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Hexenreiten in der Priegnitz

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Hexenreiten in der Priegnitz
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 18, S. 308
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[293]

Hexenreiten in der Priegnitz.
Nach einer Originalzeichnung von H. Binde.


[308] Hexenreiten in der Priegnitz. (Zu dem Bilde S. 293) Die Walpurgisnacht, die dem 1. Mai, d. h. dem Tage der heiligen Walpurgis, vorangeht, stand bei unseren Vorfahren in üblem Rufe. In ihr sollten ja die Hexen auf Besen oder Böcken nach den Blocksbergen durch die Lüfte reiten, um am Hexensabbath mit dem Teufel teilzunehmen. In jener Nacht sollten auch alle dämonischen Kräfte besonders entfesselt sein und da sollte es besonders leicht fallen, verschiedene böse Künste auszuüben. Kein Wunder, wenn abergläubisches Volk in dieser Nacht besondere Furcht empfand. In den kleinen Städten der Provinz Brandenburg, namentlich in der Priegnitz, hat sich bis heute der Brauch erhalten, der an die alten Schrecken der Walpurgisnacht gemahnt. Am 30. April findet dort noch das Hexenreiten statt. Ein kräftiger Junge verkleidet sich mit Unterrock und Maske als Hexe, benutzt den Besen als Steckenpferd und rennt die Straßen entlang. Aber die Kinder des Orts sind auf seinen Empfang gerüstet, sie machen mit Kreide drei Kreuze an ihre Hausthüren und nachdem sie so ihr Heim gegen böse Geister gesichert haben, begeben sie sich auf Verfolgung der Hexe, die unter großem Gejohle aus der Stadt vertrieben wird.