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Heimliche Minne

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Eduard Kleber
als Übersetzer von
Walther von der Vogelweide
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Heimliche Minne
Untertitel:
aus: Sämmtliche Gedichte von Walther von der Vogelweide. S. 9-10
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Heitz
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Straßburg
Übersetzer:
Originaltitel: Under der linden
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
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Bearbeitungsstand
fertig
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[9]
8. Heimliche Minne.


Unter der Linden
An der Heide,
Dort, wo das Bett war sein und mein
Da möget ihr finden

5
Lieblich beide

Gebrochen: Gras und Blümelein.
Vor dem Wald mit süßem Schall
Tandaradei!
Sang im Thal die Nachtigall.

10
[10]
Ich kam gegangen

Zu der Aue,
Da harrte schon der Liebste mein.
Er hat mich empfangen,
Hehre Fraue,

15
In Ewigkeit gedenk’ ich sein.

Küßt’ er mich? Ach, fast zu Tod,
Tandaradei!
Seht, wie mir der Mund so roth!

Da eilt’ er zu machen,

20
Auf weichem Grunde

Ein Bett von Blumen mancherlei.
Deß wird man noch lachen
Mit frohem Munde,
Kommt einer dort des Wegs vorbei.

25
An den Rosen er wohl mag

Tandaradei!
Merken, wo das Haupt mir lag.

Wie wir saßen in Wonnen,
Wüßt’ es einer,

30
Behüte Gott! – Ich schämte mich;

Was er mit mir begonnen,
Keiner, keiner
Erfahre das, als er und ich
Und ein kleines Vögelein,

35
Tandaradei!

Das wird wohl verschwiegen sein.