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Fastnacht in der Neumark

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Fastnacht in der Neumark
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 101, 130, 131
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[101]

Fastnachtssingen in der Neumark.
Zeichnung von E. Henseler.

[130] Fastnacht in der Neumarkt. (Zu dem Bilde S. 101.) Wie alle Volksfeste, so wird auch Fastnacht in den verschiedenen deutschen Landschaften mit verschiedenen Bräuchen gefeiert. Die Armuth ist überall erfinderisch, wenn es gilt, die festliche Stimmung der Begüterten zu benutzen. So ist es in der Neumark eine alte Sitte, daß die Kinder armer Leute am Fastendienstag, wie unser Bild zeigt, mit einem „Fastnachtspieß“ von Haus zu Haus gehen. Dies Geräthe, mit welchem die jungen Sänger sich ausrüsten, besteht aus einem anderthalb bis zwei Fuß langen, oben zugespitzten Stock mit mehreren kreuzweis stehenden, spitzen Querhölzern. Die kleinen Stadtwanderer singen halb, halb sprechen sie den folgenden Vers:

„Fastelabend ist hier,
Sechs Dreier zu Bier,
Sechs Dreier zu Speck,
Geh’ gleich wieder weg.

5
Da oben in der Firste,

Da hängen drei Würste:

Die lange gieb mir,
Die kurze behalt’ dir.
Schneid’ weg, schneid’ weg,

10
Schneid’ ein groß Stück Speck,

Schneid’ Raum, schneid’ Raum,
Schneid’ nicht in ’n Baum.“

Es ist dies bloß einer von vielen Versen, aber er genügt, um Wurst und Speck an den Spieß der Kinder zu zaubern. Früher gingen auch [131] die Kinder wohlhabender Eltern zu Nachbarn und Verwandten mit dem Spieß und waren stolz darauf, recht viel Fastenbrezeln, Würste u. dergl. mit nach Hause zu bringen.