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Erwartung (Die Gartenlaube 1897)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Bn.
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Titel: Erwartung
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 35, S. 596
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[581]

Erwartung.
Nach einem Gemälde von F. Vinea.


[596] Erwartung. (Zu dem Bilde S. 585.) Kommt er, kommt er nicht? … Ganz sicher scheint sie ihrer Sache nicht zu sein, die niedliche Kleine, die hier klopfenden Herzens und verstohlen im letzten Parkende sich einfand, obgleich sie gestern, als Er beim allgemeinen Aufbruch und Abschied ihr das hastig bittende Wort zuflüsterte, im ersten Schrecken „Nein, nein!“ hervorgestoßen hatte. Wenn er das nun für Ernst genommen hat und wegbleibt? Wenn sie, unter steter Gefahr der Entdeckung, sich umsonst so zierlich für ihn herausputzte, umsonst alle Listen brauchte, rechtzeitig zu entwischen und nun ach! umsonst mit den großen braunen Augen unverwandt den Weg entlang sucht, den er kommen muß! … Unbesorgt, kleine Unschuld! Er weiß ganz genau, was von solchem „Nein“ zu halten ist, und läßt sich nicht dadurch schrecken. Aber den offenkundigen Weg vom Schloß her wird er wohl nicht wählen, um seinen aller – allerletzten Abschied zu nehmen. – Der kleine Spitz ist bereits auf der richtigen Spur, er dreht sich um und hebt das Köpfchen nach der andern Seite. Wie lange wohl unter solchen Umständen die einsame „Erwartung“ noch dauern mag? Bn.