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Freundinnen des jungen Mädchens

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Natalie Schohl
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Titel: Freundinnen des jungen Mädchens
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 292
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[292] „Freundinnen des jungen Mädchens“.[1] Zu den segensreichen Einrichtungen der Neuzeit, welche die Verbesserung der Lage des weiblichen Geschlechtes bezwecken, gehört auch der Verein „Union internationale des amies de la jeune fille“ – „Freundinnen des jungen Mädchens“. Derselbe zählt in fast allen größeren Städten des In- und Auslandes, selbst Asiens und Amerikas, zahlreiche edelgesinnte Frauen zu seinen Mitgliedern. Dieselben machen es sich zur Pflicht, nach Kräften sittlichen Schutz allen jungen Mädchen ohne Rücksicht auf Nationalität, Confession und Beschäftigung angedeihen zu lassen, die genöthigt sind, ihr Brod außerhalb des Vaterhauses zu verdienen.

Das Hauptcomité des Vereins befindet sich in Neuchatel (Schweiz), von wo auch die erste Anregung ausging, und waren daher die den Verein betreffenden Veröffentlichungen in französischer Sprache abgefaßt, ebenso das den jungen Mädchen als „Rathgeber“ zu übermittelnde Büchlein, „livret“. Daß er demgemäß bisher hauptsächlich von Französinnen und Schweizerinnen in Anspruch genommen ward, ist natürlich; nun aber hat sich ein deutscher Zweigverein gebildet, dessen Vorsitzende Frau General-Superintendent Baur in Coblenz, Stellvertreterin Fräulein A. Vollmar in Berlin und Schriftführerin Fräulein H. Schellbach in Naumburg an der Saale sind, und steht somit zu erwarten, daß der segensvolle Einfluß solcher Verbindung auch unsern deutschen Mädchen mehr und mehr zugute kommen werde.

Die Aufgabe der „Freundin des jungen Mädchens“ besteht hauptsächlich darin, daß sie an dem Ort, woselbst das junge Mädchen ein Engagement zu übernehmen gedenkt, bei den Mitgliedern, deren Namen sie 1n der Mitgliederliste verzeichnet findet, Erkundigungen einzieht über die Sicherheit solcher Engagements, ferner ihm Auskunft giebt über Heimath-, Logir- und Krankenhäuser, Stellenvermittelungsbureaux von gutem Ruf, Consulate etc. Die hierauf bezüglicheu Adreffen bestnden sich in dem oben erwähnten Büchlein, welches das junge Mädchen von seiner Schutzdame als Legitimation bei den Mitgliedern des Vereins erhält. Die Namen derjenigen Vereinsmitglieder, an die sie es auf der Reise zu verweisen gedenkt, sowie eine Empfehlung, falls sie solche zu geben im Stande ist, werden beigefügt.

Den Gefahren gegenüber, denen alleinstehende junge Mädchen ausgesetzt sind, ist hiermit allen Frauen, die sich für das Wohl ihrer Mitschwestern nützlich machen wollen, ein Feld reicher Liebesarbeit geöffnet, und wäre zu wünschen, daß recht Viele dem Verein beitreten möchten. Der jährliche Beitrag ist 1 Mark, und kann in Briefmarken an die Vereinscasse unter der Adresse: Fräulein Vollmar, Berlin W., Leipziger Platz 5, entrichtet werden. An dieselbe Adresse sind auch alle Anfragen und für den Verein bestimmte Zuschriften zu senden. Natalie Schohl.     

  1. Vergleiche auch den interessanten Artikel „Die G. F. S.“ von Marie Calm („Gartenlaube“, Jahrg. 1883. S. 275 u. f.), in dem überraschende Erfolge ähnlicher Bestrebungen in England beleuchtet werden.