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Frühlingsfeier im Tempel der Flora

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Textdaten
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Titel: Frühlingsfeier im Tempel der Flora
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 240
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[224]

Frühlingsfeier im Tempel der Flora.
Nach einem Gemälde von A. de Reina-Manescau.

[240] Frühlingsfeier im Tempel der Flora. (Zu dem Bilde S. 224 und 225.) Die römische Göttin Flora, schon früher von den Sabinern und im innern Italien viel verehrt, war die Göttin der Blumen und des Frühlings als der Zeit des ersten Erblühens. Der Dichter Ovid sagt von ihr, daß sie überall thätig sei, wo immer etwas blüht, auf dem Acker, im Weinberge, in der Olivenpflanzung und im Baumgarten, auch in der Blume des Weines, wenn er sich im Fasse regt, sowie im Honig, dem feinsten Stoffe der Blumen, endlich in der Blüte der Jugend und eines fröhlichen Lebensgenusses. In Rom gab es zwei Tempel der Flora, von denen der eine, vermutlich sabinischen Ursprungs, auf dem Quirinal lag, der andere, welcher mit den Spielen der Flora entstand, in der Nähe des Cerestempels am Cirkus Maximus. Schon in alten Zeiten feierte man die Göttin und opferte ihr sowohl auf dem Lande als in der Stadt gegen Ende April, zur Zeit, wo das Korn in der Blüte stand und der Kornbrand zu fürchten war. Später, nach dem ersten punischen Kriege, begannen die Spiele der Flora, welche zur Kaiserzeit ein pomphaftes und großartiges Gepräge annahmen. Auch ausgelassen ging es dabei zu, denn Flora war eine heitere Göttin.

Das Bild von A. de Reina-Manescau führt uns in einen Floratempel am Festtage der Göttin, wo römische Frauen und Jungfrauen das Bild derselben wie die Tempelhallen mit dem reichsten Blüten und Blattschmuck, hauptsächlich mit Rosen, zieren. Der ganze Tempel verwandelt sich in einen Garten – Sträuße und Guirlanden, wohin man blickt. Eine kundige Meisterin des Liedes trägt die Lyra in der Hand, denn auch der Gesang darf nicht fehlen in diesen Tagen der Freude, in denen die Frauen ihre einfarbigen Gewänder mit reichen bunten vertauschen. Von der Bildsäule der Göttin selbst auf ihrem mit Reliefs geschmückten Piedestal sehen wir nur einen Teil; aber wir wissen, daß die Künstler die Flora nach griechischem Vorbild als jugendschöne blumengeschmückte Frühlingsgöttin darzustellen pflegten. †