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Erinnerung An Lyda

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: August Ernst von Steigentesch
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Titel: Erinnerung
Untertitel: An Lyda
aus: Friedrich Schiller:
Musen-Almanach für das Jahr 1799, S. 34 – 35
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1799
Verlag: J. G. Cotta
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Tübingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: HAAB Weimar, Kopie auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[34]
Erinnerung.


An Lyda.


      Im Ulmenhaine, wo mich ernst und düster
Die Wehmuth oft in deinem Arm beschlich,
Wandl’ ich allein. Im leisen Blattgeflüster
Ahnt meine Seele dich.

5
Den Hain, in dem sich Tag und Dunkel gatten,

Durchrauscht ein Quell, von Geisblatt überwebt:
Dein Bild umschwebt den Quell, sanft wie ein Schatten
An Lethes Ufern schwebt.

Des Lebens oft empörte Stürme schweigen,

10
Sanft, wie der Mond, verhüllt sie hier die Nacht,

Wenn Filomele in den stillen Zweigen
Des dunklen Hains erwacht.

Verblühte Bilder früher Tage keimen
Im zarten Grau der Dämmerung empor

15
Die Hoffnung hält mir, unter Feenträumen,

Der Zukunft Blüthen vor.

[35]

Dann träum’ ich mich zum fernen Seegestade
Im Dämmerlicht an deine Seite hin.
Die Täuschung flieht, der Spiegel der Najade

20
Sagt daß ich einsam bin.


Und einsam streu’ ich Blumen auf die Quelle
Zum Todtenopfer dir Vergangenheit!
Und weinend wird der Wehmuth diese Stelle
Zum Tempel eingeweiht.

von STEIGENTESCH.