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Generaloberst von Pape †

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Textdaten
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Titel: Generaloberst von Pape †
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aus: Die Gartenlaube, Heft 22, S. 372
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Generaloberst von Pape †
Nach einer Photographie von Gebr. Engelhardt und Schiller in Berlin.

Generaloberst von Pape † Immer mehr lichtet sich die Schar derer, die an den großen Siegesthaten, welche 1870 zum Gewinn unserer Reichseinheit führten, als Führer beteiligt waren. Der am 7. Mai in Berlin verstorbene Generaloberst von Pape kommandierte während des Feldzugs gegen Frankreich die preußische 1. Garde-Infanteriedivision, die er in der Schlacht bei St. Privat zu dem berühmten Sturmangriff führte, der für den glücklichen Ausgang der Schlacht von entscheidender Bedeutung war. Auch bei Beaumont, Sedan und verschiedenen Ausfallgefechten vor Paris erwies er sich als umsichtiger energischer Führer von hervorragender Tapferkeit. Bei der Kaiserkrönung in Versailles wurde er dafür zum Generallieutenant befördert. Später war er nacheinander kommandierender General des 5. Armeekorps in Posen, des 3. Armeekorps in Berlin und, von 1884 an, des Gardekorps. Von 1882 an war er gleichzeitig auch Oberbefehlshaber in den Marken. Als besonderer Vertrauensmann Kaiser Wilhelms I. in militärtechnischen Fragen wurde er in die meisten Kommissionen berufen, die sich mit der Heeresreform zu beschäftigen hatten; er war Mitglied der Landesverteidigungskommission und des Staatsrats und wurde wiederholt mit wichtigen Missionen in das Ausland betraut. Am 14. Dezember 1888, nach dem ersten Kaisermanöver des jetzigen Kaisers, wurde er zum Generalobersten der Infanterie mit dem Range als Generalfeldmarschall und zugleich zum Gouverneur von Berlin ernannt, in welch letzterer Stellung er bis Anfang des laufenden Jahres verblieb. Am 13. Februar 1813 zu Berlin geboren, hatte er im Dienst ein Alter von fast 82 Jahren erreicht. Alexander August Wilhelm von Pape war ein echter Sohn der Mark, eine Verkörperung der altpreußischen Traditionen im Heere, auch geistig sehr befähigt; in jüngeren Jahren war er eine Zeitlang Direktor des Kadettenhauses in Potsdam. Charakteristisch für sein Wesen ist die folgende Erinnerung. 1866 bei Königgrätz, wo Pape die 2. Gardeinfanterie-Brigade befehligt hatte, war sein einziger Sohn gefallen. In Soldatenmäntel gehüllt, wurde die Leiche am Tage nach der Schlacht zur Erde bestattet. Doch als die Feierlichkeit beendet war, richtete sich der tiefgebeugte Vater stramm auf. „Meine Herren,“ wandte er sich entschlossen an die Offiziere seines Regiments, „das liegt nun hinter uns. Wir aber gehen vorwärts: ‚Mit Gott für König und Vaterland!‘“