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Giftpflanzen und Viehweiden

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Textdaten
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Titel: Giftpflanzen und Viehweiden
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 324
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[324] Giftpflanzen und Viehweiden. Viele Pflanzen bilden Gifte als Vertheidigungsmittel gegen die Angriffe der Thiere, und solche Gewächse werden in der That von den weidenden Thieren in Ruhe gelassen, wie wir dies vom Stechapfel, vom Schierling, Bilsenkraut u. a. wissen. Nur selten ereignet es sich, daß es gefeite Thiere giebt, die von den Blättern jener Giftpflanzen leben können. Von den Blättern der Tollkirsche z. B. nährt sich das kleine Käferchcn Haltica Atropae. Andere Pflanzen sind wieder mit Stacheln bewehrt, so daß sie ungenießbar sind. Diese Thatsachen führen auf Viehweiden zu einer eigenartigen Veränderung der Flora. Sucht man z. B. in den Alpen Gebiete auf, die viel von Weidethieren begangen werden, so bemerkt man, daß in besonders großen Massen widerliche, bittere oder übelriechende Pflanzen vorkommen. Auch in der Pußta erkennt man solche Stellen an dem häufigen Auftreten von hohen Distelarten, Wollkräutern, von Stechapfel und Bilsenkraut und vielen Wolfsmilcharten. Auf den Schafweiden des Karstes gedeiht besonders die starre, stachlige blaue Mannstreu – kurz, wir sehen, daß überall diejenigen Pflanzen siegen, die am besten bewaffnet sind. Das ist im kleinen derselbe Vorgang, der sich in den dürren Steppen Asiens und Afrikas seit Jahrtausenden im großen abgespielt und den dornigen und stachligen Pflanzenwuchs erzeugt hat, der jenen Gebieten eigen ist. *