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Erster Unterricht

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Bn.
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Titel: Erster Unterricht
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 44, S. 739
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[733]

Erster Unterricht.
Nach einem Gemälde von Paul Thomas.

[739] Erster Unterricht (Zu dem Bilde S. 733.) Die beiden kleinen Mädchen sind alles, was der jungen Witwe an Lebensfreude geblieben ist, sie nimmt es deshalb schwer mit ihrer Erziehungspflicht und will ihnen lieber den ersten Unterricht selbst erteilen, als sie zu Fremden hinausschicken. Noch können sich aber die kleinen Fräulein nicht recht an die neue Ernsthaftigkeit in der ehemals so lustigen Kinderstube gewöhnen. Daß jetzt am Spieltische gearbeitet und gelernt werden soll, und die Puppen nur zusehen dürfen, ist doch äußerst unerfreulich! Klein Ada zieht trübselig und langsam ihre Wollfäden durch den Stramin, aber der größeren Hedwig geht bereits eine Ahnung von der Schwere des Daseins auf unter dem vorwurfsvoll prüfenden Blick der Mutter. Sie weiß alles nicht, was sie wissen sollte, kann sich die dummen langweiligen Worte nicht merken, bleibt auf jede Frage die Antwort schuldig. Der klugen jungen Frau aber steigt über alles dieses der erste Zweifel auf, ob ihr lebhaftes Töchterchen denn auch wirklich geistig so begabt sei, wie sie es bisher ohne weiteres voraussetzte? … Daß der Grund des Mißerfolges auch wo anders liegen könne, fällt ihr nicht ein, sie wird ihn vielleicht erkennen, wenn das bei ihr allein nicht vorwärts kommende Kind, einer Schule übergeben, gern lernt und gute Fortschritte macht. Denn Erziehen und Lehren ist zweierlei, das hat schon manche Mutter erfahren. Sie thut genug, wenn sie das erstere Amt mustergültig verwaltet! Bn.