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Entschuldigungsbrief

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Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Entschuldigungsbrief
Untertitel:
aus: 103 Gedichte,
S. 42–43
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag: Ernst Rowohlt
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
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Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
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[42]
Entschuldigungsbrief


Mein lieber S., als ich am andern Tag
Erwachte, wußte ich nicht mehr Genaues.
Ich hab ein rotes Auge, Ruth ein blaues.
Wie sich das zugetragen haben mag!!

5
In meinem Anzug klebt ein Pfund Spinat.

Wie kam das nur? Ich weiß nur noch, daß Deine
Frau oder Oskars in den Spiegel trat.
Doch wer goß Hermann Suppe auf die Beine?

[43]
Ich gebe zu, daß ich den Anlaß gab.
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Ich war besoffen wie noch nie seit Wochen.

Verzeiht mir, was ich ge-, zer- und verbrochen
Und daß ich Fips mit Wachs beträufelt hab’.

Nun sind wir alle plötzlich jäh entzweit
Und waren Freunde, die nie beßre finden.

15
Man sollte bei solch reicher Festlichkeit

Lieber mehr essen und sich überwinden.

Wie war die Bowle gut und der Fasan!
Vorbei. – Am liebsten würd’ ich mich erhängen. –
Verdammt nicht ganz den, der das Porzellan

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Euch gern ersetzen will. Ohne sich aufzudrängen.