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Guido Hammer †

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Guido Hammer †
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 131
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Guido Hammer †.
Nach einer Photographie von G. Chr. Hahn Nachf. in Dresden.

Guido Hammer †. (Mit Bildnis.) Jahrzehnte hindurch haben die „Wild-, Wald- und Weidmannsbilder“ der „Gartenlaube“ alt und jung Freude bereitet. Was in ihnen geboten wurde, das war stets erlebt, und auch lebenstreu, naturwahr und mit unmittelbarer Frische geschildert. Guido Hammer war der Schöpfer dieser Rubrik und lieferte für sie sowohl die Bilder wie die Artikel, denn dieser echte deutsche Jägersmann verstand ebensogut den Pinsel wie die Feder zu führen. Erst in den letzten Jahren, wo das zunehmende Alter ihn im Arbeiten behinderte, fehlten uns seine Beiträge. Nun erhalten wir die Trauernachricht, daß dieser langjährige und so beliebte Mitarbeiter am 29. Januar in Dresden aus diesem Leben geschieden ist. Guido Hammer war ein Bruder des bekannten Dichters Julius Hammer. Er wurde als Sohn eines Ministerialbeamten am 4. Februar 1821 zu Dresden geboren. Schon früh offenbarte er Neigung für die Jägerei: als Schulknabe eilte er in die Dresdener Heide, um dort in stiller Waldeinsamkeit das rege Tierleben zu belauschen und nach Art der Jugend Tierfang zu betreiben. Dort schloß er seine ersten Bekanntschaften mit Feld- und Waldhütern und dort faßte er den Entschluß, Jäger von Beruf zu werden. Der Vater entschied aber, daß er sich der Kunst zuwende, und so wurde der junge Guido in dem Atelier von Julius Hübner zum Maler ausgebildet. Die Liebe zum Walde und zur Jagd gab er jedoch nicht auf; seine Besuche galten nunmehr der poesiereichen Umgebung des Jagdschlosses Moritzburg. Wie hier die Grünröcke den jungen Mann, der ihnen allerlei Dienste leistete und das Wild „so hübsch abmalte“, liebgewannen, das hat Guido Hammer ansprechend in seiner Selbstbiographie geschildert, die im Jahrgang 1874 (S. 770) der „Gartenlaube“ erschienen ist. Mit Jagen, Malen und Schreiben verbrachte er sein Leben. Im deutschen Wald war er wie kaum ein anderer zu Hause, denn er kannte aus eigener Anschauung Sachsens holzreiche Gebirge und die böhmischen und schlesischen Forste, das bayrische, Tiroler und steyrische Hochland mit seinen urwäldlichen Beständen, Almen und schneeigen Firsten. Ueberall hat er sich Freunde erworben und ist im guten Andenken geblieben, aber die schönste Erinnerung an ihn werden seine frischen „Wild-, Wald- und Weidmannsbilder“ bleiben, die vor einigen Jahren auch gesammelt als Buch im Verlage von Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig erschienen sind. In ihnen spiegelt sich das Leben und Wirken Guido Hammers in herzgewinnender Weise wider.