Zum Inhalt springen

Hermann Rollett

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Hermann Rollett
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 610
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[610] Hermann Rollett. In Innsbruck haben die Tiroler kürzlich den 80jährigen Dichter Adolf Pichler gefeiert. In Baden bei Wien beging am 20. August ein anderer deutsch-österreichischer Poet – Dr. Hermann Rollett – gleichfalls seinen 80. Geburtstag. Der wackere Mann hat sich um seine Vaterstadt so verdient gemacht, daß er schon vor geraumer Zeit zum Ehrenbürger von Baden gewählt wurde. In voller geistiger Regsamkeit waltet er bis zur Stünde ebenda als Vorstand des städtischen „Rollett-Museums“, das sein Vater, ein namhafter Badener Arzt, gegründet hat, und des Archives, das er selber ins Leben gerufen. Seine Schicksale, die nun so ruhig verfließen, begannen mit stürmischen Jugendtagen. 1842 widmete er als Student der Wiener Universität Justinus Kerner seine dichterischen Erstlinge: „Liederkränze“.

Hermann Rollett.

Der jugendliche Freiheitssänger gab seinen Gesinnungen auch publizistisch Ausdruck. Der drohenden Verfolgung zu entgehen, zog er 1845 nach Jena. Dort veröffentlichte er seine „Frühlingsboten aus Oesterreich“. Der Bundestag maßregelte ihn, und schon drohte ihm die Zwangsabschiebung nach Oesterreich, da glückte ihm die Flucht in die Schweiz, wo er seine „Heldenbilder und Sagen“ vollendete. 1854 kehrte er nach Oesterreich zurück, noch immer angefeindet von den Behörden, bis er endlich in seiner Vaterstadt als Archivar eine behagliche Zuflucht fand. Neben neuen lyrischen und dramatischen Gaben beschied er der Leserwelt auch ein schon durch die Wahl des Stoffes bedeutsames Werk „Die Goethe-Bildnisse“. Die deutschen Siege des Jahres Siebzig haben Rollett mit hoher Freude erfüllt; das geeinigte Reich war die Verwirklichung seiner Jugendsehnsucht.