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Hornberg im Gutachthale

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Textdaten
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Autor: Maximilian von Ring
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Titel: Hornberg im Gutachthale
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 482–483
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[482]
Hornberg im Gutachthale.

Die alte Burg Hornberg, über dem Städtchen gleiches Namens, liegt schon längst in Trümmern, und nur noch ein hoher Thurm kündigt die ehemalige Herrscherin des Thales an. Sie war einst in Kriegszeiten eine wichtige Würtembergische Veste zur Sicherung des Durchzuges der Heere: so während des dreißigjährigen Krieges und in den Kriegen Ludwigs XIV. [483] Das neue Gebäude, seitwerts von den Ruinen, dicht an dem Bergrande, war die Wohnung einer Fürstin aus dem Würtembergischen Hause, welche hier für mancherlei Verirrungen büßte. Die Sage suchte ihr Verbrechen hier in dem Orte ihrer Verbannung selbst. Hier soll sie nämlich ihren Gemahl, einen Fürsten von Taxis, lange Zeit in dem hohen Thurme eingesperrt und endlich mit Gift aus dem Leben geräumt haben. Sie hatte mit vieler Sorgfalt ihren traurigen Wohnsitz verschönert, und unter ihrer Pflege standen die schmalen Gärten der Burg im üppigsten Flore. Jetzt sind alle Spuren jenes kurzen Glanzes verschwunden, und das tiefe Gewölbe, welches ehemals den Zugang zu den Hofräumen wahrte, führt nur noch in wildes Buschwerk oder kärglich angebaute Grundstücke. So sehr ist diese herrliche Anlage verwildert, daß sie vor einigen Jahren ein Handwerker des Städtchens um den Spottpreis von 1500 fl. erkauft hat.

(Vergleiche Max von Rings „Malerische Ansichten der Ritterburgen Teutschlands.“ Section Baden. 7. Heft.)