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Für Vater Arndt!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Ernst Keil
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Titel: Für Vater Arndt!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 10, S. 160
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Für Vater Arndt!
Aufruf an alle Deutsche des In- und Auslandes.

Es ist im Werke, dem tapfern Kämpfer für deutsche Einheit und Größe, Ernst Moritz Arndt, ein ehernes Standbild zu Bonn auf dem linken Ufer des Stromes zu errichten, an welchem der Greis seit Jahren wohnte, als ein Wächter deutscher Zucht und Kraft. – Seit fast drei Generationen ist seine Gestalt auf das Innigste verbunden mit den größten Erinnerungen unserer Nation, mit den bittersten Leiden, dem mächtigsten Aufschwung patriotischer Empfindungen und dem männlichen Ringen um die höchsten Güter unseres Erdenlebens. Seine Lieder werden klingen, so lange deutscher Gesang die Seelen bewegt, seine Schriften werden als Werke des edelsten Patriotismus der Nachwelt immer werthvoll sein. Aber was uns, den Lebenden, sein Gedächtniß so theuer macht, das ist vor Allem sein ehrliches, tapferes, deutsches Gemüth, welches von der Jugend bis zum höchsten Greisenalter fest, opferbereit, in wärmster Begeisterung von einem großen Gefühl erglühte, von einer männlichen, leidenschaftlichen Liebe zum Vaterlande. – Das deutsche Volk hat ihm das herzlichste Beiwort gegeben, das je ein Deutscher erhalten, es hat ihn „Vater“ genannt; noch vor wenig Monden hat den Neunzigjährigen kindliche Pietät aus allen Landschaften deutscher Erde begrüßt.

Wenn die Unterzeichneten jetzt, einem Aufruf aus Bonn Folge gebend, zu Beiträgen für ein ehernes Standbild des Geschiedenen auffordern, so unterziehen sie sich dieser Ehrenpflicht in der frohen Empfindung, daß das Volk, einen seiner besten Männer ehrend, zugleich sich selbst, seiner eigenen Vergangenheit und der Tüchtigkeit aller tapferen deutschen Herzen eine Ehre erweist. – So ergeht denn an Alle, denen dieser Aufruf zu Gesicht kommt, die Bitte, daß Jeder in seinem Kreise den beginnenden Sammlungen Antheil und dem Comité bereitwillige Hülfe angedeihen lasse; auch der kleinste Beitrag wird willkommen sein.

Leipzig, den 21. Februar 1860.
Hofr. E. Albrecht. Stadtr. M. Bering. Dr. E. Brockhaus. Stadtr. Theod. Cichorius. A. Diezmann. Stadtr. Wilh. Felsche. Gustav Freytag. Dr. E. Härtel. Gust. Harkort. Dr. Heyner. S. Hirzel. Ernst Keil. Brgrm. Dr. Koch. Super. Dr. Lechler. Albert Leppoc. Carl Linnemann. Jul. Müller. Jos. Nörpel. Jul. Schunck. Dr. E. Stephani. H. A. Taeschner. G.-R. Wächter. Prof. W. Wenck.

Indem ich den obigen Aufruf den vielen tausend Lesern der Gartenlaube, die wohl Alle, sie mögen in Europa oder drüben über der See wohnen, zu den Verehrern des Vater Arndt gehören, auf das Dringendste empfehle, erkläre ich mich zugleich zur Annahme von Geldern bereit, deren Empfang ich prompt in diesen Blättern quittiren werde.
Ernst Keil.