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Genesung (Die Gartenlaube 1879/38)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Ernst Scherenberg
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Titel: Genesung
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 38, S. 635
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Genesung.


Wer hat es trostlos nicht empfunden,
War er im tiefsten Innern krank,
Daß er zur Heilung seiner Wunden
Umsonst am Quell der Freude trank?

Der Born, der Andre labend netzte,
Versiecht’ an seiner Lippe Rand.
Nur noch ein Becher blieb – der letzte
Zu löschen seiner Seele Brand –

Da sendet ihm der Gottheit Gnade
Die Retterin in höchster Noth;
Gebrochen folgt er ihrem Pfade
Und ihrem ernsten Pflichtgebot.

Die Arbeit ist’s – unmerklich leise
Führt sie zum Leben ihn zurück,
Bannt ihn in ihre Zauberkreise,
Weckt ihm Genesung, neues Glück.

Die Arbeit ist’s – ob für die Seinen,
Ob für sein Volk, ob für die Welt,
Ob im Gewalt’gen, ob im Kleinen –
Die ihm das Herz mit Hoffnung schwellt.

Und wie er auch, von Gram bezwungen,
In Todessehnsucht einst gebebt,
er hat den Frieden sich errungen:
Nur wer für Andre schafft, der lebt!

Ernst Scherenberg.