierrouleaux, bemalt mit Jagd- und Blumenstücken, wie bei uns in den Gasthäusern.

Und jetzt, von den schwarzen Scheusalen bewacht, öffnen sich die Thüren des Harems. Wir befinden uns gegenüber den puppenhaften, trägen Geschöpfen, die uns anstarren, unsere Kleider betasten, unsern Schmuck bewundern und uns nicht einmal den [332] Eindruck intelligenter Kinder, ja selbst nicht den großer Schönheit gewähren. Denn mit welch frischen Reizen geschmückt sie auch in den Harem gekommen sind, die Gefangenschaft beschneidet dem Vogel die Flügel, macht gerade die Begabtesten stumpf, die stete Sorge für den Körper, denn dieser allein ist im Harem wichtig, macht sie träge, und endlich das Wohlleben ohne jede Spur geistiger Regsamkeit apathisch. Wenn erzählt wird, daß Mehemed Ali mit zweiundvierzig Jahren von einer circassischen Sclavin seines Harems lesen und schreiben gelernt habe, wenn auch die reizende Scheherezade ihren Kopf nur durch die schönen Geschichten, die sie zu erzählen verstand, rettete, so würde man doch sehr irren, wollte man daraus auf den allgemeinen Bildungszustand schließen. Derselbe ist sehr gering und kann es in diesem Verhältnisse dem Manne gegenüber nur sein. Denn wenn er sich änderte, so würde sogleich das ganze Haremswesen zusammenfallen, die Frau würde das glänzende Joch abschütteln und aus der Sclavin der Liebe die freie Gefährtin des Mannes werden. Nein, sie fühlt das Unwürdige ihres Looses noch nicht, sie hat noch keine Vorstellung von dem heiligen Palladium des Hauses und der Ehe, welche auf der völligen Gleichheit der Rechte und der Pflichten beruht. Doch wird die Zeit kommen, denn warum sollte sie es nicht? So wenig sich der Orient den Culturströmungen Europas entziehen kann, so wenig wird auch das Loos und die Bildung der Frauen des Orients von den Konsequenzen derselben unberührt bleiben. Auch giebt es bereits Ausnahmen, und diese am leichtesten, wo die Frau Kinder, vorzüglich einen Sohn hat. Dies giebt ihr den obersten Rang im Hause, stellt die anderen Frauen oder Sklavinnen unter ihre Herrschaft, und der Ehrgeiz, für welchen sie empfänglich scheint, weckt ihre schlummernden Lebensgeister, um sie zur Erziehung und zur Förderung des Sohnes zu verwenden. Wie im Alterthum, so erhält auch die Frau des Orients erst Würde und Werth durch die Mutterschaft, an sich ist sie nichts und rechtslos.

Indessen hatten die gewöhnlichen Haremsunterhaltungen begonnen. Zwei der Damen saßen neben mir auf dem Polster, und einen Gesprächsgegenstand zu finden, gehört keineswegs zu den leichten Sachen; denn der Putz und die Tagesgeschichte des Harems macht ihre Welt aus. Sie waren hübsch, aber nach unserm Geschmack erinnert die Gesichtsmalerei, welche die Frauen im Orient allgemein anwenden, zu sehr an das Theater. Wenn sie nicht Schminke auflegen, so lassen sie wenigstens einen feinen schwarzen Strich um die Augen herum zeichnen, was ihren Glanz hebt und sehr kokett aussieht. Ebenso waren ihre Gestalten in den leichten Gewändern von weißem Mousselin, welche ein bunter Shawl um die Hüfte hielt, noch anmuthig; aber eine gewisse Haltlosigkeit in ihren Bewegungen ließ schon den Augenblick ahnen, wo sie zu stark werden.

Zwei Sclavinnen saßen zu meinen Füßen und betrachteten mit großem Ernst meine Fußbekleidung. Sorbet, Kaffee, Dattelconfect, candirte Rosenblätter wurden zierlich dargereicht von Sclavinnen, welche die Teller auf silberbefranzten Tüchern hielten, die lang herabhingen. Der Herr des Harems rauchte inmitten seiner Frauen den Nargileh; die Lieblingskinder, mit Pariser Kleidern wie kleine Affen herausgeputzt, spielten, auf den Teppichen liegend, mit riesengroßen französischen Puppen; denn die Damen der vornehmen Harems in Kairo und Alexandria sind ebenso erpicht darauf, europäische Sachen zu kaufen, als wir orientalische.

Jetzt sollten einige Sclavinnen singen und tanzen. Und sie sangen und sie tanzten schlecht.

Den hohen Reiz der Orientalinnen und ihre üppige Grazie vermag das Künstlerauge nur noch im Volke, und zwar in den niederen Schichten, zu finden, wo allein sie sich rein erhalten hat.

Für die Musik hat der Araber überhaupt keinen Sinn, sie ist ebenso monoton, als seine reiche und phantastische Sprache für die Poesie ausgiebig ist, und der Tanz der Almen hat nur Interesse, wenn er völlig ungebunden der Leidenschaft des Südens Ausdruck geben darf. Von dem Auge des gut erzogenen Europäers kann man indessen nicht erwarten, daß es den Tanz de l'abeille ertrage. (Bei dem Tanz mit der Biene wird diese als auf die Tänzerin zufliegend und schließlich in die Gefangenschaft zwischen die Finger gerathend darstellt.) Im türkischen Harem ist nichts dergleichen zu befürchten. Im weiß nicht, welches gezierte, französische, carikirte Wesen hier beginnt, seinen Stempel aufzudrücken und den Frauen ihre natürliche Anmuth zu nehmen. Es wäre wünschenswerther für sie, daß deutscher und englischer Einfluß sich geltend machte; er würde ihren Geist zu wecken suchen, ohne doch ihre naive und einfache Grazie zu zerstören.

Hoffen wir, daß die himmelblauen Mauern ihres Gefängnisses – denn diese Farbe pflegt man den Gebäuden des Harems zu geben – einst niederfallen und die Frau des Orients, frei geworden, zeige, daß sie, wie die Frauen anderer Nationen, würdig ist, dem Manne gleichzustehen.

Einen völlig verschiedenen Eindruck macht das Haus des Arabers. Obwohl es ihm freisteht, mehrere legitime Frauen zu haben, so beginnt dies immer seltener zu werden, denn – es ist zu kostspielig. Die Frau aus dem Volke scheint im Orient richtigeres Gefühl zu haben, als die Haremsdame; sie erträgt es nicht, mit einer andern Frau das Haus zu theilen, und will der Mann eine zweite und dritte Frau nehmen, so muß er ihr ein Haus und einen Hausstand geben, weil unter einem Dache der Hausfriede schlecht berathen sein würde.

Mein Scarabäenverkäufer[1] Abdallah, eine der malerischsten Gestalten vom weißen Turban bis zu den gelben Pantoffeln und dem prachtvollen Faltenwurf seiner schwarzen Toja, besaß deren zwei und führte mich zu seiner Lieblingsgattin mit dem harmonisch klingenden Namen Chareb. Obwohl Abdallah offenbar eitel war und eine Ehre darein setzte, mir seine hübsche Frau zu zeigen, geschah dies doch nicht, ohne mir vorher beizubringen, daß ich dem Diener ein „Bakschisch“ und der Frau ein Geschenk geben möchte; denn das Geschäft vergißt der in den Städten geschulte Araber nie.

Wir gingen durch einige dunkle Straßen von Kairo, in welchen die Häuser einander so nahe stehen, daß man sich aus den Holzerkern der oberen Etagen die Hände reichen kann, und in welche nie ein Sonnenstrahl hineindringt. Die Hausthüren haben kein Schloß. Ein großer Holzriegel wird vorgeschoben, und man hört nie von einem Diebstahl. Es war also nur eine vornehme Form, daß Abdallah mit mir vor der Thür, die mit allerlei Zeichen roth bemalt war, wie die Juden mit dem Blut des Osterlamms zu thun pflegten, stehen blieb, um mit wuchtigen Schlägen zu klopfen. Ein kleiner schwarzer Eunuch, ohne welche kein Haus in Aegypten bestehen zu können scheint, öffnete und wir stiegen aus dem dunkeln Hausflur in die oberen freundlicheren Stockwerke des Hauses. Ich hörte die Pantoffeln und die Gewänder der Damen des Hauses an einer der Thüren rauschen, aber sie erschienen noch nicht. Man führte mich nun in ein Gemach, in welchem meine Augen auf das Sonderbarste durch Lithographien, die Wengernalp und andere Schweizeransichten darstellend, berührt wurden; ehe hätte ich einen Tanz der Mumien oder eine Procession der Sonnenpriester erwartet.

Sodann öffnete sich die Thür und Chareb trat ein. Sie war eine Frau von zwanzig Jahren, mit hübschen, einnehmenden Zügen. Ein herabfallender Schleier von weißem dünnem Stoff umrahmte das ausdrucksvolle dunkle Gesicht, die Füße steckten in goldbordirten Pantoffeln, und über den weißen weiten Pantalons, welche um den Knöchel schlossen, trug sie einen gesteppten losen Rock von gelbem Stoffe, nicht zu vergessen der Ohrringe, Halsbänder und Armspangen von dunkelgelbem Golde. Obwohl dieser Anzug an sich nichts Graziöses hat, kleidete er sie doch, oder vielleicht lag das Gefällige mehr in ihren zurückhaltenden und anmuthigen Bewegungen. Sie reichte mir die Hände, von welchen jeder Finger mit einem großen Ringe von imitirten Brillanten besteckt und jeder Nagel mit Henne roth gefärbt war, und führte mich in das Wohnzimmer.

War es die lange erkältende Nothwendigkeit des Hotellebens und zugleich das den Deutschen nun einmal eingeborne Verlangen nach häuslichem Behagen: dieses Gemach mit seinen Bewohnern gewährte mir einen der angenehmsten Eindrücke, die ich in Kairo gehabt habe. Die Einrichtung war sehr einfach. Das Fenster nach der Straße hin hatte zu meinem Erstaunen einen offenen Balcon, was mich zu der Ansicht bewog, daß Abdallah in Bezug der Frauen ein aufgeklärter Mann, ein Freigeist sei. An der ganzen Länge des Zimmers liefen zu beiden Seiten rothe Divans [334] hin und vor einem derselben ein breites Polster, mit einem Teppich bedeckt, um auf der Erde zu sitzen, wie die Morgenländer es lieben.

Auf diesem Polster saßen die Mutter und die Schwester der Frau vor einem wie ein Tafelaufsatz geformten Kohlenbecken, um den Kaffee zu bereiten. Ein großer Blasebalg und ein silberner Teller mit den bekannten Bechern und Kaffeeschälchen vervollständigte das Bild, ebenso ein kleiner weißer Schooßhund, der sich behaglich auf dem Polster zusammenrollte, und der Negerknabe, welcher bereit stand aufzuwarten.

Auf dem gegenüber liegenden Polster nahmen die beiden Gatten Platz und ließen mich in ihrer Mitte sitzen. Der Anstand und die Sitte des Hauses erfordern, daß die Frau sich an diesen kleinen Beschäftigungen nicht betheiligt, sie ruht auf dem Divan an der Seite des Mannes und wird bedient.

Der Blasebalg fachte jetzt die Kohlen zu heller Gluth, das Wasser brodelte in der kleinen Kanne, der feingemahlene Mokka wurde hineingeschüttet und einige Secunden gekocht. Während dieses köstliche Gebräu sich setzte, erfüllte sich das Zimmer mit dem Aroma des Mokka und des Ambra, von welchem sie ein Stückchen in die Kohlen werfen. Der Negerknabe brachte jetzt zwischen den Fingern die kleinen Kaffeebecher und – verhülle dein Antlitz, Kranzler, und wie sonst unsere Kaffeekünstler heißen mögen – nie hat ein wunderbareres Kaffeearom meine Lippen berührt, als im Hause des Scarabäenverkäufers in Kairo. Chareb reichte dazu ihrem Gatten und mir Papiercigarren, die der Knabe uns mit einer Kohle anzündete, und es war sehr graziös anzusehen, wie sie in ihren beringten Händen zierlich die Schale hielt, um sie auszunippen, und in der andern die Cigarette. Die Mutter zündete sich einen langen Tschibouk an und Abdallah flüsterte mir zu, daß dies nur noch die alten Frauen thäten – nicht mehr Fashion.

Mich überkam ein unaussprechliches Behagen. Die ganze Scene hatte einen Anstrich von ruhiger Vornehmheit, den man zuweilen in den vornehmsten Häusern vergebens sucht, sie repräsentirte die Poesie des Hauses in ihrer einfachsten, wahrsten und reizendsten Gestalt, und der Anblick der antiken Ruhe, mit welcher die Orientalen die alltäglichen kleinen Freuden genießen, erfüllt uns fieberisch unruhigen Geister des neunzehnten Jahrhunderts mit einer Art von beneidender Bewunderung.

In dieser Form mag man den Harem und den Schleier der Frau getrost gelten lassen. Ja ich begriff, als ich Abdallah seine hübsche Frau entzückt betrachten sah, plötzlich den Reiz, welchen es für den Mann haben muß, seine Kleinodien, seine Frau und sein häusliches Glück vor den Augen der Welt zu verbergen, und daß das Bild der Ehe keine reinere Form annehmen könne. Während in den vornehmen türkischen Häusern das Haremswesen noch in seiner vollen Verderbniß florirt, würde man diesen Zustand des Familienlebens in den meisten arabischen Häusern finden, und es ist eine Freude zu sehen, wie sich die Mißbräuche der Jahrhunderte ohne Gewaltsamkeit aus dem gesunden Sinn der Völker ausscheiden. Wenn die Orientalen viel von unserer Cultur annehmen müssen, um sich auf die Höhe der Zeit zu stellen, so finden wir dagegen in der Ursprünglichkeit und Poesie ihrer Empfindungen und Lebensformen einen unerschöpflichen Quell der Schönheit und Grazie, von welcher der egoistische Materialismus unserer Tage nur zu sehr entkleidet ist, und wir sollten uns sorglich hüten, mit unserer überlegenen Bildung vornehm auf sie herabzublicken, sondern gebend – lernen.



  1. Eine gewisse Art Käfer (scarabaeus) galt den alten Aegyptern als heiliges Thier, weil sie durch das fortrollen ihres Eierklumpens an die angeblich rollende Bewegung der Sonne am Himmelsgewölbe erinnerte. Figuren desselben wurden vielfach als Schmuckgegenstände benutzt, und der Verkauf solcher Scarabäen, antiker oder nachgemachter, an europäische Reisende, die ein kleines Andenken aus dem Lande der Pharaonen mitzunehmen wünschen, ist gegenwärtig ein einträglicher Geschäftszweig.
    D. Red.