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Herbstlied (Tieck)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Ludwig Tieck
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Titel: Herbstlied
Untertitel:
aus: Friedrich Schiller:
Musen-Almanach für das Jahr 1799, S. 26 – 27
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1799
Verlag: J. G. Cotta
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Erscheinungsort: Tübingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: HAAB Weimar, Kopie auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[26]
Herbstlied.


Feldeinwärts flog ein Vögelein
Und sang im muntern Sonnenschein
Mit süßen wunderbaren Ton:
Ade! ich fliege nun davon,

5
               Weit, weit,

          Reis’ ich noch heut.

Ich horchte auf den Feldgesang,
Mir ward so wohl und doch so bang,
Mit frohem Schmerz, mit trüber Lust

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Stieg wechselnd bald und sank die Brust,

               Herz, Herz,
          Brichst du vor Wonn’ oder Schmerz?

Doch als ich Blätter fallen sah,
Da sagt’ ich: ach! der Herbst ist da,

15
Der Sommergast, die Schwalbe zieht,

Vielleicht so Lieb’ und Sehnsucht flieht
               Weit, weit,
          Rasch mit der Zeit.

[27]

Doch rückwärts kam der Sonnenschein,

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Dicht zu mir drauf das Vögelein,

Es sah mein thränend Angesicht
Und sang: Die Liebe wintert nicht,
               Nein! nein!
          Ist und bleibt Frühlingsschein!

LUDWIG TIECK.