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Falken-Beize

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Textdaten
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Autor: Rainer Maria Rilke
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Titel: Falken-Beize
Untertitel:
aus: Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 80
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1918
Verlag: Insel-Verlag
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
fertig
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FALKEN-BEIZE


Kaiser sein heißt unverwandelt vieles
überstehen bei geheimer Tat:
wenn der Kanzler nachts den Turm betrat,
fand er ihn, des hohen Federspieles

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kühnen fürstlichen Traktat


in den eingeneigten Schreiber sagen;
denn er hatte im entlegnen Saale
selber nächtelang und viele Male
das noch ungewohnte Tier getragen,

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wenn es fremd war, neu und aufgebräut.

Und er hatte dann sich nie gescheut,
Pläne, welche in ihm aufgesprungen
oder zärtlicher Erinnerungen
tieftiefinneres Geläut

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zu verachten, um des bangen jungen


Falken willen, dessen Blut und Sorgen
zu begreifen er sich nicht erließ.
Dafür war er auch wie mitgehoben,
wenn der Vogel, den die Herren loben,

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glänzend von der Hand geworfen, oben

in dem mitgefühlten Frühlingsmorgen
wie ein Engel auf den Reiher stieß.