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Gemsen im Hochgebirg

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Gemsen im Hochgebirg
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 145, 148
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[145]

Gemsen im Hochgebirg.
Nach einem Gemälde von J. Schmitzberger.

[148] Gemsen im Hochgebirg. (Zu dem Bilde S. 145.) Wenn die ersten Frühlingslüfte wehen, verlassen die Rudel der Gemsen die tiefer gelegenen Wälder, in denen sie während der harten Winterszeit Unterschlupf gesucht haben, und steigen zu den baumkahlen Zinnen des Hochgebirgs empor. Dort oben wird der Schnee eher als im Thale durch den Wind weggefegt und an Felshängen erscheinen saftige Alpenkräuter. In dieser Felsenwelt sind die Gemsen in ihrem eigentlichen Element und können ihre Künste als geborene Bergsteiger bethätigen. Mit erstaunlicher, oft unbegreiflicher Geschicklichkeit verstehen sie an steilsten Hängen Auf- und Abstieg zu nehmen; gewagt erscheinen ihre Züge durch die Felskamine, tollkühn ihre Sprünge – und doch sind die Gemsen, mit den Gefahren des Hochgebirgs wohlvertraut, äußerst vorsichtige Tiere, die jede Gefahr rasch wahrnehmen und ihr geschickt aus dem Wege gehen. Freilich geschieht es manchmal, daß auch diese Kinder der Alpen überrascht werden, und manches Rudel ist schon unter dem Schnee- und Felsgeröll einer Lawine begraben worden. Einer solchen Gefahr war das Rudel Gemsen auf dem trefflichen Bilde J. Schmitzbergers ausgesetzt; es hat aber noch rechtzeitig hinter dem schützenden Felsabhang Rettung gefunden.